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Die Stanley Cup Playoffs schreiben immer wieder neue Geschichten. Noch nie mussten die Tampa Bay Lightning und die Montreal Canadiens in der langen Historie dieses Wettbewerbs gegeneinander ein Spiel 7 bestreiten. Am heutigen Sonntag ist es soweit. Der Sieger zieht in die zweite Runde ein. Dorthin haben es die Colorado Avalanche und die Minnesota Wild schon geschafft. Sie treffen in der Ball Arena zum Auftaktmatch ihrer Serie aufeinander.

Lightning und Canadiens feiern Spiel-7-Premiere

Zwischen den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens kommt es in Spiel 7 (6 p.m. ET; Mo. 0 Uhr MESZ) der Ersten Runde in der Eastern Conference zu einem Novum. Noch nie haben beide Mannschaften in den Playoffs einen Showdown untereinander ausgetragen. Die Vertretung aus Florida musste bisher zehnmal in Playoff-Serien über die volle Distanz gehen. In sieben Fällen verließ sie das Eis als strahlender Sieger. Die Heimbilanz lautet 4:1. Montreal gewann 15 von 24 Auftritten in einem Spiel 7. Die Auswärtsbilanz beläuft sich auf 7:6. Ein klarer Favorit des Duells in der Benchmark International Arena von Tampa ist bei diesen Werten nur schwerlich auszumachen. In Sachen Spiel-7-Erfahrung der aktuellen Teams haben die Lightning jedoch einen deutlichen Vorteil. Die Akteure von Tampa Bay bringen es in dieser Hinsicht in der Addition auf 52 solcher Einsätze, die von Montreal lediglich auf 12.

Das Momentum liegt bei Tampa Bay

Das Momentum in der Serie liegt nach dem hart umkämpften 1:0 in Spiel 6 im Bell Centre bei den Lightning. Doch Trainer Jon Cooper machte seinen Mannen deutlich, dass sie noch viel Arbeit vor sich haben, um vor eigenem Publikum den Einzug in die nächste Runde klarzumachen. „Nach der Partie in Montreal waren die Jungs in der Kabine natürlich euphorisch. Vollkommen zurecht, denn es war ein großartiger Sieg“, sagte der Coach. Aber wirklich gewonnen sei damit nichts. Mit dem Erfolg habe man lediglich dafür gesorgt, am Leben zu bleiben. Jetzt gelte es, sich auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren und den entscheidenden Punch zu setzen.

Dabei mithelfen soll der Schweizer Verteidiger J.J. Moser. Er gehörte bei den sechs vorangegangenen Vergleichen mit den Canadiens zu den Stützen der Lightning.

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Montreals Torwart winkt Geschichtsbucheintrag

Auf der anderen Seite machte Montreals Trainer Martin St. Louis in Optimismus. „Wir werden nicht nach Tampa fliegen, um einen Schönheitspreis abzuholen, sondern wir wollen weiterkommen“, stellte er klar. „Wir sind in einer guten Position. Die Mannschaft hat den bisherigen Weg genossen und ist hungrig darauf, den nächsten Schritt zu machen und die nächste Runde zu erreichen.“

Torhüter Jakub Dobes hat im anstehenden Match gegen die Lightning die Möglichkeit, sich einen Eintrag in den Geschichtsbüchern des Traditionsklubs zu sichern. Sollten er und seine Teamkollegen die Oberhand behalten, wäre er der fünfte Rookie-Torwart der Canadiens, der ein Spiel 7 gewinnt. Dobes stünde dann in einer Reihe mit Carey Price (2008), Patrick Roy (1986), Ken Dryden (1971) und Jaques Plante (1953)

Wild plagen Verletzungssorgen

Die Minnesota Wild plagen sich vor Spiel 1 (9 p.m. ET; Mo. 3 Uhr MESZ) der Zweiten Runde in der Western Conference gegen die Colorado Avalanche mit Verletzungssorgen herum. Verteidiger Jonas Brodin konnte die Reise nach Denver nach seiner Verletzung aus Spiel 5 der Erstrundenserie gegen die Dallas Stars gar nicht erst mit antreten. „Er ist leider noch nicht soweit“, erklärte Trainer John Hynes. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Angreifer Joel Eriksson Ek ein dickes Fragezeichen. Nico Sturm darf sich dagegen Hoffnungen auf einen Platz im Lineup machen. Der deutsche Stürmer ist in guter Verfassung. Zum 5:2-Sieg in Spiel 6 gegen Dallas hatte er einen Assist beigesteuert.

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Avalanche besitzt Respekt vor dem Gegner

Im Lager der Avalanche ist man sich bewusst, dass die Wild ein harter Brocken sein werden, den es auf dem Weg zum angestrebten Cup-Sieg aus dem Weg zu räumen gilt. „Seit der Olympiapause zählen sie zu den fünf besten Offensiv- und zu den zehn besten Defensivteams. Sie verfügen zudem über zwei extrem starke Special Teams“, äußerte sich Colorados Trainer Jared Bednar zu den Qualitäten des Kontrahenten. Hinzu kommt eine Unbekannte auf Seiten der Avalanche. Durch den Sweep in der ersten Runde gegen die Los Angeles Kings musste die Mannschaft seit 26. April kein Spiel mehr bestreiten. Bei einer Wettkampfpause solchen Ausmaßes in den Playoffs besteht immer die Gefahr, ein wenig Rost anzusetzen.

In der 2. Runde treffen Teams aufeinander, die in der regulären Saison von vier Spielen gegeneinander jeweils zwei gewannen

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