Draisaitl

Nach dem Playoff-Aus gegen die Anaheim Ducks beginnt bei Leon Draisaitl und den Edmonton Oilers die Saisonanalyse. „Es gibt immer viele Lehren, die man aus einer Saison ziehen kann. Aber ich denke, die wichtigste Lehre für uns ist, dass man im Verlaufe einer regulären Saison lernen muss, mit bestimmten Spielsituationen und Saisonphasen umzugehen. Und ich glaube nicht, dass uns das in dieser Saison gelungen ist“, sagt Draisaitl.

„Es gab viele Spiele, die wir zwar gewonnen haben, aber nicht auf die richtige Art und Weise. Man lernt im Verlaufe einer Saison, wie man Siegesserien über drei oder sechs Spiele hinlegt oder wie man Spiele mit 3:1 gewinnt. Aber wir haben irgendwie den Überblick darüber verloren, wie man es richtig macht.“

Ducks 4, Oilers 2

Klicke hier um alle aktuellen Nachrichten und Videos der Serie Oilers gegen Ducks zu sehen

Die Formkurve der Oilers zeigt nach unten. In den vergangenen beiden Jahren scheiterten die Oilers erst im Finale um den Stanley Cup an den Florida Panthers. Nun sind sie bereits in der Ersten Runde ausgeschieden. Dabei ist es das große Ziel von Draisaitl und der Organisation, endlich eine Meisterschaft zu gewinnen. „Das bereitet mir Sorgen“, gibt er zu, als er auf die Situation angesprochen wird. Eine erfolgreiche Mannschaft müsse auch in schwierigen Phasen „ruhig und sicher bleiben. Das haben wir in diesem Jahr nicht geschafft. Das hat sich jetzt bereits in der Ersten Runde gezeigt.“

Draisaitl führt fort: „Ich bin besorgt, weil wir uns nicht in die richtige Richtung entwickeln. Wir haben einen großen Rückschritt gemacht. Wir müssen das in den Griff bekommen und wieder in die richtige Richtung gehen.“ Die Oilers haben mit Draisaitl und Connor McDavid zwei der besten Spieler der Welt in ihren Reihen. Doch speziell in dieser Saison schien es so, als würde es der Mannschaft an Tiefe fehlen.

2024 hatten die Oilers „die beste Mannschaft“

Draisaitl erklärt, was eine erfolgreiche Mannschaft ausmacht: „Als wir das bislang beste Team hatten, nämlich im Jahr 2024, hat jeder eine wichtige Rolle gespielt. Das ist die beste Mannschaft gewesen, die wir je hatten. Jeder hat so eine wichtige Rolle gespielt. Und das brauchst du, um zu gewinnen. Natürlich müssen Spieler wie Connor, Bouchard und ich den Unterschied ausmachen, wenn es darauf ankommt. Wir müssen im Alltag den Ton angeben und Führung übernehmen. Aber am Ende des Tages sind wir kein Dreier-Team oder Vierer-Team. Jeder muss wichtig sein und auch wichtig sein wollen. Ich denke, das ist etwas, was wir uns nächste Saison vornehmen sollten.“

Auch für Draisaitl selbst verliefen die vergangenen Wochen nicht ideal. Er fiel verletzungsbedingt etwa einen Monat aus, ehe er sich für die Playoffs zurückmeldete. Der Kölner gibt allerdings zu, dass ihn die Verletzung weiter beeinträchtigte. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich den Schwung hatte, den ich gerne gehabt hätte oder normalerweise habe. Es fühlte sich gut genug an, um in einigen Situationen etwas zu bewirken. Aber sicherlich nicht zu 100 Prozent.“

Dabei kann sich Draisaitl eigentlich die geringsten Vorwürfe machen. Mit 10 Punkten (3 Tore, 7 Assists) war er in den Playoffs der Top-Scorer seiner Mannschaft. Allerdings nennt er auch Defizite in seinem Spiel: „Ich war in der gesamten Saison mit meiner Defensivleistung nicht zufrieden.“

ANA@EDM, GM 5: Draisaitl fälscht einen Schuss von Bouchard zum 3:0 ab

Nun steht erst einmal die Regeneration im Vordergrund. An der Weltmeisterschaft wird Draisaitl daher nicht teilnehmen, wie DEB-Sportvorstand Christian Künast bei „Magentasport“ erklärte: „Er war zuletzt nie einhundert Prozent fit. Er braucht die Pause, die Gesundheit geht vor.“

Draisaitl dürfte wissen, dass das Titelfenster der Oilers sich schließen könnte, wenn nicht in naher Zukunft der große Erfolg gelingt. Der Vertrag von Draisaitl gilt zwar bis 2033, der von McDavid allerdings nur bis 2028. „In welcher Welt hat man den besten Spieler der Welt im Team und will nicht gewinnen? Er hat noch zwei Jahre Vertrag. Wir müssen uns jetzt deutlich verbessern“, fordert Draisaitl.

McDavid spielte trotz Fraktur

Auch McDavid war in den Playoffs nicht richtig fit, wie Trainer Kris Knoblauch zugab. Der Kanadier spielte trotz eines Bruchs „rund um den Fuß und den Knöchel“. Draisaitl sagt dazu: „Ich denke, wir alle haben das gesehen. Sein großer Vorteil ist die Geschwindigkeit und seine Angriffsart. Er ist immer noch gefährlich. Er ist immer noch fantastisch. Aber wir alle haben gesehen, dass es ihm einen Schritt gekostet hat.“

McDavid bestätigte die Verletzung: „Das ist natürlich nicht leicht und echt blöd. Aber jeder kämpft sich mit so etwas durch. Wir müssen einen Weg finden, besser zu werden. Das haben wir nicht geschafft. Ich habe das nicht geschafft.“ Er stimmt Draisaitl zu, „dass die Organisation als Ganzes einen Schritt zurückgemacht hat. Das fängt bei mir an, das fängt bei Leon an. Wir alle können und müssen besser werden.“

Verwandte Inhalte