In der 2. Runde treffen Teams aufeinander, die in der regulären Saison von vier Spielen gegeneinander jeweils zwei gewannen

In der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 kommt es zu einem hochklassigen Duell zwischen der Colorado Avalanche und den Minnesota Wild. Spiel 1 steigt am Sonntag (9 p.m. ET; Montag, 3 Uhr MESZ) in der Ball Arena in Denver.

NHL.com/de blickt auf die Best-of-7-Serie voraus…

Der Weg in die Zweite Runde

Colorado hatte kaum Mühe in der Ersten Runde und sweepte die Los Angeles Kings (Serie: 4:0). Nachdem die Ergebnisse in den Heimspielen noch recht knapp waren (2:1, 2:1 n.V.), machte es die Avalanche in L.A. deutlicher (4:2, 5:1).

Minnesota ging als Sieger der Monster-Serie gegen die Dallas Stars hervor und setzte sich in sechs Spielen durch (Serie: 4:2). Dabei spielten die Wild schon deutlich mehr Hockey auf höchstem Niveau und konnten zwei Auswärtsspiele stehlen (6:1, 2:4, 3:4 n.2.V., 3:2, 4:2, 5:2). Die Mannschaft aus den Twin Cities dürfte also bereits voll auf Betriebstemperatur sein.

DACH-Spieler

Für Minnesota kam der deutsche Center Nico Sturm in drei von sechs Playoff-Spielen zum Einsatz. Dass der 30-jährige Augsburger nicht gesetzt ist, spricht für die große Tiefe im Wild-Kader. Der zweifache Stanley Cup Champion (2022 mit der Colorado Avalanche, 2025 mit den Florida Panthers) kam in den Spielen 3, 4 und 6 in der vierten Reihe zum Einsatz und sammelte dabei zwei Assists (0-2-2). Bei im Schnitt 9:46 Minuten Eiszeit pro Partie kommt der 1,91 Meter große Linksschütze zudem auf einen Plus-Minus-Wert von +1, acht Checks und einen Block. Der Unterzahl- und Faceoff-Experte muss sich ausgerechnet am Bully-Punkt noch steigern (37,5 Prozent gewonnene Faceoffs), wobei er phasenweise auch auf dem Flügel eingesetzt wurde.

sturm

Stürmer

Die beste Offensive der regulären Saison (3,63 Tore/Spiel) schlug in den Playoffs bislang noch nicht ganz so stark durch (3,25 Tore/Spiel, 6.). Außerdem gab Colorado pro Spiel 30,8 Torschüsse ab (5.). Das Powerplay ist aus unerklärlichen Gründen die große Schwachstelle der Avalanche (9,1 Prozent, 13.) und gab auch in der Hauptrunde schon Rätsel auf (17,1 Prozent, 27.). Besonders produktiv war die erste Reihe um Artturi Lehkonen (2-2-4, +5), Nathan MacKinnon (2-2-4, +4) und Martin Necas (0-2-2, +4) sowie die dritte Linie mit Gabriel Landeskog (2-2-4, +4), Nazem Kadri (0-2-2, +4) und Nicolas Roy (2-1-3, +5). Dagegen war die zweite Formation mit Ross Colton (0-0-0), Brock Nelson (1-0-1) und Valeri Nichushkin (0-0-0) noch kein Faktor.

COL@LAK, Sp 4: MacKinnon mit seinem ersten Tor der Serie

Minnesota wies Scoring-Touch in der Spitze und der Tiefe nach. 3,83 Tore/Spiel (T-2.), 30,3 Torschüsse/Spiel (7.) und 16 Prozent Powerplay (7.) stellen überzeugende Team-Werte da. Individuell ragten Matt Boldy (6-3-9, +8, 1 GWG), Kirill Kaprizov (2-7-9, +11, 1 GWG), Joel Eriksson Ek (3-2-5, +7) und Mats Zuccarello (1-4-5) heraus. 13 von 14 eingesetzten Stürmern - außer Danila Yurov - sammelten bislang mindestens einen Punkt und sorgten so für Secondary Scoring. Die Wild können neun unterschiedliche Torschützen vorweisen. Hinzu kommt eine physische Komponente, denn zehn Angreifer wiegen über 90 Kilogramm.

Verteidiger

Colorado verfügt über mobile, spielstarke und torgefährliche Verteidiger sowie mit Cale Makar (2-0-2, elf Blocks) über den vielleicht besten Abwehrspieler der Welt. Die Avalanche-Blueliner zeichneten bislang für 23,1 Prozent der Playoff-Tore (4.) sowie 29 Prozent der Playoff-Punkte (4.) verantwortlich. Makar und Devon Toews (1-2-3) sind ein seit Jahren eingespieltes Verteidiger-Tandem, das sich blind versteht. Mit Josh Manson (1,90 Meter, 99 Kilogramm, zehn Checks, ein Block), Brent Burns (1,95 Meter, 104 Kilogramm, fünf Checks, zwei Blocks) und Brett Kulak (1,88 Meter, 87 Kilogramm, zwei Checks, 14 Blocks) kann die Avalanche auch körperlich dagegenhalten. Im Schnitt blockte kein Playoff-Team bislang mehr Schüsse als Colorado (19,1 Blocks/60 Minuten).

Auf der anderen Seite muss sich das Top-Paar bestehend aus Quinn Hughes (2-6-8, +9, ein GWG) und Brock Faber (3-3-6, +11, elf Blocks) nicht verstecken. Insbesondere der während der Saison verpflichtete Hughes wurde zum erhofften Unterschiedsspieler. Allerdings ist Minnesota in Sachen Blueliner-Scoring recht abhängig von diesem Duo, denn alle anderen fünf eingesetzten Abwehrspieler bringen es zusammen auf nur drei Assists (0-3-3). Dafür sind Verteidiger wie Zach Bogosian (1,88 Meter, 101 Kilogramm, sieben Checks, acht Blocks), Jake Middleton (1,90 Meter, 99 Kilogramm, sieben Checks, zehn Blocks) oder Jonas Brodin (1,85 Meter, 89 Kilogramm, 14 Blocks) sehr unangenehme Gegenspieler.

DAL@MIN, Sp6: Hughes holt mit seinem zweiten Tor die Führung zurück

Torhüter

Bei der Avalanche hat sich Scott Wedgewood gegen Mackenzie Blackwood als Playoff-Starter herauskristallisiert und zeigte in der Ersten Runde ansprechende Leistungen mit 1,21 Gegentoren/Spiel und 95 Prozent Fangquote. Der 33-jährige Kanadier beschreitet aktuell erst seinen vierten Playoff-Run - und den ersten als Nummer 1.

Dass Jesper Wallstedt die Zukunft gehört, war schon im NHL Draft 2021 klar, als ihn die Wild in der 1. Runde an 20. Stelle auswählten. Für den 23-jährigen Schweden ist die Zukunft aber schon jetzt: Der wendige und oftmals aggressiv gegen den Schützen spielende 1,91-Meter-Mann hat sich gegen Landsmann Filip Gustavsson durchgesetzt und zahlte das Vertrauen mit starken Auftritten zurück. Gegen einen Top-Gegner wie die Dallas Stars kam Wallstedt auf einen Gegentorschnitt von 2,05 und eine Fangquote von 92,4 Prozent.

Colorado kommt weiter, wenn…

…wenn es seine Scoring-Last auf mindestens eine weitere Reihe verteilt und einen Weg findet, das eigene Powerplay zum Laufen zu bringen.

Minnesota kommt weiter, wenn…

…Wallstedt sein Formhoch konserviert und die Wild es schaffen, die Avalanche als Verbund zu verteidigen und zu attackieren.

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