Boston (45-27-10; 100 Punkte) hatte sich für viele überraschend und dank eines neuen Defensiv-Systems unter Sturm über den ersten Wildcard-Platz in der Eastern Conference für die Playoffs qualifizieren können. Der offensivstarke Atlantic-Division-Primus Buffalo (50-23-9; 109 Punkte) erwies sich aber als eine Nummer zu groß.
Die Gründe für das Aus
Insbesondere die Heimschwäche brach den Bruins das Genick: Alle drei Playoff-Partien auf heimischem Eis im TD Garden gingen verloren (1:3, 1:6, 1:4). Ein Torverhältnis von 3:13 vor eigenem Publikum zeugte davon, dass das eigene Defensivsystem ausgerechnet zu Hause nicht aufging, während die Offensive harmlos blieb. In der gesamten Serie lag Boston nur 7:32 Minuten auf Heim-Eis in Führung. Das ist insbesondere deshalb unerklärlich, weil die Bruins in der regulären Saison mit einer 29-11-1-Bilanz und 59 Punkten das zweitbeste Heim-Team der gesamten NHL waren.
„Das ist nicht akzeptabel“, stellte Abwehrchef Charlie McAvoy klar. „Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Wir können über ein wichtiges Spiel sprechen und wie sehr wir uns darauf freuen, aber aus irgendeinem Grund waren wir in dieser Saison zu Hause überragend, aber genau dann nicht, wenn es am meisten gezählt hat. Ich weiß nicht, ob es an der Reife liegt. Wir waren einfach noch nicht bereit, ins Detail zu gehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber sie waren uns alle drei Male (im TD Garden) einen Schritt voraus.“
Ein weiterer Knackpunkt war, dass das Defensivsystem gegen die Sabres nur in zwei von sechs Spielen anschlagen sollte. Mit durchschnittlich 3,33 Gegentoren/Spiel (12.) kassierte Boston einfach zu viele Gegentore. 15 Gegentore bei 5-gegen-5 (14.) sprechen eine deutliche Sprache. Zudem wurde der grundsolide Torwart Jeremy Swayman (2,91 Gegentore/Spiel, 90,6 Prozent Fangquote) zu wenig entlastet (31,7 gegnerische Torschüsse/Spiel, 14.). Mit 123 Strafminuten waren die Bruins das undisziplinierteste Team, hatte mit 95,8 Prozent im Penalty Killing aber auch das beste Unterzahlspiel. Das heißt: Die Verteidigung schwächelte bei Gleichzahl.
Als in diesen Momenten die Offensive einspringen musste, kam zu wenig dabei herum. Gerade einmal 2,0 Tore/Spiel (13.), 25,2 Torschüsse/Spiel (15.) und ein Powerplay mit 12,5 Prozent (11.) waren keine wirkliche Hilfe.
Boston gelang kein einziges Verteidiger-Tor (0-8-8). Nur neun Stürmer tauchten auf dem Scoreboard auf. Die Leistungsträger David Pastrnak (3-4-7, 1 GWG) und Morgan Geekie (2-2-4) lieferten ab, dahinter aber fehlte es an Secondary Scoring. Pavel Zacha (1-2-3; 1 GWG), Elias Lindholm (2-0-2) und Casey Mittelstadt (0-2-2) blieben hinter den Erwartungen zurück. Viktor Arvidsson (2-0-2) verletzte sich in Spiel 4. Abwehr-Kante Nikita Zadorov spielte trotz eines Innenbandrisses im Knie alle sechs Partien.