Charaktertest erfolgreich bestanden: So könnte das Fazit für die Philadelphia Flyers nach dem 4:3-Sieg gegen die New York Islanders am Donnerstag lauten. Zwar verspielte das Team von Trainer Alain Vigneault im letzten Drittel eine 3:0-Führung. Doch nach dem Ausgleich der Hausherren mit drei Toren innerhalb von wenigen Minuten waren es die Gäste, die den Schlusspunkt auf Long Island setzten und sich die zwei Zähler im Nassau Coliseum sicherten.
Flyers bestehen Charaktertest gegen die Islanders
Einen Tag nach dem Desaster bei den Rangers erkämpft sich Philadelphia zwei wichtige Punkte in New York
Dieser Erfolg war für die Flyers enorm wichtig, weil die Begegnung am Abend zuvor noch in einem Desaster für Philadelphia geendet hatte. Mit 0:9 gingen sie im Madison Square Garden gegen die New York Rangers unter und zerfielen dabei sportlich in ihre Einzelteile.
Tags darauf widersetzten sich die Flyers dem abermals einsetzenden Abwärtstrend in der Endphase des Spiels erfolgreich. Sie trafen kurz vor der Schlusssirene zum Sieg und fuhren so wichtige Zähler im Kampf um einen der ersten vier Plätze in der MassMutual East Division ein.
Ausgerechnet Oskar Lindblom (vier Tore, fünf Assists aus 24 Spielen) war es, der mit zwei Treffern entscheidenden Anteil am Erfolg gegen die Islanders hatte. Fürs Spiel am Vortag hatte ihn Coach Vigneault noch aus dem Kader gestrichen, um ihm eine Verschnaufpause zu verschaffen.
"Es geht darum, dass wir uns da draußen möglichst frisch fühlen und uns gut präsentieren", sagte Lindblom. "Heute habe ich mich gut gefühlt und ich denke, unsere Reihe (Lindblom, Konecny, Giroux - d. Red.) und unser ganzes Team haben großartig gespielt. Ein Spiel zu gewinnen, ist das Einzige, was am Ende wirklich zählt." Der Flügelstürmer erzielte den entscheidenden Treffer mit 2:22 Minuten Restzeit auf der Uhr.
Wären die Punkte hingegen an die Islanders gegangen, würde man in Philadelphia sicherlich über eine veritable Krise sprechen. Stattdessen geht die Mannschaft mit viel Schwung und frischem Selbstvertrauen in die kommenden Aufgaben. In den beiden anstehenden Duellen sind wiederum die Islanders der Gegner. Zum nächsten Aufeinandertreffen zwischen beiden Kontrahenten kommt es am Samstag in New York (7 p.m. ET; NHL.tv; So. 0 Uhr MEZ).
Neben dem umjubelten Siegtorschützen glänzten beim Gewinner insbesondere Travis Konecny, dem drei Torvorlagen gelangen, und Torhüter Carter Hart mit 22 Rettungstaten.
Lindblom sorgte nach einem torlosen ersten Drittel, in dem keines der beiden Teams einen Fehler machen wollte, in der 23. Minute für die Gästeführung. Es war sein erstes Tor seit 15. Januar. Claude Giroux erhöhte in der 31., Minute auf 2:0, bevor Jakub Voracek die zuletzt arg strapazierten Nerven der Flyers mit dem 3:0 in der 35. Minute weiter beruhigte. Wie eindeutig die Kräfteverhältnisse in den zweiten 20 Minuten auf dem Eis waren, zeigte das Torschussverhältnis von 12:5 zugunsten von Philadelphia.
Für die Flyers war dies ein positives Signal, nachdem die Mannschaft am Mittwoch gegen die Rangers wenige Kilometer weiter in Manhattan im zweiten Abschnitt sieben Treffer kassiert hatte. Diesmal blieben die Flyers in dieser Phase nicht nur ohne Gegentor, es gelangen ihnen sogar selbst drei Erfolgserlebnisse.
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Für die positive Entwicklung machte Vigneault in erster Linie den Doppeltorschützen Lindblom verantwortlich. "Er sah heute Abend in seinen Aktionen sehr gut aus und ist viel gelaufen. Hoffentlich ist das der Anfang von etwas wirklich Positivem für ihn und unser Team. Ein Lindblom in Topform ist für uns sehr wichtig. Vielleicht hat ihm diese kleine Pause die mentale und physische Hilfe gegeben, die er brauchte", sagte der Trainer.
Um ein Haar hätte Vigneault die Lobeshymne auf den in den Kader zurückbeorderten Stürmer gar nicht halten können. Seine Mannschaft lief in der Endphase nämlich akut Gefahr, den Erfolg aus den Händen zu geben. Michael Dal Colle (48.), Sebastian Aho (54.), dem sein erster Treffer in der NHL seit dem 7. Januar 2018 gelang, und Oliver Wahlstrom (55.) egalisierten den Spielstand innerhalb weniger Minuten und stellten die psychische Verfassung der Flyers gewaltig auf die Probe.
Doch die Mannschaft brach nicht zusammen, sondern gab durch Lindbloms zweiten Treffer die aus ihrer Sicht passende Antwort auf diese Herausforderung. Entsprechend groß war nach der Partie die Erleichterung.

















