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Alex Ovechkin ist der Mann der Stunde

Washingtons Teamkapitän könnte der entscheidenden Mann in der Serie gegen die Penguins werden

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

67 Sekunden standen noch auf der Uhr, 3:3 lautete der Spielstand in der PPG Paints Arena in Spiel 3 der Eastern Conference Zweitrundenserie zwischen den Pittsburgh Penguins und den Washington Capitals. Es lag in der Luft, dass diese Partie zwischen den beiden besten Mannschaften der Metropolitan Division erst in der Verlängerung entschieden werden würde, doch die Rechnung sollte nie ohne einen Alex Ovechkin aufgemacht werden. Washingtons Teamkapitän hatte in den drei Partien seines Teams zuvor jeweils getroffen und in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen weiteren Pfeil im Köcher.

Nicklas Backstrom fing im eigenen Drittel die Scheibe nach einem Fehlpass von Penguins Verteidiger Olli Maata ab, machte sich auf den Weg in Richtung gegnerisches Tor und brachte die Scheibe von links zu dem mitgelaufenen Ovechkin. Kris Letang streckte sich vergeblich, um den Pass auf die Nummer 8 der Capitals zu verhindern und diese ließ sich nicht zweimal bitten. Zunächst setzte Ovechkin den Puck neben Pens Schlussmann Matt Murray an den rechten Innenpfosten, doch im Nachsetzen versenkte er die schwarze Hartgummischeibe aus der Luft nehmend ins Netz.

Manch einer hätte vielleicht schon beim ersten Versuch die Arme zum Torjubel hochgerissen, in der Annahme ein Tor erzielt zu haben, und sich damit, um die Chance zum Nachschuss gebracht.

 

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"Es war die richtige Entscheidung, das nicht zu tun. Ich habe weitergespielt und hatte Glück. Das war ungemein wichtig", freute sich Ovechkin über sein achtes Tor in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, gar Millimeter, die für den Ausgang einer Partie oder sogar eine Serie verantwortlich sind. Hätte Ovechkin den Puck nur etwas weiter nach rechts gesetzt, wäre er nach vorne abgeprallt und für ihn unerreichbar gewesen. Häufig kommt es vor, dass ein sich streckender Torwart bei einer solchen Aktion noch die Scheibe abfangen oder nach außen ablenken kann. Beides war in dem wichtigen Spiel 3 nicht der Fall gewesen und die Capitals liegen in der Best-of-7 Serie mit 2:1 in Front.

Es schaut ganz danach aus, als könnte Ovechkin der entscheidende Mann dieses jungen Playoff-Klassikers werden. Acht Tore in den ersten neun Playoff-Partien hatte in der Teamgeschichte der Capitals zuletzt Dino Ciccarelli 1990 erzielt. Im gleichen Jahr stellte John Druce mit neun Treffern die noch immer gültige Franchisebestmarke auf. In den 23 Playoff-Begegnungen seiner Karriere mit den Penguins zeichnete sich Ovechkin 15 Mal als Torschütze aus. Zum zweiten Mal nach dem 4. Mai 2009 gelang ihm ein Game Winner gegen die Pens. Im damaligen Conference Halbfinale behielt am Ende Pittsburgh mit 4:3 Siegen die Oberhand, ebenso wie in den vergangenen zwei Jahren (2016 4:2, 2017 4:3).

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Ovechkin und seine Capitals haben also noch eine Rechnung mit dem amtierenden Stanley Cup Champion offen, die sie nun unbedingt begleichen möchten. Noch stehen mindestens zwei Partien aus, doch der 32-jährige Linksaußen hat bereits das Portemonnaie gezückt.

Er hat ein großartiges Gespür für solche Situationen, ist voller Dynamik und er hat das Können. Er ist zur Stelle, wenn es in entscheidenden Situationen darauf ankommt. Das war ein Weltklasse-Tor", hielt sich auch Washingtons Cheftrainer Barry Trotz nicht mit Lob über einen der besten Eishockeyspieler auf diesem Planeten zurück.

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