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Die Winnipeg Jets haben ihr Heimspiel gegen die Minnesota Wild am Mittwochabend im Canada Life Centre zwar mit 2:4 verloren, doch trotzdem lebt die Hoffnung auf eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs, die insbesondere vom Schweizer Neuzugang Nino Niederreiter befeuert wird. Formstarke Wild bangen derweil um ihren Superstar Kirill Kaprizov.

Fleury spielt das Zünglein an der Waage
Mangelndes Engagement konnte man den Jets an diesem Abend wirklich nicht vorwerfen: Winnipeg gab 48 Torschüsse ab, biss sich aber die Zähne an der Wild-Defensive (25 geblockte Schüsse) sowie an Goalie Marc-Andre Fleury (46 Saves, 95,8 Prozent Fangquote) aus.
"Unser Torwart hat uns das Spiel gewonnen", betonte Wild-Trainer Dean Evason. "Torhüter können groß rauskommen und Flower war heute überragend für uns." Fleury selbst gab das Kompliment an seine Vorderleute weiter: "Die Jungs haben gut verteidigt, die Mitte des Slots gut gedeckt und nur wenige Großchancen zugelassen. Sie haben auch ein paar Schüsse geblockt, Pucks geklärt und vorne ein paar schöne Tore geschossen."
Marcus Foligno (15.), Frederick Gaudreau (28.), Ryan Hartman (29.) und Mason Shaw (60., Empty Net) trafen für Minnesota, das sich einmal mehr als unangenehmer Gegner erwies.
Logan Stanley zum zwischenzeitlichen 1:2 (28.) und der Schweizer Nino Niederreiter zum 2:3 (38.) brachten Winnipeg nahe heran, doch blieb am Ende ein Erfolgserlebnis aus.

MIN@WPG: Niederreiter erzielt seinen 400. NHL-Punkt

"Es war eines unserer besten Spiele in der ganzen Saison", war Jets-Trainer Rick Bowness trotz der Niederlage nicht unzufrieden. "Wir haben das Spiel mit 82 Schussversuchen dominiert. Das haben wir das ganze Jahr nicht geschafft. Fleury war heute ausgezeichnet. Wenn wir so spielen, dann ist es in Ordnung. In manchen Spielen fehlt dir einfach das Puck-Glück, aber mit dem Einsatz sind wir zufrieden."
"Es ist enttäuschend, dass wir verloren haben", sagte dagegen Stanley. "Wir hatten das Gefühl, gut gespielt zu haben und haben viele Dinge gut gemacht. Es gibt aber auch noch eine Menge, an dem wir arbeiten können."
Niederreiter erzielt 400. NHL-Scorerpunkt und macht Hoffnung
Niederreiters Treffer war sein 20. Saisontor und sein 400. Scorerpunkt in seiner NHL-Karriere. Der Schweizer erkannte eine springende Scheibe im gegnerischen Slot als erster und verwandelte kühl.
Der 30-jährige Flügelstürmer aus Chur ist einer der Hoffnungsträger in Winnpeg. Er spielte als Rechtsaußen in der Top-Reihe neben Mark Scheifele und Kyle Connor und erhielt 20:31 Minuten Eiszeit (davon 3:03 im Powerplay; vier Torschüsse, ein Check). Seitdem er am 25. Februar von den Nashville Predators zu den Jets getradet wurde, sammelte er in vier Spielen fünf Punkte (2-3-5) und könnte Winnipeg auch in möglichen Stanley Cup Playoffs mit seiner Erfahrung aus 82 Playoff-Spielen mit 30 Punkten (15-15-30) helfen.

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Jets im Sturzflug - Connor: "Es wird ein großer Kampf"
Bis dahin aber müssen die Jets im wahrsten Sinne des Wortes hochziehen, denn ihre Formkurve zeigte zuletzt steil nach unten: Aus den letzten elf Spielen konnte Winnipeg nur deren zwei gewinnen (2-7-2), verlor sieben der letzten acht Partien (1-5-2) und rutschte in der Tabelle auf den letzten Wildcard-Rang in der Western Conference ab. Noch aber haben die Jets (36-26-3) einen Vorsprung von vier Punkten auf die Calgary Flames (29-23-13) und sechs Zähler auf die Nashville Predators (31-23-7).
"Es wird ein großer Kampf", glaubt Winnipegs Stürmer Kyle Connor. "Wir werden dranbleiben. Keiner gibt auf, nicht ein einziger Spieler. Auch nicht die Jungs, die nicht in der Aufstellung standen. Wir wissen, dass wir ein gutes Team haben, müssen es nur auf dem Eis zeigen. Wir sind auf einem guten Weg. Die letzten Spiele waren schon viel besser, jetzt wollen wir darauf aufbauen, besser werden und freuen uns auch auf das nächste."
"Wir stehen noch immer auf einem Playoff-Platz und wissen, was uns erwartet", so Bowness. "Wir haben diesen Rang noch nicht verloren und müssen dafür kämpfen, ihn zu behalten."
Formstarke Wild bangen um Superstar Kaprizov
Minnesota hat dagegen seit dem 17. Februar in jedem seiner elf Spiele gepunktet (9-0-2) und kann die zweitlängste Punkteserie der Franchise-Geschichte (ebenfalls elf Spiele zwischen dem 14. November und 5. Dezember 2019; hinter einer Serie von 13 Spielen vom 2. bis 29. Dezember 2016) vorweisen.
Die Wild (37-21-7) sind nun punktgleich mit Central-Division-Spitzenreiter Dallas Stars (34-17-13) und könnten bei gleichbleibender Formstärke brandheiß in die Playoffs starten.
Da würde eine Verletzung von Superstar Kirill Kaprizov so überhaupt nicht ins Bild passen, der Stürmer aber musste das Eis nach einem Check von Stanley verlassen und schien dabei das linke Bein nicht belasten zu können. "Ich war noch nicht in der Kabine, weiß also noch nichts Neues", sagte Evason. "Er konnte aber die Schlittschuhe ausziehen, was hoffentlich ein gutes Zeichen ist."