Lowry Niederreiter Jets

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Winnipeg Jets

Das alles-bestimmende Thema in der Preseason der Winnipeg Jets ist die Zukunft ihres Franchise-Torwarts Connor Hellebuyck. Der 33-jährige US-Amerikaner wurde im NHL Draft 2012 in der 5. Runde an 130. Stelle von Winnipeg gedraftet und fing in jeder seiner bislang elf NHL-Saisons für die Jets.

Die Spielzeit 2025/26, in der der dreimalige Vezina Trophy-Gewinner (Goalie des Jahres 2020, 2024, 2025) sowohl für Winnipeg (57 Spiele, 2,86 Gegentore/Spiel, 89,5 Prozent Fangquote) als auch für das US-Nationalteam bei den Olympischen Spielen 2026 auflief, wird aber wohl die letzte bei den Jets sein.

Der 1,93 Meter große Linksfänger forderte nämlich am 27. August öffentlich einen Trade. „Ich habe versucht, die Situation diskret und respektvoll zu handhaben und dem Verein gleichzeitig Zeit zu geben, seine Optionen zu prüfen“, ließ Hellebuyck über seinen Agenten Ray Petkau verlauten. „Da das Trainingslager näher rückt, hielt ich es für wichtig, meinen Wunsch öffentlich zu bekräftigen. Meine Haltung hat sich nicht geändert. Ich bin überzeugt, dass ein Neuanfang der beste Weg für mich und meine Familie ist.“

Weil Hellebuyck dem Auftakt von Winnipegs Training Camp am 16. September fernblieb, suspendierten ihn die Jets noch am selben Tag. Die Atmosphäre zwischen Klub und Spieler, dessen Vertrag (durchschnittlich 8,5 Millionen US-Dollar) noch bis 2031 läuft, scheint vergiftet. Es ist wohl davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen mehr Bewegung in diese Personalie kommen wird. Bislang jedoch war kein Trade-Angebot interessant genug, um einen der besten Torhüter seiner Zeit (drei Vezina Trophies, zwei Jennings Trophies, eine Hart Trophy) ziehen zu lassen.

Ähnliches: Winnipeg Jets suspendieren Connor Hellebuyck

Stand heute ist der im Sommer akquirierte Stuart Skinner die neue Nummer 1. In der Vorbereitung konkurrieren Thomas Milic (23), Domenic DiVincentiis (22), Isaac Poulter (25) und Alex Worthington (21) um die Rolle des Interims-Backups und der künftigen Nummer 3. Sollte Hellebuyck transferiert werden, ist davon auszugehen, dass sich General Manager Kevin Cheveldayoff im Gegenzug zwangsläufig einen neuen Starter sichern muss und wird.

Ansonsten wollte der GM auf ein bestehendes Gerüst bauen und verstärkte den Kader punktuell in der Tiefe mit den Abwehrspielern Mario Ferraro, Henry Thrun sowie Angreifer Noah Gregor.

Allerdings könnten viele Talente den Sprung in die Aufstellung zum Auftakt schaffen. Der frisch-gedraftete Stürmer Viggo Björk (18) wurde im NHL Draft 2026 an 8. Stelle ausgewählt und gilt als der ultimative „Steal“ dieses Jahrgangs, dem ein direkter Einstieg in die Middle-Six-Reihen (zweite oder dritte Linie) zuzutrauen ist. Brad Lambert (22; Draft 2022, 1. Runde, 30. Stelle) und Isak Rosen (23; Draft 2021, 1. Runde, 14. Stelle) wurden in den letzten Jahren behutsam in der AHL aufgebaut und scheinen nun bereit für eine Bottom-Six-Rolle (dritte oder vierte Reihe) in der NHL zu sein. Sie fordern Jungs wie Cole Koepke oder Gregor heraus.

Top-5-Tore der Jets in der Saison 2025/2026

In der Verteidigung schwelt der Konkurrenzkampf um die Plätze im dritten Paar. Hier heißt Elias Salomonsson (22; Draft 2022, 2. Runde, 55. Stelle) der junge Herausforderer, der als mobiler Rechtsschütze neben Neuzugang Ferraro auflaufen könnte. Haydn Fleury, Jack St. Ivany und Thrun aber haben auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Native Outlook: Die DACH-Spieler der Jets

Der Schweizer Power Forward Nino Niederreiter geht in seine 16. NHL-Saison und steht unmittelbar davor, die Schallmauer von 500 Scorerpunkten zu durchbrechen (1030 Spiele, 248-251-499). Der 34-Jährige aus Chur befindet sich in seinem letzten Vertragsjahr und möchte sich für ein weiteres NHL-Engagement empfehlen. Zuletzt bekleidete der 1,88 Meter große und 99 Kilogramm schwere Linksschütze die Rolle des Flügelstürmers in der dritten Reihe. Die Saison 2025/26 schloss Niederreiter mit 61 Spielen und 19 Scorerpunkten (8-11-19) ab. Er vertrat die Nati bei den Olympischen Spielen (fünf Spiele, 1-0-1) und der Heim-WM (zehn Spiele, 2-3-5).

Schau dir die besten Tore von Nino Niederreiter aus dieser Saison an

Voraussichtliche Aufstellung

Kyle Connor - Mark Scheifele - Gabriel Vilardi
Cole Perfetti - Adam Lowry - Viggo Björk
Nino Niederreiter - Vladislav Namestnikov - Brad Lambert
Alex Iafallo - Morgan Barron - Isak Rosen

Josh Morrissey - Dylan DeMelo
Dylan Samberg - Neal Pionk
Mario Ferraro - Elias Salomonsson

Stuart Skinner
Thomas Milic

Extras: Connor Hellebuyck*, Haydn Fleury, Jack St. Ivany, Henry Thrun, Noah Gregor, Cole Koepke

\*suspendiert

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Viggo Björk (C) - Viele Experten ziehen Parallelen zwischen Björk (8. Pick) und Ivar Stenberg (2. Pick, San Jose Sharks), den beiden schwedischen Juwelen im NHL Draft 2026. Auch Björk ist ein hochintelligenter Spielmacher und Offensivmotor, der vor Spielfreude sprüht. Der 1,75 Meter große Rechtsschütze macht fehlende Körpergröße mit Laufeinsatz wett und wusste schon als 17-Jähriger im Herren-Bereich zu begeistern. Nachweise dafür lieferte er bei Djurgårdens IF (42 SHL-Spiele, 6-9-15) sowie bei den Tre Kronor, Schwedens Nationalmannschaft (acht WM-Spiele, 1-5-6). Der mittlerweile 18-Jährige aus Stockholm ist erstaunlich reif für sein Alter und dürfte Winnipeg in den nächsten Jahren enorm viel Spaß bereiten. Knüpft Björk an eine dominante Vorsaison an, könnte er ein X-Faktor für die Kanadier werden.

Viggo Bjorck

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Das Thema Hellebuyck muss schnellstmöglich geklärt werden. Danach ist eine Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs das große Ziel für die Mannschaft aus Manitoba. Der Kern ist eingespielt, der Kader verfügt über eine gute Tiefe, zudem bringen Verteidiger Josh Morrissey sowie die Stürmer Mark Scheifele, Kyle Connor oder Gabriel Vilardi auch Qualität in der Spitze mit. Doch die Konkurrenz - insbesondere in der starken Central Division - schläft nicht. Schon 2025/26 wurde die Postseason verpasst (35-35-12; acht Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Spot in der Western Conference). Die Playoff-Quali wird alles andere als ein Selbstläufer. Erst recht, wenn der Goalie-Gigant der letzten Jahre wegbrechen würde.

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