Das Beste der New Jersey Devils

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.

In der heutigen Ausgabe: New Jersey Devils
Die New Jersey Devils haben in der Offseason einen Königstransfer gelandet: Mit Ondrej Palat unterschrieb ein vierfacher Stanley Cup Finalist und zweifacher Stanley Cup Champion für fünf Jahre und 30 Millionen US-Dollar (im Schnitt 6,0 Mio. p.a.). Mit seiner Qualität und Erfahrung soll der 31-jährige Tscheche die Devils zurück in die Stanley Cup Playoffs führen.

TBL@COL, Sp5: Palat zur 3:2-Führung der Lightning im

Seine bisherige NHL-Karriere verbrachte Palat bei den Tampa Bay Lightning. Der erst spät beim NHL Draft 2011 in der 7. Runde an insgesamt 208. Stelle ausgewählte Flügelstürmer hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der Top-Spieler in der Liga entwickeln. Der 1,83 Meter große und 88 Kilogramm schwere Linksschütze bringt ein starkes Gesamtpaket mit: Er ist schnell, körperlich robust, arbeitet hart, hat eine gute Übersicht, spielt smarte Pässe und besitzt einen Torriecher. Nicht ohne Grund war er in Tampa immer eine harmonische Ergänzung zu den Stars in den Top-6-Reihen.
Palat bringt eine Menge Erfahrung mit. In bislang zehn NHL-Saisons erzielte er in 628 Spielen 423 Scorerpunkte (143 Tore, 280 Assists). Hinzu kommen acht Playoff-Teilnahmen mit 138 Partien und 94 Punkten (48 Tore, 46 Assists). Dabei erreichte der Stürmer gleich viermal das Stanley Cup Finale: 2015 (2:4 in der Serie gegen die Chicago Blackhawks) sowie 2022 (2:4 gegen die Colorado Avalanche) blieb der ganz große Wurf aus. 2020 (4:2 gegen die Dallas Stars) und 2021 (4:1 gegen die Montreal Canadiens) aber kürte sich Palat zum Stanley Cup Champion.
Reguläre Saison 2021/22: 27-46-9, 7. Platz in der Metropolitan Division
Stanley Cup Playoffs 2022: nicht qualifiziert
Trainer: Lindy Ruff, 3. Saison
Top-Zugänge: F Ondrej Palat, F Erik Haula, D John Marino, D Brendan Smith, G Vitek Vanecek,
Top-Abgänge: D Ty Smith, D P.K. Subban, F Pavel Zacha
Genau diese Erfahrung und Qualität wollten die Devils im Sommer unbedingt ihrem Kader hinzufügen. "Wir haben einen Top-6-Flügelstürmer gebraucht, der zu unseren Top-2-Centern passt. Den haben wir mit Ondrej Palat gefunden", erklärte New Jerseys General Manager Tom Fitzgerald. "Er ist ein Champion, der führen kann, der weiß, wie man gewinnt, der jungen Spielern zeigen kann, wie man dahin kommt, wo wir hinmöchten. Palat versteht, was es heißt, eine reguläre Saison so zu spielen, um am Ende in die Playoffs zu kommen. Er weiß um die Details, die es braucht, um eine Siegermentalität zu entwickeln. Er stand deshalb ganz oben auf meiner Liste."
Die Devils verfügen über einen sehr jungen und hochtalentierten Kern: Die voraussichtlichen Top-6-Stürmer Nico Hischier (23 Jahre), Jack Hughes (21), Jesper Bratt (24), Yegor Sharangovich (24) und Dawson Mercer (20) sind im Schnitt gerade einmal 22,4 Jahre alt. Die Präsenz eines führungsstarken Veteranen wie Palat (31) hat somit auch in Sachen Altersstruktur einen hohen Wert.

Hughess Top 5 Tore in 2021/22

"Wir freuen uns auf die Entwicklungsschritte, die unsere jüngeren Spieler noch gehen werden. Sie werden bestimmt nicht schlechter, sondern noch viel besser, stärker und erfahrener", so Fitzgerald. "Es ist eine spannende Zeit für die New Jersey Devils."
Begeistert sein dürfte auch Kapitän Hischier. Der Schweizer könnte in der Top-Reihe mit Palat sowie New Jerseys Vorjahres-Top-Scorer Bratt auflaufen. Anhand der Statistiken aus der zurückliegenden Spielzeit käme das Trio um Hischier (21-39-60), Bratt (26-47-73) und Palat (18-31-49) kumuliert auf 182 Scorerpunkte.

Hischiers Top 5 Tore in 2021/22

"Es ist fantastisch", freut sich Palat auf das neue Kapitel bei den Devils. "Am Anfang war ich traurig, dass ich Tampa nach zehn Jahren verlassen musste. Als ich bei New Jersey unterschrieben habe, war das nicht mehr der Fall: Ich freue mich darauf, zur Mannschaft zu stoßen und in die Saison zu starten."
Für die anstehende Spielzeit 2022/23 hoffen die Devils auf die langersehnte Rückkehr in die Stanley Cup Playoffs. Nur ein einziges Mal in den letzten zehn Jahren schaffte New Jersey die Qualifikation für die Postseason. Vier Jahre in Folge hatte das Team aus Newark jüngst bereits nach der regulären Saison Sommerpause. Um diese Durststrecke zu beenden, überließ Fitzgerald nichts dem Zufall und ging neben der Verpflichtung von Palat noch weitere Baustellen an.
Mit Erik Haula (31) akquirierte der GM einen weiteren erfahrenen Spieler. Der Finne ist ein mobiler Mittelstürmer und hat neun NHL-Saisons (534 Spiele, 112-128-240) und acht Playoff-Runs (61 Spiele, 12-18-30) in seiner Vita stehen und drang 2018 mit den Vegas Golden Knights bis ins Stanley Cup Finale vor (1:4 gegen die Washington Capitals). Bei den Devils dürfte er als Center die dritte Reihe aufwerten.
Für die Verteidigung wurden John Marino (25) und Brendan Smith (33), für die Achillesferse im Tor Vitek Vanecek (26) verpflichtet. Dieses Trio soll für die dringend benötigte Stabilität in der Defensive sorgen.
Nachhaltige Wirkung soll zudem der neue Assistenztrainer Andrew Brunette erzielen, der zuvor erfolgreich als Interimslösung bei den Florida Panthers gearbeitet hatte und nun Devils-Cheftrainer Lindy Ruff unterstützen und sich um das Powerplay kümmern wird.
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