Erik-Karlsson-Creative-Day

Durch einen der spektakulärsten Trades dieses Sommers kam Star-Verteidiger Erik Karlsson im August von den San Jose Sharks zu den Pittsburgh Penguins. An neuer Wirkungsstätte soll der 33-jährige Schwede, den einst die Ottawa Senators im NHL Draft 2008 an Position 15 auswählten, der Abwehr der Penguins mehr Stabilität verleihen. 

Insbesondere im Powerplay dürfte die Hilfe von Karlsson für die Penguins wichtig werden, lag das Team hier doch zuletzt nur auf einem enttäuschenden 14. Rang ligaweit. In der vergangenen Saison belegte Karlsson mit 27 Powerplay-Punkten seinerseits einen geteilten zehnten Platz unter den Verteidigern, und seit seinem Eintritt in die Liga in der Saison 2009/10 hat in diesem Bereich niemand mehr Punkte erzielt als er (273). 

Doch natürlich soll Karlsson mehr als nur ein Plus im Überzahlspiel für Pittsburgh liefern. Er führte die Verteidiger der Liga mit 74 Punkten bei gleicher Mannschaftsstärke an und erzielte damit 25 Zähler mehr als der nächstbeste Aktive in dieser Kategorie (Vince Dunn). Der erfahrene Schwede rangiert zudem mit 481 Punkten seit 2009/10 bei ausgeglichener Mannschaftsstärke an der Spitze aller Defensivkünstler und ist damit einer von nur drei Verteidigern mit über 400 Punkten in dieser Zeit. Die Hoffnungen in Bezug auf den Einfluss des Neuen sind also in vielerlei Hinsicht groß in Pittsburgh.

Karlssons Top-5-Tore von 2022/23

Am Mittwoch trainierte der neu formierte Kader der Penguins erstmals in voller Besetzung gemeinsam, also inklusive der neu formierten Powerplayformation mit Karlsson. Der erste Blick offenbarte eine Einheit zusammen mit Kris Letang auf der für ihn ungewohnten linken Abwehrseite und Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Rickard Rakell in der Offensive. 

Karlsson sprach anschließend davon, dass es vermutlich noch einige Zeit dauern wird, bis jeder Spieler seine Rolle gefunden hat. Angesichts des Talents, das das Team seiner Meinung nach im Kader hat, gab er sich jedoch nicht allzu besorgt, dass die Eingewöhnung gelingen wird. "Ich habe in meiner Karriere häufig im Powerplay gespielt, und dabei schon verschiedene Positionen kennengelernt. Es wird ein bisschen dauern, bis wir unsere Identität gefunden haben und wissen, was wir da draußen erreichen wollen“, erklärte Karlsson nach dem Training am Vormittag. „Wir müssen anfangs natürlich noch darüber reden und einen Weg finden, es dementsprechend auszuführen. Das ist etwas, worüber ich mir bei den Jungs, die wir hier haben, und dem Eishockey-IQ keine allzu großen Sorgen mache.“

Anfängliche Probleme seien auf diesem Weg ganz normal, befand Karlsson. „Ich denke, wir müssen uns einfach so schnell wie möglich auf die gleiche Seite schlagen. Es wird anfangs noch ein paar Unebenheiten auf der Straße zum Erfolg geben und wir werden alle einiges lernen müssen, auch wenn wir erfahrene Veteranen sind. Es wird sicherlich Spaß machen, zu sehen, was wir da draußen gemeinsam erreichen können“, gab sich der Neuling im Kader trotz aller erwarteten Anpassungsschwierigkeiten optimistisch. 

Sich selber sieht Karlsson dabei keinesfalls als Anführer. "Nein, ich denke, es ist eine Sache zwischen allen. Jeder muss mit dem anderen zusammenarbeiten. Ich kann bestimmte Dinge da draußen wirklich gut. Ich werde versuchen, das umzusetzen, um den anderen zu helfen, genauso wie die anderen vier Jungs das Gleiche tun. Sie haben alle ihre Qualitäten. Wir müssen einen Weg finden, wie wir uns gegenseitig bestmöglich einsetzen können.“

Besonders freut sich der Schwede seinen eigenen Aussagen nach auf das Zusammenspiel mit Letang, mit dem ihn eine besondere Beziehung verbinde, wie er betonte. „Ich habe ihn im Laufe der Jahre schon oft getroffen. Er ist ein super Typ, sehr sympathisch und sehr engagiert in diesem Spiel. Er ist ein Gewinner. Es ist schön, in seiner Nähe zu sein und über Dinge zu sprechen, die wir in der Vergangenheit getan haben und die wir in der Zukunft tun möchten, wie wir bestimmte Dinge umsetzen wollen und wie wir bestimmte Dinge tun. Bisher war es eine gute Erfahrung, und ich freue mich darauf, ihn noch näher kennenzulernen, sobald wir hier in die Saison einsteigen und man wirklich anfängt, die tatsächlichen Tendenzen zu sehen, die diese Jungs zeigen und die sie über so lange Zeit erfolgreich gemacht haben.“

Der diesmal auf der ungewohnten linken Seite agierende Letang gab sich ebenfalls lernwillig und voller Vorfreude. "Es war das erste Mal, dass ich dort agiert habe, also versuchen wir natürlich alle, erst einmal einen gewissen Rhythmus zu finden. Und ich persönlich versuche, mich an eine andere Position zu gewöhnen. Ich muss mich einfach daran gewöhnen und einen Weg finden, dort effektiv zu sein."

kris letang

Probleme Karlsson in die bestehende Gruppe zu integrieren sieht Letang nicht. "Es ist immer etwas Besonderes, einen Spieler dieses Kalibers im Kader zu haben. Natürlich wissen wir alle, welchen Erfolg er im letzten Jahr hatte, aber auch in der Vergangenheit. Es ist immer eine kleine Umstellung, aber am Ende weiß man, dass er uns besser machen wird."

Rakell zeigte sich ebenfalls zuversichtlich im Hinblick auf die Integration Karlssons: „Ich freue mich darauf mit den Jungs in einer anderen Formation zu spielen. Karlsson wird uns natürlich weiterhelfen. Er sieht so viel, hat einen tollen Überblick. Das ist eine Verstärkung. Ich versuche weiterhin mein Spiel zu spielen und mein bestmögliches zu geben."

Trainer Mike Sullivan sieht in der Verschiebung Letangs auf die linke Seite kein größeres Problem. "Es ist schön, einen Rechtsaußen auf dieser Seite zu haben, der einmalig für Gefahr sorgen kann. Ich denke auch, dass es bei der Art und Weise, wie unser Powerplay funktioniert, eine Menge Wechsel auf dieser Position gibt. Wenn die Jungs sich aneinander gewöhnt haben, werden wir sicher viel Bewegung sehen. Ich denke, dass Erik wirklich gut mit seinen Instinkten und dem, was er sieht, umgehen kann. Er bewegt sich gerne selbst. Es würde mich also nicht überraschen, wenn sich dieses Powerplay weiterentwickelt. Heute haben sie es ja zum ersten Mal ausprobiert. Das ist ein Prozess, an dem wir arbeiten werden. Wir werden sehen, wie es dann am Ende läuft.“

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