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Die New Jersey Devils haben am Mittwochabend in der Ball Arena ein Spektakel gegen die Colorado Avalanche mit 7:5 gewonnen und damit die gegnerische Siegesserie nach sechs Spielen gestoppt. Einen großen Anteil daran hatte der eingewechselte Schweizer Torwart Akira Schmid, der in einer kritischen Phase im zweiten Drittel als Fels in der Brandung wirkte.

Bilderbuchstart der Devils auch ohne Meier
Der Anfang der Woche in einem Trade mit den San Jose Sharks akquirierte Schweizer Timo Meier kam noch nicht für die Devils zum Einsatz. Wie viel Offensivpower auch ohne Meier in New Jersey steckt, untermauerten sieben unterschiedliche Torschützen an diesem Abend.

NJD@COL: Tatar baut Devils' Führung im 1. aus

Ondrej Palat (2.), Nathan Bastian (8.) und Tomas Tatar (12.) sorgten für eine 3:0-Führung nach 11:27 Minuten. Dougie Hamilton (24.) und Miles Wood (26., im Powerplay) bauten diese nach 25:53 gar auf 5:1 aus.
"So stark sind wir lange nicht in ein Spiel gestartet", freute sich Devils-Trainer Lindy Ruff. "Es war ein Wahnsinnsspiel, auch wenn wir ein paar Fehler gemacht haben. Das Team hat es genossen, sich mit dem Stanley Cup Champion zu messen. Wir wussten, dass es eine Herausforderung werden würde und dass wir gut spielen mussten."
Talent Mercer baut Toreserie auf sieben Spiele aus
Dann aber kam auch die Avalanche ins Rollen: Mikko Rantanen (28.), Nathan MacKinnon (30.) und J.T. Compher (30.) brachten Colorado binnen 2:04 Minuten (124 Sekunden) auf 4:5 heran. Es waren die schnellsten drei Avalanche-Tore in der laufenden Saison und auch die schnellsten drei Treffer seit fast einem Jahr (7. März 2022 gegen die New York Islanders).

NJD@COL: Mercer im 2. Drittel mit 20. Saisontor

Umso wichtiger war das 6:4 durch Dawson Mercer kurz vor dem Ende des Mitteldrittels (17.). Das Sturm-Talent (21 Jahre jung, 18th-Overall-Pick aus dem NHL Draft 2020) baute seine Toreserie damit auf sieben Spiele aus (9-5-14 in diesem Zeitraum) und war punktbester Spieler an diesem Abend (3-1-4 und +3 bei 18:15 Minuten Eiszeit).
"Toreschießen macht Spaß", strahlte Mercer. "Es fühlt sich gut an. Ich möchte in jedem Spiel einen Beitrag leisten. In der Reihe mit Nico (Hischier) und Tomas (Tatar) haben wir einen Lauf, jeder trägt etwas bei und zusammen wollen wir genau so weitermachen."
Schmid wird eingewechselt und hält alles
Im dritten Abschnitt wurde es noch einmal kritisch, denn gleich mit dem ersten Schuss in diesem Durchgang brachte Valeri Nichushkin Colorado wieder auf 5:6 heran (42.). Ruff hatte genug gesehen, nahm seinen Starter Vitek Vanecek (14 Saves, 73,7 Prozent Fangquote) vom Eis und brachte dafür Schmid. Der Schweizer stoppte daraufhin alle zwölf Torschüsse der Avalanche und hielt New Jerseys 40. Saison-Sieg (40-15-5) damit fest. Noch niemals zuvor in ihrer NHL-Geschichte brauchten die Devils nur 60 Spiele, um 40 Siege einzufahren (zuvor 62 Spiele in der Saison 2008/09). Schmid stellte derweil unter Beweis, ein verlässlicher Backup zu sein.

"Ich habe einfach versucht, den ersten Schuss zu halten, um ein gutes Gefühl zu bekommen. Sie sind ein gutes, schnelles und offensivstarkes Team. Ich wollte einfach mein Spiel spielen und versuchen, den Sieg festzuhalten", sagte der 22-jährige Torwart aus Bern.
"Er war sofort da, musste gleich in Unterzahl bestehen und hat einen klasse Job gemacht", befand Ruff. "Er spielt schon das ganze Jahr gut für uns. Wenn wir ihn gebraucht haben, war er für uns da. Er hat stark gespielt."
Hischier sorgt in Drei-Punkte-Spiel für die Erlösung - Siegenthaler souverän
Für die Erlösung sorgte hinten raus noch der Schweizer Kapitän Nico Hischier mit einem Empty-Net-Tor zum Endstand (59.). Für den 24-Jährigen aus Brig war es der 26. Saisontreffer, der ein Drei-Punkte-Spiel (1-2-3) perfekt machte (+3, zwei Checks, drei Blocks, 19:55 Minuten Eiszeit, davon 2:24 im Powerplay und 1:10 im Penalty Killing).

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Landsmann und Verteidiger Jonas Siegenthaler blieb bei 16:13 Minuten Eiszeit (davon 0:39 in Unterzahl) ohne Scorerpunkt, lieferte aber zwei Hits, zwei Blocks und eine positive Plus-Minus-Bilanz (+1).
"Wir sind drangeblieben und haben einen guten Job gemacht, den Sieg über die Zeit zu bekommen", so Mercer.
Devils setzen ein Zeichen
Die Devils haben fünf ihrer letzten sechs Spiele gewonnen (5-1-0) und sendeten zum Start eines Drei-Spiele-Roadtrips (Colorado Avalanche, Vegas Golden Knights, Arizona Coyotes) ein Ausrufezeichen an den Rest der Liga, immerhin gelang ein torreicher Auswärtssieg in einem Top-Spiel gegen einen Gegner, der zuvor sechs Spiele in Folge gewonnen sowie acht Spiele in Serie (7-0-1) gepunktet hatte.
New Jersey (40-15-5) ist das zweitbeste Team in der Metropolitan Division (knapp hinter den Carolina Hurricanes mit 39-12-8), die drittbeste Mannschaft in der Eastern Conference sowie in der gesamten NHL (Spitzenreiter sind die Boston Bruins mit 47-8-5) und dürften nach der Verpflichtung von Meier in den nächsten Tagen und Wochen sogar noch stärker werden.
"Das ist ein wichtiger Zeitpunkt in der Saison: Jetzt kommen die Spiele, die wirklich zählen", so Mercer. "Wir wollen sicherstellen, dass wir stark aufhören und bereit für die schönste Zeit im Jahr sind. Wir tun alles dafür, um bereit zu sein."