Ducks draften Mason McTavish an dritter Stelle

In der ersten Runde des NHL Draft 2021 wurde zwar kein Spieler aus dem deutschsprachigen Raum gewählt, doch Mason McTavish brachte zumindest die Schweiz indirekt auf das Draftboard. Der Center wurde an dritter Stelle von den Anaheim Ducks ausgewählt und verwies im Interview danach auf seine Kindheit, die er in der Schweiz verbrachte, nachdem er im Januar 2003 in Zürich geboren wurde.

"Ich war neun oder zehn, als wir wieder komplett nach Kanada gezogen sind", blickte der neueste Akteur der Ducks auf seine jungen Jahre zurück. "Mein Vater hat in der Schweiz Eishockey gespielt und wir waren im Sommer immer in Kanada. Es gab ein paar Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. Ein wunderschönes Land mit viel Ähnlichkeit zu Kanada. Es war eine großartige Erfahrung für mich."
Sein Vater, Dale McTavish kam auf neun NHL-Einsätze für die Calgary Flames, ehe er 1997/98 nach Europa wechselte. Auf drei Jahre in der finnischen SM-Liiga folgte eine lange Karriere in der Schweiz. Insgesamt zehn Spielzeiten absolvierte er in der Nationalliga A, der höchsten Schweizer Liga. Dabei lief er fünf Jahre für den SC Rapperswil-Jona auf, wechselte anschließend zu den ZSC Lions um dann noch für drei Jahre eine wichtige Rolle beim EV Zug einzunehmen.
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Mason hat aus der Zeit viel gelernt. Im Hause McTavish stand der Wettstreit immer weit oben auf der Tagesordnung. Egal um was es ging, ob Inlinehockey oder Basketball, am Ende wollte jeder in der Familie gewinnen. So zumindest beschrieb Mason die familiären Wettkämpfe mit seiner Mutter, seinem Vater oder mit seinem Bruder Darian, der unterklassig als Torhüter aktiv ist.
Für seine Entwicklung war der spielerische Wettkampf sicher prägend. Mason konnte von seinem Vater, einem offensivstarken Angreifer mit einem Punkteschnitt von 1,05 in der NLA, lernen und weiß um seine Stärken. "Das wichtigste ist meine Spielintelligenz. Zu wissen, wo ich stehen muss und was ich zu welcher Zeit tun muss", beschrieb er seinen größten Vorteil. "Ein weiterer Punkt, der mich zu dem Spieler macht, der ich heute bin, ist die harte Arbeit auf und neben dem Eis."
Vater Dale förderte seinen Sohn mit allen Mitteln. 2013 kaufte er die Pembroke Lumber Kings von Sheldon Keefe. Für die Lumber Kings Spielte Mason zwei Spielzeiten, ehe er zu den Peterborough Pirates, in die OHL wechselte. Unter Trainer Rob Wilson, der im deutschsprachigen Raum aus seiner Zeit in der DEL (Straubing Tigers, Nürnberg Ice Tigers) bekannt ist, entwickelte sich Mason weiter und machte die NHL-Teams auf sich aufmerksam. "Er hat sich entwickelt, seit er vergangenes Jahr als Under-Ager in Peterborough gespielt hat. Er war ein Torjäger und ein guter, junger Spieler, also war er definitiv auf unserer Liste", erklärte Manager Bob Murray die Wahl von McTavish.
Nachdem die Saison in der OHL, aufgrund der Corona-Pandemie, abgesagt wurde sah sich McTavish nach Alternativen um. Sein Weg führte zurück in sein Geburtsland. In der Swiss League, der zweiten Spielklasse der Schweiz, lief er für den EHC Olten auf und konnte sich schnell an das Duell mit erwachsenen Männern gewöhnen. "Die ersten paar Spiele war es eine größere Umstellung, besonders nachdem ich etwa ein Jahr nicht gespielt hatte. Ich musste meine Form wiederfinden, aber ich habe mich von Match zu Match wohler gefühlt", erklärte er.
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Auch Murray bestätigte dem an dritter Stelle gezogenen Angreifer, dass er sich schnell in der Profiwelt eingefunden hatte. "Es war dieses Jahr natürlich sehr hart, aber wir haben gesehen, wie er in der Schweiz unter Männern gespielt hat. Wir hatten einige gute Videos davon. Er hat ein paar Spiele zur Eingewöhnung gebraucht, aber sich dann nahtlos unter Männern eingefügt."
Den entscheidenden Faktor für seine frühe Wahl brachte dann aber laut Murray, doch die U-18 Weltmeisterschaft. "Wir haben ihn auch alle bei der U-18 WM im Team Kanada gesehen, wo man das Gefühl hatte, dass er einer der Spieler war, die die Richtung vorgegeben haben."
Der nächste Schritt für McTavish ist der in den NHL-Kader der Ducks. Murray ist sich sicher, dass der Neuzugang alles daran setzen wird sich schon im ersten Jahr durchzusetzen. "Er wird hierherkommen, um es in die Mannschaft zu schaffen. Wenn er es schafft, dann ist er dabei. Physisch ist er auf jeden Fall weit genug." Die Saison in seinem Geburtsland war bei der körperlichen Entwicklung dabei sicherlich kein Hindernis.