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Marcel Goc nimmt zur NHL Stellung

Der ehemalige NHL-Stürmer schreibt in seiner exklusiven Kolumne über deutsche Torhüter und die NHL Global Series 2019

von Marcel Goc @NHLde / exklusiv für NHL.com/de

Marcel Goc gehörte für den Zeitraum der Jahre 2005 bis 2015 zu den Aushängeschildern des deutschen Eishockeys in der NHL. Der heute 35-jährige Stürmer der Adler Mannheim wurde beim NHL Draft 2001 von den San Jose Sharks an insgesamt 20. Position in der ersten Runde gedraftet und absolvierte in der regulären NHL-Saison 636 Spiele mit erzielten 75 Toren und 113 Assists sowie 63 Spiele der Stanley Cup Playoffs mit fünf Toren und zehn Assists. Der langjährige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Silbermedaillengewinner bei Olympia 2018 wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die neueste Ausgabe:

 

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In der DEL läuft die erste Runde in den Playoffs, die wir mit den Adler Mannheim schon erfolgreich gegen die Thomas Sabo Ice Tigers am Sonntag abgeschlossen haben. Nun heißt es für uns auf den Gegner in der zweiten Runde zu warten und dort erneut unserer Favoritenrolle als Erste der Hauptrunde weiterhin gerecht zu werden.

Es bleibt aber durch die gute Woche Spielpause etwas Zeit, auf das Geschehen in der NHL zu blicken und dort gibt es gerade aus deutscher Sicht zurzeit meiner Meinung nach einiges erfreuliches. Es freut mich für Dennis Seidenberg, dass er noch einmal einen Vertrag bei den New York Islanders unterschreiben konnte, auch wenn seine Chancen auf einen Einsatz eher gering stehen. Dennis hat es sich verdient, denn, wie ich ihn kenne, hat er die komplette Saison hart dafür gearbeitet, um dran zu bleiben und das ohne zu wissen, wie es mit seiner Karriere weitergeht. Keine einfache Geschichte. Ich hoffe sehr für ihn, dass er noch auflaufen darf und sich das Ganze für ihn gelohnt hat.

Video: NYI@MIN: Greiss vereitelt Spurgeons Bauerntrick

Absolut verdient wurde Thomas Greiss als erster deutscher Spieler überhaupt in der Geschichte der NHL zum besten Spieler einer Woche gewählt. Eine tolle Sache, zu der ich ihn nur beglückwünschen kann. Als es für die Islanders schwierig wurde, hat er mit starken Leistungen gezeigt, wie wichtig er für diese Mannschaft ist und sie auf Playoff-Kurs gehalten. Jetzt sind sie sogar wieder an den Washington Capitals im Kampf um den ersten Platz in der Metropolitan Division dran, wonach es kurzzeitig nicht mehr ausgeschaut hatte. Mit Robin Lehner zusammen sind beide ein sehr gutes Torhüter-Gespann und haben bisher die wenigsten Gegentore aller NHL-Mannschaften kassiert. Eine phantastische Leistung.

Faszinierend für mich ist auch unser anderer NHL-Goalie Philipp Grubauer. Er ist ein absolutes Phänomen. Schon im vergangenen Jahr hatte er in Washington keinen so guten Saisonstart, doch wenn es in Richtung Stanley Cup Playoffs geht, wird er immer stärker. So muss es sein und ist es optimal. Das bestätigt er in diesem Jahr mit den Colorado Avalanche erneut, obwohl es bestimmt nicht so einfach war, sich auf ein neues Team mit einem anderen Spielsystem einzustellen. In seinen letzten neun Einsätzen von Beginn an, spielte Grubi drei Mal zu Null und hat 96,53 Prozent der auf ihn abgegebenen 288 Torschüsse entschärft.

 

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Fast wäre er der zweite Deutsche in Folge mit dem Titel "Spieler der Woche" geworden, hätte er nicht am Sonntag gegen die Chicago Blackhawks das Gegentor in der Verlängerung hinnehmen müssen. Echt verrückt. Natürlich kommt es jetzt noch auf die letzte Woche im März an, aber er ist auf jeden Fall im Pool für den besten Spieler des Monats. Das wäre schon herausragend, wenn es am Ende mit dieser Auszeichnung klappen würde.

Beide, Thomas und Philipp, sind hervorragende Torhüter, wie ich es selbst schon hautnah bei der deutschen Nationalmannschaft gesehen habe. Sie sind unglaublich schnell und verbissen, den Save zu machen. Wir wissen es sehr zu schätzen, solche zwei Torhüter mit Weltklasse-Niveau in Deutschland zu besitzen. Da freut es natürlich umso mehr, dass sie in der NHL solche positiven Schlagzeilen produzieren und unser Land gut vertreten.

Das gilt auch und insbesondere für Leon Draisaitl. Sieben Spiele haben seine Edmonton Oilers noch zu absolvieren und er steht bei 95 Punkten. Eine Zahl, die unglaublich schwierig zu erreichen ist und die 100 ist erst recht eine magische Zahl für einen Stürmer. Es ist zwar bitter für ihn, dass es im Team nicht optimal läuft und sie die Playoffs wohl verpasst werden, doch man fiebert gerne mit, dass Leon die 100 knackt und nicht zu vergessen, seinen zweiten Platz auf der Torjägerliste mit derzeit 43 Toren verteidigen kann. Mir fällt dazu fast kein Superlativ ein, der dieser Leistung gerecht werden würde.

Video: EDM@NJD: Draisaitl vollendet perfekte Passsequenz

Leon hatte ja das Vergnügen im vergangenen Herbst mit Edmonton in Köln und Göteborg zu spielen. Jetzt kommt Dominik Kahun mit den Blackhawks Ende September und Anfang Oktober nach Berlin und Prag. Für ihn eine perfekte Kombination, da er in Tschechien geboren wurde und in Deutschland aufgewachsen ist. Es ist bestimmt eine Belohnung für seine tolle Saison, die er gespielt hat, dass er mit den Blackhawks gegen die Eisbären antreten darf. Er wird sich darauf freuen und mit Begeisterung dabei sein. Das ist ihm absolut zu gönnen.

Das Engagement der NHL in Europa hat bereits angefangen, als ich noch drüben gespielt habe. Es macht aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, die NHL in Europa durch solche Auftritte populärer zu machen, doch für das Eishockey im Allgemeinen ist es gut, wenn sich die beste Liga mit ihren Spielern den Fans hautnah präsentiert. Es gibt Präsenz in den Medien, die sonst manchmal für unseren Sport etwas zu kurz kommt. Alles in allem eine super Werbung.

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