"Die Möglichkeit, dass ich DEL spielen könnte, ist schon noch da", erzählt er. "Das hängt aber davon ab, wann es in Nordamerika losgeht. Wenn ich Mitte, Ende Dezember wieder rüber fliege, dann lohnt es sich nicht. Wenn es drüben später losgeht, kann es vielleicht schon sein, dass ich noch in der DEL spielen möchte. Mein Fokus liegt aber erst einmal auf Deggendorf und darauf, meine Leistung wieder auf Hochtouren zu bringen."
Der Kontakt nach San Jose ist ständig da, betont er und verdeutlicht, dass sein Lebensmittelpunkt mittlerweile in Kalifornien ist. "So schön es auch daheim ist, hoffe ich doch, dass ich bald wieder rüber kann", lässt er eine gewisse Sehnsucht erkennen.
Auch kann er der Corona-Pandemie und der damit verbundenen längeren Pause in Nordamerika einiges positives abgewinnen. "Das Beste für mich war, das meine Verletzungen ausheilen konnten", bemerkt er. "Ich hatte letztes Jahr eine Knie-OP und die letzten beiden Jahre unglaublich viele Verletzungen, war nie zu einhundert Prozent gesund. Für die Zukunft meiner Karriere war die lange Pause deshalb gut. Ich will nicht sagen, ich starte jetzt meine zweite Karriere - aber ich fühle mich schon so, als könnte ich jetzt frisch losstarten."
Ein bisschen wird es bis dahin noch dauern und diese Zeit gilt es jetzt in Deutschland zu nutzen, auch wenn Wiederer derzeit nur drittklassig spielt. Aber er spielt, was viele andere nicht von sich behaupten können. Das soll den entscheidenden Vorteil bringen, um sich in einem Trainingscamp für die neue Saison zu empfehlen.
"Ich denke, dass die Chancen weiter gut sind", sagt Wiederer bezüglich einem NHL-Engagement. "Ich bin jetzt hundertprozentig gesund und kann dann auch meine volle Leistung zeigen. Ich werde so lange wie möglich versuchen, dass ich es in die NHL schaffe. Auch wenn ich schon einiges erlebt habe in meiner Karriere, sehe ich mich immer noch als jung an."
Wiederer sieht noch genug Zeit für sich, selbst wenn es kurzfristig nicht klappen sollte und verweist auf Spieler, die erst mit Ende 20 in der NHL debütierten. Auf dem Weg dorthin sieht er Konstanz in der Leistung als einen der wichtigsten Schlüssel dafür an. "Viele, die in der AHL spielen, können auch in der NHL spielen - aber das Wichtigste ist, dass man jedes Spiel seine Leistung abruft", verdeutlicht er. "Für mich geht es darum, jedes Training und jedes Spiel meine beste Leistung zu bringen - dann, denke ich, sind die Chancen auch sehr realistisch."