Toronto Maple Leafs v Utah Mammoth

NHL-Spieler werden im Februar an den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 teilnehmen. Damit stehen seit 2014 erstmals wieder die besten Spieler der Welt auf der Olympischen Bühne. Bis zum Turnier wirft NHL.com/de jeden Mittwoch einen Blick auf die Ereignisse rund um die NHL, die sich auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 auswirken könnten.

Keller lebt seinen Olympischen Traum

Als Clayton Keller vor gut zwei Wochen einen Anruf von Bill Guerin erhielt, änderte sich vieles. Der Kapitän der Utah Mammoth wurde in den Kader von Team USA für die Olympischen Winterspiele berufen. Ein Moment, von dem er lange geträumt hatte, wie er gegenüber den Kollegen von NHL.com berichtete. Und doch war da sofort auch ein schmerzlicher Gedanke an seinen Vater Bryan, der diesen Erfolg nicht mehr miterleben kann.

Bryan Keller war am 27. November im Alter von 64 Jahren überraschend im Schlaf verstorben. Für Clayton war er nicht nur Vater, sondern auch größter Unterstützer. „Er wäre der Stolzeste gewesen und hätte es jedem erzählt“, sagte Keller rückblickend. Stattdessen teilte er die Nachricht sofort mit seiner Mutter, seinem Bruder und seiner Großmutter. Die Freude war groß, wenn auch von Trauer begleitet.

WPG@UTA: Keller schießt Utah in Verlängerung zum Sieg

Ein Traum, den Vater und Sohn teilten

Die Olympia-Teilnahme war nicht nur Claytons Ziel, sondern auch ein Traum seines Vaters. Besonders schmerzlich war deshalb, dass Keller zuvor nicht für das prestigeträchtige 4 Nations Face-Off im Februar des Vorjahres nominiert worden war. Doch Bryan Keller hatte seinem Sohn Mut gemacht: Geh zur Weltmeisterschaft, spiel dein bestes Eishockey, dann wirst du es zu Olympia schaffen.

Clayton folgte diesem Rat. Bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2025 übernahm er die Rolle des Kapitäns der US-Auswahl und führte das Team mit zehn Punkten in zehn Spielen, drei Toren und sieben Assists, zur ersten WM-Goldmedaille seit 92 Jahren. Diese Leistung war ein entscheidender Faktor für seine Olympia-Nominierung.

Bill Guerin, der Generalmanager des US-Teams, betonte die Bedeutung dieses Turniers. Keller habe nicht nur Talent, sondern auch bewiesen, dass er unter höchstem Druck liefern könne. K.o.-Spiele, Verantwortung und Führungsrolle habe er auf höchstem Niveau gemeistert.

Extra-Motivation nach der Enttäuschung

Die Nichtberücksichtigung für das 4-Nations-Team wurde für Keller zum Antrieb. In der zweiten Saisonhälfte der vergangenen NHL-Spielzeit sammelte er 68 Punkte in 56 Spielen und zeigte sein bislang konstantestes Eishockey. „Es hat mich angetrieben“, gab er offen zu. Der Blick war klar auf Olympia gerichtet.

Auch in der laufenden Saison gehört Keller zu den Leistungsträgern der Mammoth. Mit 46 Punkten aus 49 Spielen (Stand 20. Januar) führt er sein Team offensiv an. Seit der Olympia-Nominierung scheint er noch einmal einen Gang höher geschaltet zu haben.

UTA@DET: Keller zieht zum Tor und staubt nach einem Schuss erfolgreich ab

Führungsqualitäten und emotionale Stärke

Trotz sportlicher Erfolge war diese Saison für Keller alles andere als einfach. Der Verlust seines Vaters hinterließ Spuren, auch auf dem Eis. Doch Keller fand zurück, getragen von innerer Motivation und dem Wunsch, sich jeden Abend zu beweisen. Guerin hatte schon früh Vertrauen in ihn, insbesondere aufgrund seines Umgangs mit Rückschlägen.

Auch Mitspieler schätzen Kellers Art. Tage Thompson beschreibt ihn als extrem konkurrenzfähig, aber leise. Einen Spieler, der durch Taten führt. Genau diese Mischung macht ihn für Team USA so wertvoll.

Die Olympischen Spiele werden für Keller emotional. Sein Papa wird nicht auf der Tribüne sitzen. Doch Keller findet Trost in dem Gedanken, dass sein Vater und sein Großvater von oben zuschauen. „Sie sind bei jedem Spiel dabei“, sagt er. Und genau das verleiht seinem Olympischen Traum eine besondere, tief bewegende Bedeutung.

Weitere aktuelle Notizen mit möglichen Auswirkungen auf das Turnier im Februar:

Bedard nach Schulterverletzung zurück

Chicago-Blackhawks-Star Connor Bedard ist nach einer mehrwöchigen Pause wegen einer Schulterverletzung wieder in den NHL-Kader zurückgekehrt. Der 20-jährige Top-Stürmer, der sich bei einem Faceoff kurz vor dem Ende eines Spiels gegen die St. Louis Blues verletzte, wurde in der Begegnung gegen die Washington Capitals am 9. Januar erstmals wieder eingesetzt. Bedard verbuchte dabei rund 17 Minuten Eiszeit und verzichtete zunächst auf Faceoffs, wie sein Trainer Jeff Blashill erklärte.

Die Rückkehr Bedards, der seither insgesamt fünf NHL-Einsätze verbuchen konnte, ist nicht nur ein wichtiger Faktor für die Blackhawks in der laufenden Saison, sondern könnte auch Kanadas Olympia-Team beeinflussen. Der junge Center war trotz seiner starken Leistungen vor der Verletzung, mit 19 Toren und 25 Assists in 31 Spielen, nicht für den kanadischen Olympia-Kader nominiert worden, stand jedoch auf der Liste möglicher Ersatzspieler bei Ausfällen. Inzwischen werden für ihn 48 Punkte (20 Tore, 28 Assists) aus 36 Saisoneinsätzen (Stand 19.1.) notiert.

Sein Comeback gibt ihm wertvolle Spielpraxis in der entscheidenden Phase vor den Spielen in Italien. Nationaltrainer und Team-Manager werden die weitere Entwicklung und seinen Fitnessstand genau beobachten, da Bedard mit seinem Scoring-Talent eine Option für die Olympische Delegation Kanadas bleibt.

Carlsson droht Ausfall bei Olympia nach Oberschenkelverletzung

Ein möglicher Rückschlag für Team Schweden bei den Olympischen Winterspielen 2026 zeichnet sich ab: Anaheim-Ducks-Center Leo Carlsson wird voraussichtlich drei bis fünf Wochen ausfallen und seine Teilnahme am Olympischen Eishockeyturnier dürfte damit ernsthaft gefährdet sein. Carlsson, 21 Jahre alt und einer der produktivsten Spieler der Ducks mit aktuell 44 Punkten in 44 Spielen, unterzog sich kürzlich einer Prozedur zur Behandlung einer Verletzung am linken Oberschenkel.

CHI@ANA: Carlsson schießt bei Überzahl ein weiteres Tor

Die Art der Verletzung - eine sogenannte Morel-Lavallée-Läsion, bei der sich Haut und Fettgewebe von der darunterliegenden Faszie lösen können - erfordert eine längere Schonzeit und Rehabilitation. Diese Zeitspanne überschneidet sich mit dem Vorbereitungszeitraum für das Turnier.

Ducks-Trainer Joel Quenneville äußerte Verständnis für den Heilungsprozess und wünschte dem Youngster eine gute Rückkehr, betonte aber zugleich die Bedeutung der Genesung vor einer Rückkehr ins Spielgeschehen. Ohne Carlsson muss Schweden seine Offensive neu justieren und möglicherweise auf Alternativen setzen, was die Mannschaftsstrategie auf dem Weg zu den Olympischen Spielen verändern könnte.

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