TBL@BUF: Doans zweites Powerplaytor zum 8:7

Nach einem 8:7 am Sonntag in einem epischen Duell mit den Tampa Bay Lightning haben die Buffalo Sabres die alleinige Tabellenführung in der Atlantic Division erobert. Beide Mannschaften kämpften mit offenem Visier, wobei die Hausherren im KeyBank Center nach einem kuriosen Spielverlauf das bessere Ende für sich hatten. Der Schlüssel zum Sieg war das beeindruckende Powerplay von Buffalo. Viermal schlug das Team in Überzahl zu.

Zunächst führten die Sabres scheinbar komfortabel mit 4:1. Doch danach drehten die Lightning mächtig auf und stellten den Zwischenstand mit fünf aufeinanderfolgenden Toren auf 6:4. Zehn Minuten vor Schluss lag Tampa mit 7:5 vorne, ehe Buffalo den Turbo zündete und den Kontrahenten mit drei Treffern nacheinander niederrang.

Es war das 16. Spiel in der Geschichte der NHL, bei dem beide Teams in mehreren Dritteln mindestens sieben Tore schossen und die vierte Partie in den letzten 30 Jahren, in dem wenigstens sieben Akteure drei Punkte oder mehr sammelten.

„Unsere Mannschaft ist in den vergangenen Wochen richtig zusammengewachsen. Das hat man heute Abend gemerkt“, sagte Buffalos Trainer Lindy Ruff. „Alle haben sich voll reingehängt und nach dem Rückstand zu keinem Zeitpunkt aufgesteckt. Jeder hat hart gekämpft. Der Wille, das Spiel erfolgreich zu Ende zu bringen, war bei jedem spürbar.“

Tage Thompson verbuchte vier Assists und war damit der beste Scorer der Sabres. Jason Zucker brachte es auf zwei Tore und einen Assist, Alex Tuch schnürte einen Doppelpack und Rasmus Dahlin steuerte einen Treffer und zwei Vorlagen zum Triumph bei. Nach dem doppelten Punktgewinn gegen den direkten Konkurrenten in der Gruppe haben die Sabres nun 84 Zähler (39-19-6) auf dem Konto. Tampa Bay folgt an zweiter Stelle mit 82 Punkten (39-19-4).

„Diese Partie ist ein Riesenschritt für uns gewesen. Jeder hat seinen Beitrag geleistet und Verantwortung übernommen, als es darauf ankam“, konstatierte Dahlin. „Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs. Wir sind wie Brüder. Das konnte man deutlich sehen.“

Die Sabres befinden sich im Moment klar auf Kurs in Richtung Stanley Cup Playoffs. Sollten sie das Ticket lösen, wäre die längste im Moment bestehende Postseason-Durststrecke eines NHL-Teams vorüber. 2011 mischte Buffalo zuletzt dort mit.

Nach Ansicht von Tuch ist die Mannschaft in dieser Saison gefestigt genug, um sich nicht wie in manchen Jahren zuvor noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. „Wir haben viel Selbstvertrauen und wissen, dass wir solche Spiele wie dieses heute drehen können. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen, sondern müssen konzentriert weitermachen“, sagte der Zweifachtorschütze der Sabres.

Bereits die ersten zwei Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Saison verliefen torreich. Am 3. Februar behielten die Lightning vor eigenem Publikum mit 4:3 n.V. die Oberhand. Am 28. Februar setzte sich Buffalo in Tampa mit 6:2 durch. Am 6. April kommt es zum vierten und letzten Vergleich in dieser Spielzeit.

Bei den Lightning stachen drei Akteure mit ihrem Scoring heraus. Nikita Kucherov hatte zwei Tore und einen Assist zu verzeichnen, der Schweizer J.J. Moser erzielte einen Treffer und zwei Assists und Darren Raddysh gelangen drei Assists.

TBL@BUF: Moser sammelt in einem verrückten Spiel drei Punkte

Lightning-Trainer Jon Cooper machte die schwache Leistung der Special Teams für die Niederlage verantwortlich. „Wir haben vier Gegentore in Unterzahl kassiert und mussten zusätzlich noch einen Shorthander hinnehmen. Das war spielentscheidend und ärgert mich ganz besonders. Alles andere hatten wir im Griff“, lautete sein Fazit.

Tampa Bays Angreifer Brandon Hagel legte den Finger ebenfalls schonungslos in die Wunde. „Normalerweise haben wir die Qualität, den Sack zuzubinden, wenn wir einmal in Führung liegen. Das ist uns im Saisonverlauf schon einige Male gelungen. Aber heute hat es nicht geklappt. Acht Gegentore sind inakzeptabel. Das müssen wir besser machen“, erklärte er.

Die Lightning stecken einen Monat vor Abschluss der regulären Saison in einem Tief. Darüber kann selbst der 5:2-Auswärtserfolg vom Samstag gegen die Toronto Maple Leafs nicht hinwegtäuschen. Es war ihr einziger Sieg in den zurückliegenden sechs Spielen. Dadurch haben sie nicht nur die Tabellenführung in der Atlantic Division eingebüßt, sondern auch einiges von ihrem Punktepolster auf die Verfolger Detroit Red Wings, Montreal Canadiens und Boston Bruins.

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