Nikita Kucherov sorgte am Samstag mit einem weiteren Meilenstein für Aufregung und führte seine Tampa Bay Lightning zum ersten Sieg in fünf Spielen. In der Scotiabank Arena fuhren die Lightning einen 5:2-Auswärtssieg gegen die Toronto Maple Leafs ein. Kucherov knackte dabei mit vier Assists einmal mehr die Marke von 100 Punkten.

Gnadenlose Effizienz im ersten Drittel

Die Lightning fackelten nicht lange und sorgten schnell für klare Verhältnisse. Toronto hatte zwar einen guten Start und ging in der fünften Minute durch Matias Maccelli in Führung, doch die Freude sollte nicht lange anhalten.

„Ich finde, dass wir ganz gut ins Spiel gekommen sind“, sagte Torontos Stürmer Max Domi. „Das war ein super Tor, starker Pass von William Nylander zu Maccelli, aber wir konnten dieses Niveau nicht durchhalten. Das ist ein gutes Team und sie kriegen immer ihre Chancen. Die haben sie genutzt. Wir hatten auch unsere Chancen, aber wir haben zu viel zugelassen.“

Bereits 46 Sekunden nach dem Tor der Maple Leafs glich Verteidiger Ryan McDonagh aus. In der 13. Minute drehte Jake Guentzel das Spiel und nur eine Minute danach erhöhte Corey Perry auf 3:1. Der 40-jährige Stürmer war erst am Freitag zur Trade Deadline wieder zurück nach Tampa gekommen. Er hatte bereits von 2021 bis 2023 für die Lightning gespielt.

„Es ist schön zurück zu sein“, freute sich Perry. „Man kann sehen, wie motiviert und gut dieses Team ist und das haben wir im ersten Drittel gezeigt.“

Oliver Bjorkstrand schraubte die Führung in der 16. Minute auf 4:1, als er ein Powerplay verwertete.

Kucherov ist nicht zu stoppen

Ein besonderer Genuss ist für die Fans der Lightning auch in dieser Saison wieder die Qualität von Kucherov als Spielmacher. Der 32-jährige Außenstürmer bereitete drei der vier Tore im ersten Drittel vor und legte am Ende auch den Empty-Netter von Brandon Hagel (56.) zum 5:1 auf. Mit seinem vierten Assist des Spiels erreichte er die Marke von 100 Saisonpunkten (32 Tore, 68 Assists).

TBL@TOR: Kucherov liefert mit Assist zu Hagels Empty-Netter Meilenstein

„Ihm zuzuschauen bedeutet, Kunst auf dem Eis zu sehen“, schwärmte Trainer Jon Cooper. „Er sieht Dinge, die andere Spieler nicht sehen. Ich habe das Glück, schon fast zehn Jahre einen Sitz in der ersten Reihe zu haben. Seine Fähigkeit, Chancen zu kreieren und seine Übersicht sind unvergleichbar. In dieser Liga sind Spieler von Weltklasse, ich war gerade mit einigen davon in Mailand, aber sie haben einen anderen Stil als Nikita.“

Kucherov wurde damit zum dritten Spieler, der in dieser Saison 100 Punkte erzielte. In der Scorerliste der gesamten NHL liegen nur Nathan MacKinnon von den Colorado Avalanche mit 103 Punkten (42 Tore, 61 Assists) und Connor McDavid von den Edmonton Oilers mit 106 Punkten (35 Tore, 71 Assists) vor ihm.

Den Meilenstein von 100 Punkten erreichte Kucherov schon zum sechsten Mal in seiner Karriere und zum vierten Mal in Folge. Nur zwei europäische Spieler schafften das öfter hintereinander. Peter Stastny sammelte sechs Mal in Folge 100 Zähler, Jarri Kurri fünf Mal. McDavids deutscher Teamkollege Leon Draisaitl erreichte die Marke in jeder der vergangenen vier Spielzeiten. Er ist noch neun Punkte davon entfernt, mit Kurri gleichzuziehen.

Ende der Durststrecke

Die Lightning liegen mit 82 Punkten in 61 Spielen (39-18-4) punktgleich mit den Buffalo Sabres auf Platz eins der Atlantic Division. Auf diese Position stürmten sie mit einem beeindruckenden Lauf von 20-1-1, doch die vergangenen vier Spiele verloren sie allesamt, was es Buffalo erlaubte aufzuschließen. Kucherovs Paradespiel verhinderte, dass die Sabres, die bereits zwei Spiele mehr hinter sich haben, den ersten Platz übernahmen.

„Man kann nicht alle 82 Spiele gewinnen, irgendwann stößt man auf Herausforderungen und ich bin froh, dass das jetzt passiert ist“, erklärte Stürmer Brandon Hagel. „Man will das nicht erleben, man hofft, dass es nie passiert, aber das ist die Realität, so ist Eishockey. Da muss man durch.”

Während der kurzen Negativserie klappte bei den Lightning gar nichts. Die Offensive kam nur auf acht Tore und erzielte nur ein Mal in vier Spielen mehr als zwei Treffer. Die Defensive ließ 20 Treffer zu und nur ein Mal weniger als fünf Tore. Gegen die Maple Leafs zeigte sich Tampa deutlich verbessert und näherte sich wieder mehr der gewohnten Form an. Dem Trainer war das aber nicht genug.

„Ehrlich gesagt, war das nicht annähernd das Niveau, das wir erwarten“, kommentierte Cooper das Spiel. „Mir hat gefallen, dass wir uns die Führung geholt haben, die konnten wir wittern und haben sie uns geschnappt. Ich weiß, dass wir mit drei Toren in Führung waren, aber die Chance von Knies im Slot dürfen wir nicht zulassen. Vasy musste zwei echte Vasilevskiy-Saves machen, sonst wäre es ein 4:3 gewesen. Der Trainer findet natürlich immer ein Haar in der Suppe, aber ein paar solche Szenen müssen wir in den Griff kriegen. Das war aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung von dem, was wir in den letzten eineinhalb Wochen gemacht haben.“

Auf den Erfolg wollen die Lightning bereits am Sonntag in einem extrem wichtigen Spiel aufbauen. Nur einen Tag nach dem Sieg gegen Toronto geht es nämlich zum direkten Duell um den Spitzenplatz der Division in die Höhle des Löwen nach Buffalo.

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