Trotz widriger Umstände sicherten sich die Detroit Red Wings auswärts im Prudential Center mit einem 3:0-Shutout zwei wichtige Punkte gegen die New Jersey Devils. Detroit musste ohne seinen Kapitän antreten und verlor mitten im Spiel seinen Torwart. Der deutsche Verteidiger Moritz Seider führte sein Team aber mit einer Glanzleistung zum Sieg.

„Ich könnte nicht glücklicher sein“, freute sich Trainer Todd McLellan. „Das Team hat heute intelligentes Eishockey gezeigt. Wir haben mit Druck für unsere Chancen gesorgt und einige ihrer Fehler ausgenutzt. So müssen wir spielen. Unsere Torhüter waren beide ein sicherer Rückhalt. Justin Faulk hat einen großen Unterschied gemacht und Ruhe gebracht. Alle Reihen haben ihren Teil geleistet.“

Seider übernimmt Führungsrolle

Die Red Wings traten ohne einen ihrer wichtigsten Spieler an. Kapitän Dylan Larkin hatte sich am Freitag während einer 1:3-Niederlage gegen die Ottawa Senators verletzt. Laut McLellan fühlt er sich bereits besser, wird aber auch am Montag noch nicht trainieren. Larkin ist nicht nur der Kapitän und Center der ersten Reihe, er ist mit 55 Punkten (28 Tore, 27 Assists) auch der drittbeste Scorer und zweitbeste Torjäger der Mannschaft.

Für Detroit gab es also einiges auszugleichen, doch diese Aufgabe übernahm Seider gerne. Er jagte schon in der vierten Minute einen Distanzschuss von der blauen Linie zum 1:0 ins Tor. Es war sein achter Treffer der Saison.

Im zweiten Drittel war Seider auch am 2:0 beteiligt. In der 27. Minute schoss er im Powerplay aus der gleichen Position wie beim 1:0 aufs Tor und James van Riemsdyk fälschte ab.

„Sie machen Druck und lassen dabei Lücken vor dem Tor“, analysierte Seider den Gegner. „Mit van Riemsdyk vor dem Tor hat man dann eine gute Chance, wenn man den Puck zum Tor bringt. Da macht man das Spiel einfach und er macht seinen Job vor dem Tor.“

Im Schlussabschnitt sorgte der Abwehrchef dann auch noch für einen besonderen Moment für einen Mitspieler. Seider und van Riemsdyk bereiteten gemeinsam das 3:0 von Dominik Shine vor. Es war das erste NHL-Tor des 32-jährigen Stürmers.

„Dieses Tor bedeutet mir so viel“, betonte Shine. „Es gibt viele Spieler wie mich, die sich in der American Hockey League aufarbeiten und alles geben... Man kämpft und arbeitet, da fühlt sich das echt gut an.“

Seider steuerte ein Tor und zwei Assists bei und war an allen drei Toren beteiligt. Damit baut er auf eine ohnehin starke Saison auf. In 64 Spielen sammelte er bereits 44 Punkte (acht Tore, 36 Assists). In Verbindung mit seinem starken Spiel in der Defensive sorgt er so dafür, dass es in Detroit sogar Forderungen nach der Norris Trophy für Seider gibt.

**Shutout trotz Verletzungspech

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Als ob der Ausfall von Larkin noch nicht genug wäre, traf das Verletzungspech nun auch noch den Torwart. John Gibson präsentierte sich in hervorragender Form, musste die Partie aber vorzeitig verlassen. Fünf Sekunden vor der zweiten Drittelpause kollidierte Detroits Stürmer Lucas Raymond nach einem Stoß des Schweizers Timo Meier mit Gibson. Gibson kehrte daraufhin nicht aus der Drittelpause zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte er alle 21 Schüsse der Devils gehalten.

Cam Talbot ersetzte Gibson im Schlussabschnitt und erwies sich als genauso unüberwindbar. Er parierte alle zehn Versuche der Devils und sicherte so den geteilten Shutout für sich und Gibson. Das letzte Mal, dass zwei Torhüter gemeinsam einen Shutout für die Red Wings holten, war am 29. März 2019. Auch damals war der Gegner New Jersey. McLellan zeigte sich nach dem Spiel optimistisch, dass Gibson nicht länger ausfallen würde.

Wichtige Punkte

Seider und die beiden Torhüter sicherten den Red Wings mit diesem Sieg zwei wichtige Punkte, die am Ende der Saison noch einigen Einfluss auf die Stanley Cup Playoffs haben könnten. Detroit nahm seit 2016 nicht mehr an den Playoffs teil, doch dieses Jahr stehen die Chancen wirklich gut.

„Das ist aufregend, wir haben ein gutes Team“, sagte Neuzugang Faulk, der erst zur Trade Deadline zur Mannschaft stieß und gegen New Jersey sein Debüt für die Red Wings gab. „Die Jungs wollen aktiv sein und schnell spielen, sie sind hungrig, das merkt man. Wir haben einige Veteranen, die als Anführer helfen werden. Ich freue mich, Teil davon zu sein, hier loszulegen und meinen Teil zu leisten.“

Seider und seine Kollegen stehen mit 79 Punkten aus 64 Spielen (36-21-7) auf dem dritten Platz der Atlantic Division. Sie liegen nun einen Punkt vor den Montreal Canadiens, die die erste Wildcard der Eastern Conference halten. Der Abstand auf den ersten Platz außerhalb der Playoff-Ränge beträgt sechs Zähler. Allerdings haben sowohl die Canadiens als auch die Columbus Blue Jackets auf Platz neun der Conference noch zwei Spiele mehr vor sich.

„Wir können alle mit Druck umgehen und wollen gar keine Entspannung“, versicherte Seider. „Wir wollen konzentriert spielen und das haben wir gemacht. Wir haben uns nicht einschnüren lassen. Wir haben angegriffen und dann in der Abwehr gut gespielt.“

Es war ein erfolgreicher Anfang einer Serie von vier Auswärtsspielen. Am Dienstag muss Detroit bei den Florida Panthers antreten, am Donnerstag und Samstag warten dann mit den Tampa Bay Lightning und Dallas Stars zwei der besten Teams der NHL.

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