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Kings hoffen auf positiven Effekt des Trainerwechsels

Los Angeles will sich ein gutes Beispiel an sich selbst nehmen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die Los Angeles Kings hoffen durch den vollzogenen Trainerwechsel auf einen Schub. Erst in den nächsten Wochen wird sich klären, ob die Probleme der Kings damit behoben wurden. Der neue Coach Willie Desjardins, der L.A. bis zum Saisonende als Interimstrainer übernehmen wird, steht vor einer großen Herausforderung. Dass Trainerwechsel während der regulären Saison neue Impulse setzen können, zeigt der Blick in die Vergangenheit - doch es gibt nicht nur positive Beispiele.

L.A. zieht die Reißleine - Desjardins übernimmt

Die Kings waren zuletzt im freien Fall: Von elf Saisonspielen verlor Los Angeles neun (4-8-1) und ist mit nur neun Punkten die schlechteste NHL-Mannschaft. Zwischen dem 12. und 26. Oktober verlor L.A. sechs Spiele in Serie und holte dabei keinen einzigen Punkt. Mit erst 28 geschossenen Toren und 2,15 Toren/Spiel stellen die Kalifornier die schlechteste Offensive der Liga. Obwohl die Kings ihre letzte Partie gewinnen konnten (4:1 gegen die Columbus Blue Jackets) zogen die Verantwortlichen nun die Reißleine und stellten sowohl Coach John Stevens als auch seinen Assistenztrainer Don Nachbaur frei. "Es ist nicht so gelaufen und wir haben auch nicht so gespielt, wie wir es uns erwartet hatten", sagte General Manager Rob Blake.

 

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Desjardins soll nun als Interimslösung die Offensive ankurbeln und Los Angeles zurück in die Erfolgsspur führen. Der 61-Jährige arbeite in der NHL bereits als Coach der Dallas Stars und Vancouver Canucks. "Willie wird unsere Spieler wieder auf ein höheres Niveau bringen. Wie müssen wieder mehr Leidenschaft in unser Spiel bringen und sind davon überzeugt, dass er uns in die richtige Richtung führen wird", so Blake. Mit Anpacken wird der Deutsche Marco Sturm, der sein Amt als deutscher Bundestrainer aufgibt, um L.A. als Co-Trainer zu unterstützen. Als Spieler trug der 40-jährige selbst schon das Trikot der Kings (Saison 2010/11, 17 Spiele, vier Tore, fünf Assists).

Die Kings als bestes Beispiel

Welchen Effekt der Trainerwechsel auf den Erfolg in Los Angeles haben wird, werden erst die nächsten Wochen und Monate zeigen. Der Blick in die jüngere Vergangenheit verdeutlicht, dass neue Coaches durchaus gewaltige Impulse setzen konnten. Ein gutes Beispiel dafür lieferten die Kings selbst: In der Saison 2011/12 wurde Terry Murray durch Darryl Sutter ersetzt. Los Angeles schaffte es damals gerade noch als achte und letzte Mannschaft in der Western Conference in die Stanley Cup Playoffs, waren dort aber nicht zu stoppen: Über Presidents'-Trophy-Gewinner Vancouver Canucks (4:1), die St. Louis Blues (4:0) und die Phoenix Coyotes (4:1) zog L.A. ins Stanley Cup Finale ein und kürte sich am Ende gegen die New Jersey Devils zum Champion (4:2). Sutter arbeitete noch weitere fünf Jahre bei den Kaliforniern und holte 2014 erneut den Cup, ehe der nun entlassene John Stevens übernahm.

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Ein weiteres gutes Beispiel für einen gelungenen Trainerwechsel sind die Pittsburgh Penguins. Während der Saison 2015/16 übernahm der heutige Coach Mike Sullivan für Mike Johnston. Pittsburgh sicherte sich Rang zwei in der Metropolitan Division und holte am Ende den Stanley Cup (4:2 im Finale gegen die San Jose Sharks). Ein Jahr später wiederholten die Penguins dieses Kunststück und verteidigten den Titel (4:2 im Finale gegen die Nashville Predators).

 

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Keine Erfolgsgarantie

Dennoch gibt es bei einem Trainerwechsel keine Erfolgsgarantie. Hier dienen die Florida Panthers als Negativbeispiel: In der Saison 2016/17 wurde Gerard Gallant (mittlerweile Coach der Vegas Golden Knights) mit einer Bilanz von 11-9-1 entlassen. Der damalige GM Tom Rowe trat die Nachfolge an, wendete das Blatt für den amtierenden Atlantic-Division-Sieger aber nicht zum Guten: Florida verpasste die Playoffs um satte 14 Punkte. Rowes Bilanz war mit 24-27-10 deutlich schlechter als die seines Vorgängers und wechselte nach der Spielzeit zurück ins Management.

Los Angeles dürfte sich also am liebsten ein Beispiel an sich selbst nehmen. Ob im aktuellen Kader allerdings genug Qualität steckt, um sich in sieben Monaten zum Stanley-Cup-Sieger zu küren, bleibt abzuwarten.

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