Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Minnesota Wild und den San Jose Sharks

Zwei Minuten und vier Sekunden waren nach dem 1:1-Ausgleich der San Jose Sharks gespielt, als Kirill Kaprizov erneut zeigte, warum er der entscheidende Spieler im Kader der Minnesota Wild ist. In Überzahl fand er Maxim Shabanov am linken Pfosten, sodass dieser die Scheibe nur noch über die Linie schieben musste. Es sollte der Pass zum Siegtor für die Wild sein, die in der Grand Casino Arena am Ende mit 4:1 das Eis verließen.

„Shabanov hat schon einmal so ein Tor geschossen. Das war eine schöne Aktion von ihm. Er ist in den freien Raum gelaufen“, beschrieb Kaprizov. Die Frage nach dem eigenen Pass beantwortete er knapp: „Ich habe einfach versucht, den Puck dorthin zu spielen.“

Kaprizov war an allen vier Wild-Toren des Abends beteiligt und bestätigte seine Stellung als aktuell bester Torschütze und einer der besten Punktesammler der NHL. Minnesota feierte auch den 1000. Sieg in der Franchise-Geschichte und war dabei schneller als alle anderen Teams zuvor.

Kaprizov als Lehrmeister

Nach der Partie wurde Kaprizov darauf angesprochen, dass er nach dem Morning Skate mit Shabanov noch eine halbe Stunde auf dem Eis geblieben sei. Während der Superstar offen ließ, ob sie in dieser Zeit den Spielzug zur Führung einstudiert hätten, beschrieb er ruhige Technik-Übungen, die seine Rolle als Vorbild im Team der Wild zeigen.

Sie übten dabei auch, den Puck an der Bande anzunehmen. „Wenn du den Puck schneller von der Bande bekommst, hast du mehr Zeit“, erklärte Kaprizov. Etwa zehn Sekunden vor Shabanovs Tor konnte Kaprizov genau das im Spiel zeigen, ebenso wie unmittelbar vor seinem eigenen Treffer.

SJS@MIN: Kaprizov trifft per Direktabnahme im Powerplay zum 1:0

Kaprizov als Torjäger

Nach 7:55 gespielten Minuten hatte Kaprizov bereits zum 1:0 selbst getroffen. Bei doppelter Überzahl wurde er im rechten Bullykreis von Quinn Hughes bedient und netzte gegen Yaroslav Askarov im Tor der Sharks ein. Für den Angreifer der Wild war es bereits der 16. Treffer im 18. Saisonspiel. In der Torjägerliste baute er seinen Vorsprung gegenüber Leon Draisaitl (14) weiter aus.

Unter den besten Punktesammlern liegt Kaprizov (30) noch knapp auf dem mit Evan Bouchard geteilten dritten Rang. Nur Draisaitl (31) und Connor McDavid (44), die die Liga aktuell dominieren, übertreffen seine Werte. Kaprizov schließt aber auch hier weiter auf, indem er seine Punkteserie auf sieben Spiele verlängerte. In dieser Zeit sammelte er fünf Tore und acht Vorlagen. Mit seinem Tor und den drei Vorlagen gegen die Sharks erreichte er die 30-Punkte-Marke fast so schnell wie bei seinem eigenen Franchise-Rekord von 2024/25, als er 16 Partien benötigte.

Kaprizov als Erfolgsgarant

Kaprizov traf damit bereits in zwölf verschiedenen Partien. Kein anderer Spieler kann ihn hier übertreffen. Für die Wild sorgt ein Kaprizov-Treffer meist für den Erfolg. In zehn der zwölf Spiele mit seinem Tor gingen sie als Sieger vom Eis, nur einmal blieben sie punktlos (10-1-1).

Dazu ist Kaprizov oft der Türöffner für die Wild. Gegen die Sharks war er bereits zum 79. Mal am ersten Tor seines Teams beteiligt. Damit zog er mit Marian Gaborik auf dem zweiten Rang der Franchise-Geschichte gleich. Lediglich Mikko Koivu liegt mit 121 Beteiligungen am ersten Treffer noch vor Kaprizov.

SJS@MIN: Hughes baut die Führung im Schlussdrittel auf 3:1 aus

Bemerkenswert ist, dass die Wild auch nach den Führungen aggressiv bleiben. „John Hynes sagt uns immer wieder, dass wir auch bei einer Führung weiter Druck machen und ins Forechecking gehen sollen“, erläuterte Kaprizov. „Es ist einfacher, wenn du den Puck hast und nicht so viel Zeit im eigenen Drittel verbringst.“

Auch die Reihe um Kaprizov legt Wert auf Puckbesitz. „Wenn wir den Puck verlieren, versuchen wir, ihn sofort zurückzuholen“, erklärte Kaprizov die Arbeitseinstellung. „Und wenn wir nach hinten arbeiten müssen, dann machen wir das.“

Eine andere Perspektive

Für Jesper Wallstedt ist es zwischen den Pfosten der Wild meist ruhiger, wenn die Formation aus Kaprizov, Joel Eriksson Ek und Matt Boldy auf dem Eis steht. Von seinem Tor aus hat er einen hervorragenden Überblick und kann die Spielweise der ersten Reihe einordnen. „Alle drei sind offensiv enorm gefährlich, aber sie arbeiten auch nach hinten“, so der Schlussmann. „Sie verteidigen sehr gut, müssen aber auch nicht viel Zeit in unserem Drittel verbringen, weil sie offensiv so talentiert sind.“

SJS@MIN: Celebrini lenkt den Puck zum 1:1-Ausgleich ins Netz

Mit Quinn Hughes hat die Top-Formation von Minnesota noch eine weitere offensive Anspielstation. Das 3:1 im Schlussdrittel bewies genau das, als Hughes nach Zuspiel von Kaprizov Macklin Celebrini abschüttelte und mit einem Handgelenkschuss unter die Latte traf. „Er macht das eigentlich in jedem Spiel. Jeder weiß, dass er das machen wird, und trotzdem kommt er an seinem Gegenspieler vorbei. Das macht Spaß anzuschauen“, sagte Kaprizov.

Ein Sieg für die Geschichtsbücher

Den Schlusspunkt setzte Zach Bogosian mit seinem ersten Saisontor zum 4:1, vorbereitet von Eriksson Ek und Kaprizov. Wie ausgelassen Boldy und Kaprizov mit ihm jubelten, unterstrich die Stimmung in der Mannschaft. „Das zeigt, was für Jungs wir in der Kabine haben. Jeder freut sich für den anderen“, so der Torschütze.

Während Kaprizov mit seinem 51. Spiel mit zwei oder mehr Assists auf Rang drei der Team-Historie und mit seinem sechsten Vier-Punkte-Spiel auf Platz zwei vorrückte, war der Meilenstein für Minnesota noch größer.

Nach 1995 Partien der Wild in der NHL feierten sie den 1000. Hauptrunden-Erfolg. Sie sind damit die Franchise, die diesen Wert am schnellsten erreichte, und übertreffen den bisherigen Rekordhalter, die Philadelphia Flyers (2018 Partien), um 23 Spiele.

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