Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Washington Capitals und den Minnesota Wild

Kirill Kaprizov hat den nächsten bedeutenden Meilenstein seiner noch vergleichsweise jungen NHL-Karriere erreicht. Beim 5:1-Auswärtssieg der Minnesota Wild gegen die Washington Capitals am Sonntag verbuchte der russische Ausnahmestürmer seinen 500. Scorerpunkt in der besten Eishockeyliga der Welt. 

Doch nicht nur die persönliche Bestmarke des 29-Jährigen sorgt derzeit in Minnesota für gute Laune. Die Wild haben sich mit einem bemerkenswert starken Saisonstart an die Spitze der Central Division gesetzt und vermitteln zunehmend den Eindruck, dass mit ihnen in dieser Spielzeit ernsthaft zu rechnen ist.

Kaprizov erreicht einen besonderen Meilenstein

Es war eine dieser Szenen, die für einen Spieler lange in Erinnerung bleiben dürften. Bei 19:02 Minuten im Schlussdrittel traf Kaprizov ins verwaiste Tor der Capitals und machte damit nicht nur den Auswärtssieg seiner Mannschaft endgültig perfekt. Gleichzeitig erreichte er eine bemerkenswerte persönliche Bestmarke: 500 Scorerpunkte in der NHL.

Der Angreifer steht damit nach 413 Partien bei 245 Toren und 255 Vorlagen. In der Geschichte der Minnesota Wild ist er erst der zweite Spieler, der diese Marke erreicht hat. Bislang hatte lediglich Vereinsikone Mikko Koivu mit insgesamt 709 Punkten diese Schwelle überschritten.

Auch ligaweit ist Kaprizovs Tempo beeindruckend. Unter den aktuell aktiven NHL-Spielern benötigte lediglich ein Trio weniger Spiele für die ersten 500 Scorerpunkte. Connor McDavid und Sidney Crosby schafften es jeweils in 369 Begegnungen, Alex Ovechkin benötigte 373 Partien. Kaprizov liegt mit seinen 413 Spielen gleichauf mit Pittsburghs Evgeni Malkin auf Rang vier dieser besonderen Rangliste.

Für Minnesota ist diese Entwicklung von enormer Bedeutung. Kaprizov ist längst mehr als nur ein herausragender Torjäger. Er ist das offensive Gesicht des Franchise und ein Spieler, der eine Mannschaft mit seinen Fähigkeiten regelmäßig zu besonderen Leistungen führen kann.

Seine aktuelle Form unterstreicht das eindrucksvoll. Mit mittlerweile 15 Saisontoren führt er die ligaweite Torjägerliste an. Zudem verlängerte er gegen Washington seine persönliche Punkteserie auf fünf Spiele, in denen ihm vier Treffer und vier Vorlagen gelangen.

Minnesota überzeugt nicht nur mit seinen Stars

Der Erfolg gegen Washington war allerdings keineswegs ausschließlich das Werk des russischen Superstars. Vielmehr zeigte die Mannschaft von Trainer John Hynes erneut, wie breit sie inzwischen aufgestellt ist.

Bereits im ersten Drittel stellten die Wild die Weichen auf Auswärtssieg. Quinn Hughes brachte Minnesota nach 3:42 Minuten in Führung. Der Verteidiger, der sich immer stärker als prägende Figur im Spiel der Wild etabliert, erzielte seinen fünften Saisontreffer. Nur knapp zwei Minuten später erhöhte Michael McCarron auf 2:0.​

MIN@WSH: Hughes erzielt das erste Tor im Spiel

Bemerkenswert daran: Beide Treffer entstanden mit entscheidender Beteiligung von Spielern, die nicht unbedingt zu den prominentesten Namen im Kader gehören. Beim Führungstor stand die vierte Reihe mit Nico Sturm (9:22 Minuten Eiszeit, ein Assist), Ryan Hartman und Tyler Pitlick auf dem Eis. Das zweite Tor bereitete Bobby Brink mit einer starken Aktion hinter dem gegnerischen Tor vor.

Trainer Hynes sieht gerade in solchen Beiträgen einen wichtigen Schlüssel zum bisherigen Erfolg. Natürlich sei man auf die Leistungsträger angewiesen. Über eine lange Saison hinweg brauche es aber regelmäßige Beiträge aus sämtlichen Mannschaftsteilen. Genau in den Begegnungen, in denen dies gelinge, habe Minnesota bislang besonders häufig gewonnen.

Auch McCarron sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg. Gerade die Tiefe im Kader werde im weiteren Saisonverlauf und insbesondere in den Stanley Cup Playoffs wichtig werden. Wenn die Gegner verstärkt die Topspieler unter Druck setzten, könnten andere Akteure entscheidend werden. Man beginne gerade, seinen Rhythmus zu finden, erklärte der Angreifer.

Wallstedt wird zum wichtigen Rückhalt

Ein weiterer wesentlicher Baustein des erfolgreichen Saisonstarts ist die Torhüterposition. Gegen Washington stand Jesper Wallstedt zwischen den Pfosten und rechtfertigte das Vertrauen seines Trainers mit einer starken Vorstellung.

Der Schwede entschärfte 26 Schüsse und verhinderte insbesondere in der zweiten und dritten Spielperiode, dass die Capitals nach ihrem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer noch einmal richtig zurück ins Spiel fanden.

Jesper Wallstedt 110226

Justin Sourdif hatte Washington kurz vor Ende des zweiten Drittels auf 1:2 herangebracht. Anschließend entwickelte sich eine Phase, in der Minnesota vor allem defensiv gefordert war. Wallstedt blieb jedoch ruhig und zeigte mehrfach seine Klasse. Besonders wichtig war eine Parade gegen Alex Tuch, der nach einem Fehler von Zach Bogosian frei vor dem Tor auftauchte.

Bogosian gab anschließend unumwunden zu, dass ihn sein Torhüter in dieser Situation gerettet habe. Wallstedt sei schließlich schon die gesamte Saison über ein hervorragender Rückhalt.

Seine bisherigen Zahlen können sich tatsächlich sehen lassen. Nach dem Erfolg in Washington steht der 23-Jährige bei neun Siegen, zwei Niederlagen und drei weiteren Partien mit Punktgewinn. Sein Gegentorschnitt beträgt lediglich 2,06, seine Fangquote liegt bei starken 92 Prozent.

Die Wild entwickeln sich zu einem echten Spitzenteam

Der Erfolg in Washington war bereits der fünfte Auftritt in Serie, bei dem Minnesota punkten konnte. Vier dieser Begegnungen gewann die Mannschaft, eine weitere ging erst in der Verlängerung verloren. Mit einer Bilanz von 10-3-3 nach 16 Saisonspielen gehören die Wild damit zur Spitzengruppe der NHL und führen ihre Central Division an.

MIN@WSH: Shabanov trifft bei Überzahl und baut Führung aus

Dabei ist nicht allein die offensive Durchschlagskraft bemerkenswert. Minnesota hat inzwischen offenbar auch gelernt, Begegnungen zu gewinnen, in denen nicht alles spektakulär läuft. Torhüter Wallstedt sprach nach dem Spiel gegen Washington von einer bisweilen geradezu langweiligen Spielweise. Genau diese sei aber notwendig gewesen, um den Druck der Capitals auszuhalten.

Die Wild hätten sich nicht dazu verleiten lassen, komplizierte Spielzüge zu erzwingen oder unnötige Risiken einzugehen. Stattdessen habe man den Puck tief gespielt, konsequent gearbeitet und sich auf die eigenen Stärken besonnen.

Verteidiger Zach Bogosian sieht darin ebenfalls eine wichtige Entwicklung. Wenn eine Mannschaft strukturiert spiele, könne das mitunter langweilig wirken. Das sei allerdings keineswegs schlecht. Schließlich bedeute es häufig, dass die Spieler zur richtigen Zeit am richtigen Ort seien und Fehler schnell gemeinsam korrigieren könnten.

Auch das Überzahlspiel funktioniert bislang hervorragend. Bereits 15 Powerplay-Tore stehen nach 16 Begegnungen zu Buche. Gegen Washington kamen zwei weitere Treffer hinzu, durch Maxim Shabanov und Danila Yurov.

Natürlich ist die Saison noch jung. Von einer endgültigen Standortbestimmung kann bei den Wild deshalb noch keine Rede sein. Allerdings deutet derzeit vieles darauf hin, dass Minnesota mehr ist als eine Mannschaft, die lediglich einen guten Oktober erwischt hat.

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