Jets-Devils DE Hot Topics Split 110626

In der Serie „Hot Topics“ blickt NHL.com/de an jedem Freitag auf die heißesten NHL-Themen innerhalb einer Woche zurück.

In dieser Ausgabe: Comeback-Sieg der Jets, Original-Six Overtime-Krimi, Aufstieg auf der Meilenstein-Leiter, junge Torjäger und New Jerseys Heimstärke

Top-Thema: Einmaliger Comeback-Sieg

4 waren nicht genug

Im Eishockey ist vieles möglich, doch dass ein 4-Tore-Vorsprung des Tabellenfünften gegen den 28. des Klassements keine drei Minuten vor Spielende nicht ausreicht, den Sieg einzufahren, das ist dann doch nicht vorstellbar. Nein, das war nicht vorstellbar bis zum vergangenen Dienstag, als die mit fünf Siegen in Folge nach Winnipeg angereisten Montreal Canadiens gegen die Winnipeg Jets eine 4-0-Führung aus der Hand gaben, obwohl nur noch 159 Sekunden auf der Uhr standen. Die späte Aufholjagd der Hausherren leitete Tyrel Bauer mit seinem ersten NHL-Tor überhaupt ein. In den folgenden 126 Sekunden trafen noch Morgan Barron und zweimal Kyle Connor zum Ausgleich. Schließlich schoss noch in der erzwungenen Overtime Dylan Samberg das Siegtor für die zuvor neunmal am Stück sieglosen Jets.

WPG@MTL: Jets kommen im dritten Drittel zurück und gewinnen in der OT

Vor dieser Begegnung hatten Mannschaften eine Gesamtbilanz von 0-10299-0, wenn sie drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit mindestens vier Toren im Rückstand gelegen waren (reguläre Saison und Stanley Cup Playoffs). Der bisher späteste 4-Tore-Comeback-Sieg war den Los Angeles Kings gegen die Dallas Stars am 10. November 2007 gelungen. Sie drehten die Partie in den letzten 7 Minuten und 14 Sekunden.

Aus der Bahn werfen, ließen sich die Canadiens durch die Niederlage nicht. In ihrer darauffolgenden Partie gaben sie am Donnerstag den Utah Mammoth mit 5:4 n.V. das Nachsehen, obwohl sie bereits früh mit 0:2 hinten gelegen waren. Montreal ist nun das vierte Team in der Geschichte der NHL, das unmittelbar nach einer Niederlage, bei der es einen Vorsprung von vier Toren verspielt hatte, ein Spiel mit mehreren Toren Rückstand noch drehen konnte. Damit reiht sich Montreal in die Riege der Calgary Flames (18. Oktober 2007), der Toronto Maple Leafs (30. November 2000) und der Edmonton Oilers (26. Oktober 1991) ein.

Original Six Overtime-Thriller mit Meilensteinen

Ebenfalls erst in der Verlängerung entschieden, wurde das Original-Six-Aufeinandertreffen zwischen den Boston Bruins und den Chicago Blackhawks am Halloween-Abend, als die gastgebenden Bruins dreimal einen Rückstand egalisieren konnten, im dritten Durchgang sogar einen von zwei Toren. Den 5:4-Siegtreffer für die Mannschaft von Marco Sturm markierte Elias Lindholm nach gut 2 ½ Minuten in der Verlängerung.

Ein Franchise-Spieler auf jeder Seite hatte in dieser Partie persönlichen Grund zur Freude. Bei den Bruins schoss David Pastrnak zum 1:1 sein 428. Tor in seiner 848. NHL-Partie für Boston, womit er keinen Geringeren als Patrice Bergeron auf Platz drei der All-time-Torschützenliste der Bruins überholte.  Vor Pastrnak rangieren noch Phil Esposito mit 459 Toren in 625 Spielen und Johnny Bucyk mit 545 Toren in 1436 Spielen.

CHI@BOS: Lindholm in der Verlängerung

Die 1:0-Führung der Blackhawks hatte Anton Frondell besorgt. Die Vorarbeit zu dessen Powerplay-Treffer leistete Chicagos Eishockey-Ikone Patrick Kane. Für den 37-jährigen Rechtsaußen war es der 900. Assist seiner NHL-Karriere. Er ist in der Liga-Geschichte der erste in den USA geborene Spieler, dem 900 Vorlagen gelangen und nach Sidney Crosby der zweite noch aktive Spieler, der diesen Meilenstein erreicht hat.

Noch keinen Rost angesetzt

Noch keineswegs zum alten Eisen zählen Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins und Steven Stamkos von den Nashville Predators, die in der vergangenen Woche in den ewigen Bestenlisten der NHL weiter nach oben kletterten.

Der 39-jährige Crosby überholte mit nun 1113 Assists für die Penguins Ray Bourque (1111 Assists für die Bruins) bei den meisten Vorlagen für einen Klub. Zudem ist Pittsburghs Kapitän nun der achte Spieler in der NHL-Geschichte, dem 800 Scorerpunkte in Auswärtspartien gelangen. Und in der All-time-Scorerliste der NHL zog er mit dem sechstplatzierten Marcel Dionne (1771 Punkte) gleich.

Von Stamkos Erfahrung profitierten die Predators, die sich in ihren drei Wochenauftritten schadlos hielten. Der 36-jährige Center traf beim 5:4-Sieg n.P. zuhause gegen die Tampa Bay Lightning zum 4:4 und beim 3:2-Auswärtserfolg n.V. gegen die Colorado Avalanche in der Verlängerung jeweils bei Überzahl. Mit nun 18 Overtimetoren teilt er sich den siebten Platz in den NHL-Geschichtsbüchern und mit 102 Game Winnern überholte Stamkos den zehntplatzierten Jarome Iginla. Mit 247 Powerplay-Treffern steht Stamkos zusammen mit Luc Robitaille auf dem fünften Rang in dieser Kategorie, und unter den noch aktiven Spielern kommt nur Alex Ovechkin (331 PPG) auf mehr Überzahltore als Stamkos.

NSH@COL: Stamkos per Direktabnahme zum Overtime-Siegtor

Torhungrige Talente

21 verschiedene Rookies zeichneten sich in der vergangenen Woche als Torschützen aus, sogar deren 35 sammelten mindestens einen Scorerpunkt. Von Tag zu Tag spielt sich ein anderes Talent in den Vordergrund und schafft es in die Schlagzeilen. Am Donnerstag durfte sich Viggo Björck mit einem Assist für die Winnipeg Jets über seinen ersten NHL-Scorerpunkt freuen. Mit 18 Jahren und 238 Tagen ist er der drittjüngste schwedische Spieler in der NHL-Geschichte zum Zeitpunkt seines ersten NHL-Punkts. Noch etwas jünger waren Mika Zibanejad (18 Jahre, 172 Tage am 7. Oktober 2011) und Rasmus Dahlin (18 Jahre, 181 Tage am 11. Oktober 2018).

Von den ersten Drei in der Rookie-Gesamtwertung vor einer Woche, Gavin McKenna, James Hagens (ein Tor, ein Assist) und Trevor Connelly (drei Tore), punkteten zwar zwei in den letzten sieben Tagen, doch die Wochenwertung führen mit Sandis Vilmanis (drei Tore, zwei Assists) von den Florida Panthers, Judd Caulfield (zwei Tore, zwei Assists) von den Anaheim Ducks und Roman Kantserov (drei Tore, ein Assist) von den Chicago Blackhawks andere NHL-Neulinge an.

VGK@DET: Connelly trifft aus dem Slot zur späten Führung

Devils zu Hause eine Macht

Im heimischen Prudential Center lassen sich die New Jersey Devils nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Wie geschmiert lief es für das Team von Kapitän Nico Hischier vor allem in den Zusatzschichten. Die Edmonton Oileres bezwangen sie am Dienstag mit 4:3 nach Penaltyschießen, und gegen die St. Louis Blues schossen sie in der Overtime den 5:4-Siegtreffer.

Seit mittlerweile sechs Spielen sind die Devils zuhause ungeschlagen. In den letzten 15 Jahren haben die Devils nur in der vergangenen Spielzeit mit sieben Heimsiegen am Stück eine längere Serie dieser Art hingelegt.

STL@NJD: Bratt trifft in der Verlängerung und beschert den Devils den 5:4-Sieg

Neuzugang Connor Hellebuyck hütete bei den jüngsten zwei Heimsiegen den Kasten und durfte sich über seine Siege drei und vier im Jersey der Devils freuen. Er ist nach John Vanbiesbrouck in der Saison 2000/01 der zweite Torhüter in der Geschichte der Devils, der jeden seiner ersten vier Einsätze für den Klub gewann.

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