Eine neue Top-Reihe?
Valmanis lief als Rechtsaußen in der zweiten Reihe neben zwei erfahrenen Sturmpartnern wie Center Sam Reinhart (30, dreifacher Stanley Cup Champion) und Linksaußen Carter Verhaeghe (31, zweifacher Stanley Cup Champion) auf.
„Sie waren heute unsere erste Reihe, weil sie so gut waren“, betonte Panthers-Trainer Paul Maurice. „Sie waren in beide Richtungen stark, haben also die Defensive nicht für die Offensive aufgegeben. Sie haben verantwortungsbewusst gespielt. Mir hat gefallen, wie die drei gespielt haben.“
Vilmanis (2-2-4, 13:32 Minuten Eiszeit, zwei Torschüsse, +3) erlebte ein Vier-, Reinhart (1-2-3; 18:04 Minuten Eiszeit, sechs Torschüsse, +3) erlebte ein Drei- und Verhaeghe (1-1-2; 17:16 Minuten Eiszeit, vier Torschüsse, +2) ein Zwei-Punkte-Spiel. Dabei erhielt die Formation tatsächlich mehr Eiszeit als die nominelle Top-Reihe um Brady Tkachuk (0-1-1, 16:57 Minuten), Sam Bennett (0-0-0, 13:49 Minuten) und Matthew Tkachuk (0-1-1, 15:12 Minuten).
„Du musst diese zwei erfahrenen Spieler loben, die sehr positiv und aufmunternd mit ihm (Vilmanis) gearbeitet und ihm gleichzeitig etwas beigebracht haben“, führte Maurice aus. „Er kann in freie Räume skaten und sich an Pucks festbeißen, das hat er heute ein paarmal gezeigt. Wenn er Tempo aufnimmt, dann kommen alle anderen Facetten seines Spiels von ganz alleine: seine Hände, seine Physis. Er hat das meiste daraus gemacht.“
„Meine Reihenkollegen sind eine der besten Spieler, mit denen du auflaufen kannst“, gab Vilmanis die Komplimente an seine Reihenkollegen weiter. „Ich musste also in den richtigen Momenten nur die richtigen Dinge tun, dann würde meine Zeit schon kommen. Wir haben als Reihe gearbeitet, was sich ausgezahlt hat. Wir haben füreinander gearbeitet, haben Chancen kreiert und diese genutzt. Es ist nicht nur die Chemie, sondern auch wie wir gespielt haben: Wir haben schnell gespielt, haben mehr Zeit in der Offensivzone verbracht und die Tore geschossen.“
Steigendes Selbstvertrauen
Beim 1:0 zog Vilmanis mit Vollgas zum Tor und empfing in einer „Just-in-Time“-Produktion einen scharfen Pass von Reinhart, den er aus der Nahdistanz nur noch über die Linie drücken musste (5.).
„Er war großartig“, schwärmte Reinhart von Vilmanis. „Es ist schön zu sehen, wie sich sein Spiel verändert hat. Selbstvertrauen baut sich manchmal langsam auf, wenn du neu in diese Liga kommst. Ich kann nicht genug positive Dinge über ihn sagen. Er springt so schnell auf die Pucks und explodiert regelrecht. Er wartet nicht auf Spielzüge, sondern geht sofort in die Bewegung und den Angriff über. So bekommt er viele Räume.“
Beim 3:0 glitt Vilmanis mit unglaublicher Ruhe die Grundlinie von links entlang nach innen und spielte im genau richtigen Moment auf Seth Jones, der zum Tor vollstreckte (34.).
„Er hat erkannt, dass es Momente gibt, in denen du auch mal mehr Zeit hast“, gefiel Maurice die Vorarbeit des Letten. „Er war in dieser Szene nicht zu langsam, denn er ist in Bewegung geblieben, hat die Gegenspieler auf sich gezogen, sodass dieser Passweg aufgehen konnte.“
Mit breiter Brust traf Vilmanis im Schlussdrittel vom linken Faceoffkreis ins Torwarteck zum 4:2, was den Siegtreffer bedeuten sollte (52.). Eine Vorlage zum Empty-Net-Tor von Reinhart (59.) machte seinen Traum in Pink Wirklichkeit.
„Ich versuche mich immer noch zu verbessern und mich daran (an die Liga) zu gewöhnen. Dabei haben mich die Jungs tagtäglich stark unterstützt. Ich möchte in jedem Spiel mehr Selbstvertrauen aufbauen“, sagt Vilmanis, der mit dem Rekord für die meisten Punkte eines lettische Spieler in einem einzelnen Spiel mit Sandis Ozolinsh (insgesamt siebenmal, zuletzt am 4. März 2001) gleichzog.
„Es ist eine großartige Lernkurve, wenn man nicht nur sechs bis acht Minuten pro Spiel spielst und den Puck kaum abbekommst. Er hat sich diese Chance verdient. Er hat gute Entscheidungen gegen gute Gegenspieler getroffen. Die Lernkurve ist also steiler“, freute sich Maurice über die Entwicklung von Vilmanis - und schickte Floridas Fünftrunden-Pick aus dem NHL Draft 2022 (insgesamt 157. Stelle) auch nochmal für einen möglichen Hattrick aufs Eis, als Chicago den Torwart zog.
„Ich wäre nicht überrascht gewesen und habe ihn nicht nur aufs Eis geschickt, um das zu erreichen, denn ich hatte einfach das Gefühl, dass diese Reihe unsere beste war“, so Maurice. „Er hat die richtige Entscheidung getroffen und als Linksschütze den Puck die Bande entlang nach vorne gespielt, statt darauf (den Empty Netter) zu gehen. So war das Spiel auch entschieden. Es war ein ausgebuffter Spielzug von ihm.“