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Michael Grabner soll Scoringtouch importieren

Historischer Trade zwischen New Jersey und Rangers soll die Offensive der Devils weiter befeuern

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Zum ersten Mal überhaupt einigten sich die Lokalrivalen New Jersey Devils und New York Rangers auf einen Wechsel: Verteidiger-Talent Yegor Rykov sowie ein Zweitrunden-Draftrecht 2018 gehen nach New York - im Gegenzug wechselt der Österreicher Michael Grabner zu den Devils und soll dort nicht nur für Tore sorgen. 

"Es ist viel passiert", schilderte Grabner gegenüber NHL.com/de nach dem Training am Freitag. "Es gab schon viele Veränderungen in meinem Leben. Aber ich bin froh jetzt zu dieser Organisation anzugehören und hoffe der Mannschaft helfen zu können." 

 

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Der erste Trade zwischen Rangers und Devils überhaupt beinhaltete mit Grabner einen Österreicher. Der 30-Jährige hat noch einen Vertrag (1,65 Millionen US-Dollar Jahressalär) bis zum Saisonende und wird danach zum unrestricted Free Agent. Mit Rykov sowie einem Zweitrunden-Draftpick legte New Jersey viel Talent als Gegenwert auf den Tisch. Was sie sich vom gebürtigen Villacher erwarten, ist angesichts seiner Statistik klar.

Top-Torjäger vor neuem Rekord

Mit 25 Toren war Grabner der Top-Torjäger der Broadway Blueshirts sowie mit 31 Scorerpunkten auch noch der viertbeste Scorer. Bleibt der Flügelstürmer selbst beim neuen Klub ähnlich treffsicher, könnte er bis zum Ende der regulären Saison auf 35 Treffer kommen und würde damit seinen bisherigen Rekord aus der Spielzeit 2010/11 (34 Tore für die Islanders) knapp übertreffen. Hilfreich könnte dabei sein, dass der Österreicher von der neunzehnt- zur zwölftbesten Offensive der NHL wechselt.

Video: PHI@NYR: Grabner erzwingt Turnover und trifft

Schnelligkeit und Erfahrung als Plus

Vom 30-Jährigen erwarten sich die Devils aber weit mehr als nur Tore. So bringt der Linksschütze auch jede Menge Geschwindigkeit mit, was dem 30-Jährigen die Eingewöhnung in ein junges, schnelles Team erleichtern dürfte. Mit Taylor Hall (26), Nico Hischier (19), Jesper Bratt (19), Will Butcher (23) und Miles Wood (22) sind die Top-Fünf-Scorer im Schnitt 21,8 Jahre alt. Hinzu gesellt sich nun der 30-jährige Grabner, dessen Erfahrung sich im Schlussspurt der Hauptrunde sowie eventuellen Playoffs noch als enorm wichtig erweisen könnte.

"Ich habe die letzten Jahre einige Male gegen sie gespielt und kenne sie gut genug, dass sie bereits ein schnelles Team sind", verdeutlichte Grabner. "Also versuche ich mich einzubringen und meine Schnelligkeit zu nutzen, dass sie vielleicht noch besser werden. Es wird sehr viel Spaß machen."

Playoff-Rennen mit Grabner

Aktuell rangiert New Jersey auf Rang vier der Metropolitan Division. Die 70 Zähler auf dem Punktekonto reichen aktuell für einen Wild-Card-Platz in der Eastern Conference. Diesen gilt es nun gegen die Verfolger Columbus Blue Jackets (65 Punkte), New York Islanders (65), Carolina Hurricanes (64) und Florida Panthers (60) zu verteidigen. Pikant: Die nächsten vier Spiele der Devils sind richtungsweisend: Es geht nicht nur gegen die Verfolger Islanders, Panthers und Hurricanes, sondern ebenso gegen den Division-Rivalen Pittsburgh Penguins. Kaum verwunderlich also, dass New Jersey noch vor der Trade-Deadline (Montag, 21 Uhr, MEZ) reagierte und sich die Dienste von Grabner sicherte.

"Der Trade macht absolut Sinn für uns", betonte General Manager Ray Shero in einer Pressekonferenz am Freitag. "Grabner ist mit seiner Erfahrung die perfekte Ergänzung für unser junges Team. Er ist schnell und verfügt über viel Qualität im Abschluss und im Penalty-Killing. Wenn man jemand wie ihn bekommen kann, muss man zugreifen. Der Trade kam übrigens recht kurzfristig zustande. Wir haben ihn erst gestern in den Abendstunden perfekt gemacht."

Video: NJD@CAR: Hischier in die Ecke des Tores

11. Spieler der Geschichte

Grabner wird der elfte Spieler der NHL-Geschichte, der für alle drei Mannschaften aus dem Großraum New York gespielt hat, wenn er am Samstag sein Debüt für die Devils gegen die Islanders gibt. Der Stürmer war vom Jahr 2010 an für über vier Jahre für das Team aus Long Island aufgelaufen und die letzten knapp zwei Jahre für die Rangers. Er kommt dadurch in den Klub zu den Stürmern Arron Asham, Pat Conacher, Sergei Nemchinov und PA Parenteau; den Verteidigern Joel Bouchard, Vladimir Malakhov und Mike Mottau, und die Torhüter Mike Dunham, John Vanbiesbrouck und Kevin Weekes, die ebenfalls bei allen drei Teams mindestens ein Spiel absolvierten.

Die Ungewissheit, die Grabner ein paar Wochen begleitet hatte, ist nun vorüber. "Es fühlt sich als Spieler immer schlecht an, weil man weiß, dass es im Team schlecht läuft und man selbst ist ein Teil davon", erzählte er. "Es ist stressig zu wissen, dass etwas passieren kann, aber man weiß nicht was. Doch wenn es vorbei ist, dann kann man nach vorne schauen."

Besonders in Bezug auf eine mögliche Perspektive dürften die Worte des GM in den Ohren von Grabner klingen: "Ich habe ihn nicht als kurzfristige Maßnahme im Hinblick auf die Playoff-Qualifikation geholt, sondern als langfristige Verstärkung", merkte Shero an. "Das heißt nicht, dass ich mit den Spielern unzufrieden war - im Gegenteil. Aber mit Grabner haben wir noch mehr Alternativen im Angriff, gerade auf der Außenposition."

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