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Grubauer-Trade bringt Colorado ein starkes Duo

Der deutsche Torhüter unterschreibt einen Vertrag über drei Jahre und kämpft um mehr Starts

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die Washington Capitals, Stanley-Cup-Sieger der vergangenen Saison, haben in der vergangenen Nacht Torhüter Philipp Grubauer und Verteidiger Brooks Orpik zu den Colorado Avalanche getradet. Im Gegenzug erhielten die Caps einen Draftpick in der zweiten Runde. Mit diesem Pick zogen die US-Hauptstädter den 18-jährigen Stürmer Kody Clark. Grubauer, der für Washington in den Playoffs zweimal im Tor stand und beide Matches nicht gewinnen konnte, hofft nun in Colorado zur Nummer 1 zu werden.

Grubauer wäre zum 1. Juli ein Restricted Free Agent geworden, doch bereits einen Tag nach Bekanntwerden des Tauschgeschäfts einigten sich der gebürtige Rosenheimer und das Franchise aus Denver auf einen Vertrag. Der Schlussmann unterschrieb für drei Spielzeiten.

 

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Mit Orpik holten sich die Avalanche zudem einen den Cap-Space stark belastenden Defensiv-Veteranen in die Mile High City. Ob der 37-Jährige jedoch jemals im Avalanche-Trikot auflaufen wird, erscheint fraglich. Sollte kein Abnehmer für ihn gefunden werden, liegt auch eine Vertragsauflösung per Buyout im Bereich des Möglichen.

Der Gegenwert, den Washington für Grubauer erhielt, ist somit Luft unter der Gehaltsgrenze durch den Tausch von Orpik sowie ein Pick in der zweiten Runde. Für Grubauer sollte das ein Zeichen sein, was Colorados General Manager Joe Sakic und Coach Jared Bednar mit dem 26-jährigen Oberbayern vorhaben. Sie dürften ihn zum Starting-Goalie aufbauen wollen. Das liegt besonders an Grubauers starken Leistungen in der vergangenen Saison.

In 35 Spielen der regulären Saison führte er Washingtons Team nach Gegentorschnitt (2,35), Fangquote (92,3%) und Shutouts (3) an. Mit 15 Siegen als Starttorhüter stellte Grubauer seine persönliche Bestmarke von 2016/17 ein. Besonders die Darbietungen vom 24. November bis Ende der regulären Saison waren beeindruckend. Der deutsche Torwart war in diesem Zeitraum mit 1,93 Gegentoren pro Spiel und 93,7% gehaltenen Schüssen in beiden Statistiken das Maß aller Dinge unter den NHL-Goalies. Der verdiente Lohn waren zwei Starteinsätze zu Beginn der Playoffs, ehe er von Braden Holtby wieder aus dem Kasten verdrängt wurde.

Video: MTL@WSH: Grubauer rettet gegen Byron

In Colorado heißen Grubauers Konkurrenten nächste Saison nicht mehr Holtby, sondern Semyon Varlamov und Pavel Francouz. Varlamov konnte für die Avs letzte Saison in 51 Partien auf einen Gegentorschnitt von 2,68 und einen Anteil von 92,0% gehaltenen Schüssen verweisen. Francouz wechselt von Traktor Chelyabinsk aus der russischen KHL nach Colorado. Der tschechische Nationaltorwart überzeugte in der KHL mit nur 1,8 Gegentreffern pro Match und 94,6% gehaltener Schüsse. Sakic bezeichnet beide, Varlamov und Grubauer, als Top-Goalies: "Wir waren auf der Suche nach einem zweite starken Goalie. Wir haben ein junges Team und mussten letzte Saison lernen, dass wir zwei gute Torhüter brauchen. Tatsächlich haben wir sogar drei benötigt. Wir wollten daher sichergehen, dass wir mit unserem jungen Team immer ein hervorragendes Goaltending haben. Wir verfügen jetzt über zwei Nummer-1-Torhüter."

Die Situation in Colorado bleibt spannend. Die drei Torhüter sind mit 26 (Grubauer), 28 (Francouz) und 30 Jahren (Varlamov) noch in einem Alter, in dem sie sich weiter verbessern können. Sakic plant ein starkes Tandem mit Varlamov und Grubauer: "Bei der Spielweise heutzutage kann ein Torhüter nicht fünf, sechs, sieben Partien am Stück spielen. Er braucht Erholungsphasen. Wir glauben, dass beide etwa gleich viele Partien bestreiten werden."

 

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Egal wie die Entscheidung letztlich ausfällt, ob einer der beiden Konkurrenten zum klaren Starter aufsteigt oder ob sie abwechselnd zum Einsatz kommen: Sakic traut Grubauer den nächste Schritt zu, macht die weitere Entwicklung aber indirekt abhängig von den Vorderleuten: "Das Wichtigste ist, dass die Spieler vor ihnen glauben, dass die beiden Torhüter die Matches für sie gewinnen können. Grubauer hat gerade den Stanley Cup geholt. Er weiß, was es braucht, um Erfolg zu haben. Er hatte großen Anteil daran, dass die Capitals in die Playoffs gekommen sind. Seine letzten zwei Spielzeiten waren super, als Backup zwar, aber wir glauben, dass er sich weiterentwickelt und zur absoluten Nummer 1 aufsteigen kann."

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