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Wehe Ovechkin wird auf ihn losgelassen

Washingtons Teamkapitän erzielte gegen keinen anderen Torwart mehr Tore als gegen Lundqvist

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Bitte nicht schon wieder! Henrik Lundqvist erlebte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bei der 3:4-Overtime-Niederlage seiner New York Rangers in Washington zum wiederholten Male ein Deja-vu, genauer gesagt ereilte ihm zum 23. und 24. Mal das Schicksal, dass es für ihn gegen Alex Ovechkin Nichts zu halten gab.

Was sollst du als Torwart auch schon gegen solche Schüsse machen, die so präzise ihr Ziel finden wie aus dem Hinterhalt die Pfeile von Robin Hood die Schergen des Sheriffs von Nottingham?

Video: NYR@WSH: Ovechkin gelingt sein zweites PPG im Spiel

Erzähl ihm keiner, dass er beim 2:1-Führungstor im Mitteldrittel freie Sicht hatte, dass Ovechkin wie üblich bei einem Powerplay seiner Washington Capitals oberhalb des linken Bullykreises stand. Erzähl ihm keiner, dass er beim 3:2-Führungstor im Mitteldrittel freie Sicht hatte, dass Ovechkin wie üblich bei einem Powerplay seiner Washington Capitals oberhalb des linken Bullykreises stand.... Die Schleife ließe sich endlos fortsetzen, zumindest so lange der russische Torjäger nicht gedenkt, seine NHL-Karriere zu beenden.

Solche Schüsse pariert kein Lundqvist, solche Schüsse pariert überhaupt kein Torwart! Flach ins kurze Eck, flach ins lange Eck oder vielleicht doch in den rechten oder linken Torwinkel, auf Wunsch gerne auch durch die Schoner, wohin soll sich ein Torhüter orientieren, sobald er sieht, dass Ovechkin aufzieht? Selbst in Zeitlupe fällt es schwer, zu erkennen, wo genau Ovechkins wuchtige Direktabnahme im Kasten eingeschlagen hat.

 

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Was bleibt Lundqvist anderes übrig, als ungläubig den Kopf zu schütteln? Kein anderer Schlussmann kassierte in der NHL mehr Tore von Ovi als der 36-jährige Schwede, der nicht nur über viele Jahre zu den besten seines Fachs zählte, sondern noch immer dazu gehört.

"Aber ich sollte wissen, dass dieser Kerl von überall schießen kann. Es sah nicht so aus, als würde er abziehen. Er bekam den Pass, und dann - bumm! Bevor man es merkt, kommt er [der Puck] auf einen zu. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich habe so oft gegen ihn gespielt, dass ich wissen sollte, dass ich immer bereit sein muss", sagte Lundqvist.

Seine unrühmliche Ovechkin-Quote rührt selbstverständlich daher, dass sich die Wege der Kontrahenten sehr häufig kreuzten. Beide begannen ihre NHL-Karrieren in der Saison 2005/06, bereits im sechsten Jahr treten ihre Teams in der Metropolitan Division gegeneinander an, wodurch vier Aufeinandertreffen pro Spielzeit garantiert sind.

Ovechkin bestritt seine erste Begegnung gegen die Rangers am 10. Oktober 2005 in Washington. Und wie sollte es anders gewesen sein, als dass er aus einer nummerischen Überlegenheit heraus für das 3:2-Siegtor sorgte? Den Kasten der Gäste aus Manhattan hütete jedoch Kevin Weekes.

Lundqvist machte zum ersten Mal am 26. November 2005 mit Ovechkin Bekanntschaft: Die Partie im Madison Square Garden endete nach einem Marathon-Shootout über 15 Runden, dem Marek Malik mit einem denkwürdigen Penalty ein Ende setzte, 3:2 für die Rangers. Lundqvist, der neun Schüsse sowie einen Penaltyversuch von Ovechkin abwehren konnte, wurde zum 1st Star dieses Spiels ernannt.

Nur sieben Tage später gab es ein Wiedersehen der beiden Rookies in der US-Hauptstadt. Nun hatte Ovechkin Grund zum Jubeln: Mit seinem Premieren-Tor gegen Lundqvist und mit drei Assists war er an vier Treffern seiner Capitals beim 5:1-Sieg beteiligt - die 1st-Star-Ehren dieser Begegnung kamen dem Scharfschützen aus Washington zuteil!

 

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In 53 Begegnungen mit den Rangers erzielte Ovechkin 32 Tore, was einem Schnitt von 0,60 Toren pro Spiel entspricht. Lundqvist muss sich angesichts solcher Zahlen dennoch nicht grämen, denn zum einen stand er nicht jedes Mal im Kasten, wenn Ovechkin traf und zum anderen gibt es 14 Teams in der NHL, gegen die der Ausnahmestürmer im Schnitt noch häufiger getroffen hat.

Vielleicht wird Lundqvist auch demnächst wieder als Schlussmann, den Ovechkin am häufigsten bezwingen konnte, abgelöst. Marc-Andre Fleury von den Vegas Golden Knights (ehemals Pittsburgh Penguins) kassierte in seiner NHL-Karriere auch schon 23 Tore von Ovechkin. Zwei davon beim ersten Saison-Aufeinandertreffen am 10. Oktober dieses Jahres, und schließlich steht ein Spiel gegen die Capitals für die Golden Knights noch aus.

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