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Am Dienstag kommt es zu einem Spiel 4 und einem Spiel 5 in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026. Die Pittsburgh Penguins hatten den Sweep im Pennsylvania-Derby bei den Philadelphia Flyers verhindert und peilen in Spiel 5 ab 7 p.m. ET (Dienstag, 1 Uhr MESZ) den ersten Heimsieg in der Best-of-7-Serie an (Stand: 1:3). Der Utah Mammoth führt bereits mit 2:1 gegen die Vegas Golden Knights und möchte sein zweites Playoff-Heimspiel der Franchise-Geschichte erneut zu einem Spektakel machen.

NHL.com/de blickt mit fünf Slapshots auf die Partien des Abends…

Tollhaus Delta Center

Das 35 Jahre alte Delta Center ist vielleicht nicht die neueste NHL-Arena, doch sie hat das Zeug, in den Playoffs 2026 eine entscheidende Rolle zu spielen. Angepeitscht von knapp 12.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena waren es die Fans, die für ein unvergessliches Erlebnis sorgten. „Sie haben uns wirklich Energie gegeben“, betonte Mammoth-Stürmer Lawson Crouse, der Spiel 3 mit einem Doppelpack, inklusive Siegtreffer, entschieden hatte.

VGK@UTA, Sp3: Crouse baut Führung mit seinem zweiten Tor aus

Allerdings wissen die Golden Knights auch, wie man bei einer außergewöhnlichen Atmosphäre bestehen kann, immerhin zählt auch ihre T-Mobile Arena zu den Powerhouses in der NHL. Selbst der 1:2-Serienrückstand kann Vegas nichts anhaben, behauptet ihr Trainer John Tortorella: „Ich denke, wir fühlen uns sehr wohl in dieser Situation. Ich glaube, manche Jungs genießen diese Situation geradezu, wenn es darum geht, andere mitzureißen. Ja, so sind sie schon, seit ich hier bin. Es ist eine eingeschworene Truppe, und ich finde es sehr wichtig, dass man sich nicht wegen des aktuellen Standes in der Serie verrückt macht.“ 

Der Coach stellt klar: „Wir liegen nur mit 1:2 zurück. Ich will hier keine Untergangsstimmung verbreiten, aber man muss den umgekehrten Weg einschlagen. Ich glaube, man muss lockerer werden, und ich glaube, wir haben einige Persönlichkeiten in der Mannschaft. Man muss Spaß haben, wenn man so etwas durchmacht. Wenn man einfach so verkrampft ist, dann läuft das Spiel einfach nicht. Ich fühle mich sehr wohl mit der mentalen Einstellung dieser Gruppe. Ein Spieler, seinen Namen werde ich nicht verraten, hat zu mir gesagt: ‚Wir fühlen uns am wohlsten, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen.‘“

Effizienz der Unterschied zwischen Utah und Vegas? 

Wer sich in Spiel 3 zwischen Utah und Vegas zunächst nur die Torschussstatistik angeschaut hat, der hätte angesichts von 12:32 wohl auf einen klaren Sieg der Golden Knights getippt, doch dem Mammoth reichten zwölf Torschüsse für vier Treffer - ein unfassbar effektiver Auftritt. 

„Wir haben nicht viel zugelassen. Wir waren viel besser in der neutralen Zone und haben ihre Konterversuche in der Neutralen Zone gestoppt“, so Vegas-Kapitän Mark Stone. „In den Spielen 1 und 2 sind sie nur so durch die Neutrale Zone geflogen und haben uns dort auseinandergenommen. Jetzt haben wir hier einen besseren Job gemacht. Allerdings ist und bleibt es ein Ergebnissport. Wir müssen herausfinden, was wir besser machen können. Für uns heißt das: ein bisschen dreckiger spielen und mehr Tore schießen.“

Der Mammoth ist ein Team, das über seine Schnelligkeit kommt. Die Golden Knights leben hingegen von ihrer Physis - insbesondere in den Playoffs. Diese Fähigkeit will Vegas in Spiel 4 forcieren. Mit 42 Hits pro 60 Minuten fährt im Schnitt keine Mannschaft mehr Checks als die Golden Knights. 

Steigerungspotenzial hat Vegas auch im Powerplay: In den letzten zwei Partien, die jeweils verloren gingen, konnten sie nur eine von acht Überzahl-Möglichkeiten für ein Tor nutzen (12,5 Prozent Erfolgsquote).

Wann zündet Peterka?

Utahs deutscher Stürmer JJ Peterka wartet nach den ersten drei Spielen in den Stanley Cup Playoffs in seiner Karriere noch auf seinen ersten Scorerpunkt. Platzt beim 24-jährigen Münchner der Knoten in Spiel 4? Bislang erhielt Peterka im Schnitt 13:45 Minuten Eiszeit pro Spiel, er gab fünf Torschüsse ab, fuhr vier Checks, blockte einen Schuss und kam auf einen Plus-Minus-Wert von -2.

In der regulären Saison zählte der Flügelstürmer mit 25 Treffern zu den vier besten Torjägern sowie mit 47 Punkten (25-22-47) zu den fünf besten Scorern beim Mammoth. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Peterka auch in den Playoffs zündet.

WPG@UTA: Peterka taucht frei vor dem Tor auf und verwandelt mit viel Geduld

„Glücksbringer“ Silovs auch in Spiel 5?

Die Penguins haben den Sweep in Spiel 4 verhindert, woran vielleicht auch ein psychologischer Kniff einen Anteil hatte. Mit Arturs Silovs stand ein neuer Torwart anstelle von Stuart Skinner zwischen den Pfosten. Der 25-jährige Lette hielt mit 28 Saves (93,3 Prozent Fangquote) den ersten Pittsburgh-Sieg der Serie fest.

„Es war keine Überraschung“, sagte Penguins-Trainer Dan Muse und erklärte, warum: „Das war schon in den Trainings zu erkennen und wie er sich vorbereitet hat. Das zeigt er schon die gesamte Saison.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Pittsburgh Penguins

Silovs selbst spricht von einer „spannenden Möglichkeit“, denn „in den Playoffs zu spielen ist der größte Spaß, den du jemals haben kannst. Ich warte die ganze Saison schon auf diesen Moment und möchte jede Minute genießen. Es ist diese Atmosphäre, dieses bedeutungsvolle Hockey. Jeder gibt sein Bestes und will das ultimative Ziel erreichen. Es macht Spaß, ein Teil davon zu sein.“

Stiehlt Silovs also auch Spiel 5 für Pittsburgh und hält die Derby-Serie am Leben?

„Alles ist gut“: Philadelphia macht sich keine Sorgen

Derweil haben die Flyers den Sweep zwar verpasst, doch die erste Playoff-Niederlage soll Philadelphia nicht ins Wanken bringen. „Wenn uns jemand gesagt hätte, dass die Serie nach vier Spielen 3:1 für uns stehen würde, dann hätte uns wohl niemand geglaubt“, sagt Torwart Dan Vladar. „Es ist also alles in Ordnung. Für uns ändert sich nichts. Wir sind nach wie vor positiv. Sie haben ein richtig gutes Team, da ist es nicht leicht, viermal in Folge gegen so eine Mannschaft zu gewinnen. Alles ist gut.“

Gewisse Lehren wollen die Flyers dennoch aus Spiel 4 ziehen: „Wir haben die Pucks nicht gehalten, sondern zu viel weggeworfen“, kritisierte Philadelphias Trainer Rick Tocchet. „Erst in der zweiten Spielhälfte haben wir zu unserem Spiel gefunden. Es wird also nicht tonnenweise Veränderungen geben. Wir müssen aber sicherstellen, dass wir gleich zu Beginn voll da sein werden.“

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