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Es ist noch nicht vorbei für die Pittsburgh Penguins! Am Samstag gewannen sie Spiel 4 ihrer Serie der ersten Runde in den Stanley Cup Playoffs 2026 in der Eastern Conference gegen die Philadelphia Flyers auswärts in der Xfinity Mobile Arena mit 4:2. Nach drei Niederlagen in Folge zu Beginn der Serie vermieden sie damit den Sweep und stellten den Stand der Best-of-Seven-Serie auf 1:3-Spiele. Entscheidend für den ersten Erfolg war Kapitän Sidney Crosby, nachdem er davor nur einen Assist in drei Spielen verzeichnet hatte.

„Respekt vor Sid und den Führungsspielern“, lobte Trainer Dan Muse. „Der Erfolg heute hat schon gestern angefangen und wir wollten diesen Tag und das Training sicher nicht überspringen. Unsere Spieler sind mit einer sehr guten Einstellung an die Sache herangegangen.“

Der Knoten platzt

Ein Assist in drei Spielen ist sicherlich nicht das, was man von Sidney Crosby, dem wahrscheinlich besten Spieler seiner Generation erwartet. In der regulären Saison war er mit 74 Punkten (29 Tore, 45 Assists) in 68 Spielen Pittsburghs Topscorer. Mit 204 Playoff-Punkten (72 Tore, 132 Assists) in 184 Spielen hält er den Franchise-Rekord und ist der beste Playoff-Scorer unter allen aktiven Spielern der NHL.

In den diesjährigen Playoffs litt er aber unter denselben Ladehemmungen wie der Rest der Mannschaft. In den ersten drei Partien erzielte das ganze Team nur vier Tore, so viele wie nun in Spiel 4 alleine. Der erste Schritt zum Sieg war das 1:0 von Crosby, der nach einem Bully vor dem gegnerischen Tor im Powerplay mit einer Direktabnahme aus der Drehung traf (15.).

PIT@PHI, Sp4: Crosby trifft im Powerplay nach dem Bully

„Das erste Tor hat uns sicherlich geholfen, aber die Flyers haben trotzdem weiter Druck gemacht“, erklärte Crosby. „Sie hatten ihre Chancen, aber Arturs Silovs war im Tor stark und wir haben gut verteidigt und im richtigen Moment getroffen. Das Tor zur 2:0-Führung war wichtig. Mit so einer Führung haben wir noch nicht viel Zeit verbracht, das tat gut.“

Das 2:0 erarbeitete Rickard Rakell mit einem Sprint, durch den er Flyers-Torwart Dan Vladar, der mit dem Puck hinter dem Tor war, unter Druck setzen konnte, um den Puck zu erobern und das leere Tor auszunutzen (22.).

Nach einem Gegentor traf noch Abwehrveteran Kris Letang zum 3:1 (45.) und Connor Dewar sicherte den Sieg mit einem Empty-Netter ab (60.).

„Das sah mehr nach unserem Spiel aus“, zeigte sich Crosby zufrieden. „Wir haben drei Spiele gebraucht, um wie wir selbst auszusehen. Darauf können wir definitiv aufbauen.“

Captain Sid vs. Flyers

Crosbys Tor war nicht sein einziger Beitrag zum Sieg. In seinen 18:54 Minuten Eiszeit kam er auf drei Torschüsse, zwei geblockte Schüsse, einen Check und eine Puckeroberung. Der Kapitän war deutlich aktiver und auffälliger als in den ersten drei Begegnungen.

„Diesen Einsatz kriegen wir von ihm jeden Tag, ob im Training oder im Spiel, das ist etwas Besonderes“, schwärmte Verteidiger Ryan Shea. „Das ist unser Anführer, wenn er in Form ist, gibt das der ganzen Mannschaft einen Schub und genau das ist heute passiert. Wir wissen, dass er seinen Teil leistet. Es liegt dann nur am Rest des Teams. Wir müssen auch unseren Teil leisten und seinem Beispiel folgen.“

Neben dem Tor war Crosbys auffälligste Szene sein Assist zu Letangs 3:1. Er kämpfte den Puck an der Bande im gegnerischen Drittel gegen zwei Flyers frei und passte mit dem Schlittschuh an die blaue Linie zu Letang. Danach blockte er dem Verteidiger den Weg frei, so dass er bis in den Slot marschieren konnte, ehe er einen Schlagschuss im Tor versenkte.

PIT@PHI, Sp4: Letang schlägt nach Crosby Vorlage zu

„Da geht es um die kleinen Details“, sagte Letang über Crosbys Spiel. „Manchmal sind es nicht die verrückten Spielzüge oder die Querpässe zum freien Mann am langen Pfosten. Es sind manchmal Kleinigkeiten, wie der Laufweg, um den Verteidiger zu blocken und mir Zeit für den Schuss zu geben. Das war eine unglaubliche Aktion, die zeigt, was für ein intelligenter Spieler er ist. Er weiß in jedem Moment, jeder Situation, was zu tun ist.“

Die Flyers gehören eigentlich zu Crosbys Lieblingsgegnern. Er erzielte bereits sein 16. Playoff-Tor gegen die Rivalen aus dem Bundesstaat Pennsylvania, so viele wie kein anderer Spieler in der NHL-Geschichte. Er hält auch den Rekord für die meisten Playoff-Punkte bei Auswärtsspielen in Philadelphia. In 13 Partien gelangen ihm 23 Zähler (acht Tore, 15 Assists).

Hoffnung in aussichtsloser Situation

Die Penguins standen angesichts des drohenden Sweeps mit dem Rücken zur Wand. Daran ändert sich grundsätzlich nicht viel, denn sie dürfen sich weiterhin keine Fehler mehr leisten, die nächste Niederlage bedeutet das Aus.

„Zu Hause wird es jetzt natürlich nicht leichter“, gab Crosby zu. „Mit jedem Spiel der Serie wird es schwieriger. Aber wir haben durch den Sieg etwas Energie bekommen und das müssen wir in unserem Heimspiel jetzt ausnutzen.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Pittsburgh Penguins

Die Chancen für die Penguins existieren, stehen aber nicht gut. In der Geschichte der Stanley Cup Playoffs konnte in 214 Best-of-7-Serien nur vier Mal eine Mannschaft einen 0:3-Rückstand noch drehen und die Serie gewinnen. Das gelang 1942 den Toronto Maple Leafs, 1975 den New York Islanders, 2010 den Flyers und zuletzt 2014 den Los Angeles Kings. Die gute Nachricht: Zwei dieser Teams gewannen den Cup (Maple Leafs und Kings).

Das nächste Spiel steht für die beiden Teams nach einem Tag Pause am Montag an (7 p.m. ET, Di. 1 Uhr MESZ).

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