Der Frust und die Ratlosigkeit waren Marco Sturm anzusehen, als er sich nach der 1:6-Niederlage der Presse stellte. Als er gefragt wurde, wie er sich die schwache Leistung seiner Boston Bruins erklärte, antwortete der Deutsche ehrlich: „Ich kann es nicht. Ich kann es wirklich nicht. Wenn man ein Boston Bruin ist und zu Hause spielt, sollte man aufgeregt sein, wenn man in ein Playoff-Spiel geht. Aber das waren wir nicht. Ich kann das im Moment nicht erklären.“
Die Bruins wurden bereits im ersten Drittel überrollt und kassierten vier Gegentreffer durch Peyton Krebs (5.), Josh Doan (8.), Zach Benson (10.) und Bowen Byram (15.). Alleine schon das Torschussverhältnis im ersten Spielabschnitt von 19:5 zugunsten der Sabres bewies die Überlegenheit der Gäste. Im Schlussdrittel legten Beck Malenstyn (46.) und Alex Tuch (47.) nach, ehe Sean Kuraly 40 Sekunden vor Spielende in Unterzahl der bedeutungslose Ehrentreffer zum 1:6 gelang. „Es ist einfach sehr enttäuschend“, fasste Sturm das Spiel zusammen.
Sturm nimmt junge Spieler wie Reichel in Schutz
Für Lukas Reichel hätte es ein besonderes Spiel werden können. Der deutsche Flügelstürmer gab in diesem Spiel 4 der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference sein Playoff-Debüt. Er stand 13:51 Minuten auf dem Eis, blieb aber ohne Torschuss und konnte bei einer Minus-2-Bilanz ebenfalls nicht verhindern, dass die Bruins in diesem Spiel völlig untergingen.
Auf Reichel angesprochen, sagte Sturm: „Ich werde heute keinen bestimmten Spieler hervorheben. Wir waren heute einfach alle nicht gut.“ Die Kritik von Sturm richtete sich allerdings vorwiegend an die Routiniers. „Es fängt bei mir an, es fängt bei den Führungsspielern auf dem Eis an. Ich kann von den jungen Spielern nicht erwarten, dass sie das Ruder herumreißen und uns da rausholen, absolut nicht. Es sind die erfahrenen Leute, und dazu gehöre auch ich, die die Verantwortung übernehmen müssen.“





















