Sturm627

Es ist immer ein besonderer Moment, wenn nach der Übergabe des Stanley Cups den Emotionen freien Lauf gelassen wird. So auch 2022 bei den Colorado Avalanche.

"Wir haben mehr als 21 Jahre darauf gewartet. Einfach geträumt, es gewollt und dafür gearbeitet", zeigte sich Kapitän Gabriel Landeskog völlig losgelöst. "Endlich hat es nach vielen verrückten Jahren und viel harter Arbeit Früchte getragen. Diese Mannschaft ist einfach unglaublich, vom Masseur bis zu unseren Frauen, zu den Fans und jedem Mitarbeiter in der Ball Arena. Es ist unglaublich."
Ähnliche Worte fand auch Nummer-1-Center Nathan MacKinnon, der die Mannschaft als Schlüssel- und Führungsspieler genauso getragen hatte. "Es ist unglaublich. Es ist verrückt", sagte der Mittelstürmer. "Es ist schwer zu beschreiben. Ich wusste nicht, wie das Gefühl sein würde, wenn ich den Stanley Cup endlich gewinnen würde. Aber alleine zu sehen, wie diese Krieger gekämpft haben. Wir haben nie aufgehört, daran zu glauben."

COL@TBL, Sp6: Kapitän Landeskog erhält Stanley Cup

Ein langer Weg für Landeskog, MacKinnon und Rantanen
Insbesondere Landeskog, MacKinnon und Mikko Rantanen spielten über Jahre zusammen, über weite Strecken sogar in derselben Sturmreihe "Es war eine lange Reise mit den beiden Jungs, endlich haben wir es geschafft. Das bedeutet uns viel", sagte MacKinnon. "Es ist kaum zu glauben: Wir sind immer drangeblieben und haben dazugelernt", fügte Rantanen an.
Den langen und harten Weg zum Stanley Cup machte auch Trainer Jared Bednar mit. "Viele Jungs sind noch da von damals, als ich als Rookie-Trainer angefangen habe. Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen. Es war eine lange Reise und ist ein großes Gefühl der Zufriedenheit", so der Coach. "Es war eine große Hingabe und der Hunger da, zu gewinnen. Ich denke, beides ist nach den letzten Spielzeiten und einigen gebrochenen Herzen gewachsen. Die Hingabe und der Fokus waren vom ersten Tag im Training Camp an außergewöhnlich."

COL@TBL, Sp6: MacKinnon vollendet Zuspiel von Byram

Freude über die Schlusssirene und gute Nachkäufe
Es ist kaum vorstellbar, wie viel Ballast nicht nur bei diesem Sturm-Trio, sondern bei allen Avalanche-Spielern abgefallen ist, als am Sonntagabend in der Amalie Arena in Tampa die Schlusssirene ertönte. "Es war große Freude und Erleichterung da, als ich die Sirene gehört habe. Ich bin so stolz und freue mich so für die Jungs, dass sie sich belohnen konnten. Es war ein hartes Jahr, aber wir konnten uns immer steigern", so Bednar. "Als die Sirene ertönt ist, konnte ich es kaum glauben. Es ist schwer in Worte zu fassen. Ich bin jetzt auch ganz schön erschöpft. Es fühlt sich einfach großartig an", sagte ein abgekämpfter MacKinnon, der den Ausgleichstreffer zum 1:1 erzielt und viel hatte einstecken müssen.
Für das Cup-Clinching-Goal zeigte sich Artturi Lehkonen verantwortlich, der erst kurz vor der Trade-Deadline nach Colorado gewechselt war. "Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Ich wurde getradet, bin hergekommen und gewinne jetzt einen Stanley Cup. Das ist überragend", sagte der Finne. "Es fühlt sich großartig und fantastisch an. Ich bin einfach froh, dass ich dieses Tor geschossen habe. Nach dem Treffer im zweiten Drittel habe ich gehofft, dass das der Gamewinner sein würde. Der Puck ist gesprungen und ich wollte einfach nur einen Schuss abgeben. Es ist unglaublich. Ich bin so glücklich."

COL@TBL, Sp6: Lehkonen schlenzt an Vasilveskiy vorbei

Auch Rantanen hatte ein Extra-Lob für seinen Landsmann parat: "Was für ein Spieler er ist, was für ein Neuzugang. Er hat wichtige Tore für uns geschossen, uns überhaupt erst ins Stanley Cup Finale gebracht und auch heute den Siegtreffer erzielt. Ich kann es kaum glauben."
Kapitän Landeskog wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: Seinem General Manager Joe Sakic, der gleich mehrere Volltreffer zur Trade Deadline gelandet hat. "Er hat einen guten Job gemacht, Spieler dazu geholt, die uns zu einem sehr sehr schwer zu bespielenden Gegner gemacht haben. Schau dir Andrew Cogliano, Darren Helm, Nico Sturm und Josh Manson an. Sie wollten alle gewinnen und haben alles dafür getan."
Familien kommen aufs Eis
Dieser Arbeitseifer begleitete die Avalanche durch die gesamten Playoffs und sollte sich auch in der Finalserie (4:2) durchsetzen. "Alle vier Reihen haben geskatet. Es war eine Mannschaftsleistung. Wir haben wirklich sehr hart gearbeitet. Es braucht Können, aber viel mehr, um Meister zu werden. Genau das haben wir gezeigt und geschafft", betonte Rantanen.
Nach der Cup-Übergabe und dem Siegerfoto gingen dann die Bandentüren auf und neben Journalisten durften auch die Familien zu den Spielern aufs Eis: Mütter, Väter, Kinder, Geschwister, Partner. Auch gestandene Eishockeyspieler wurden da emotional und vergossen die eine oder andere Träne.
"Es ist großartig", strahlte Rantanen. "Meine engste Familie ist da: Meine Mama, mein Papa, meine Großeltern, Freundin und beide Schwestern, es ist also die ganze Familie da. Ich möchte das mit ihnen teilen."