Sad Panthers lose game 4

Die Florida Panthers haben Spiel 4 des Stanley Cup Finals 2023 am Samstagabend in der heimischen FLA Live Arena knapp mit 2:3 gegen die Vegas Golden Knights verloren. Als Hypothek erwies sich der schwache Start, der einen 0:3-Rückstand mit sich brachte. Zwar zeigten die Panthers erneut ihre Comeback-Qualitäten, doch sollte die Wende dieses Mal nicht gelingen. Spiel 5 ist bereits ein Elimination Game, in dem Florida ausgerechnet um Schlüsselspieler Matthew Tkachuk bangen muss.

Aufholjagd ohne Happy End

In den letzten Minuten hielt es kaum mehr einen Zuschauer auf seinem Platz. Die Panthers hatten ihren Torwart Sergei Bobrovsky für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis genommen, waren damit voll ins Risiko gegangen und schnürten die Golden Knights ein. Der Druck wurde immer größer, doch das 2:3 auf der Anzeigetafel blieb wie in Stein gemeiselt.

"Wir hatten gute Chancen", sagte Kapitän Aleksander Barkov, "aber das Ding ist dieses Mal einfach nicht für uns reingegangen."

Sad Barkov FLA Lose game 4

"Vielleicht haben wir nur eine oder zwei Sekunden zu lange gebraucht", haderte Power Forward Tkachuk. "Wer weiß, was dann passiert wäre..."

Tkachuk: Zwangsläufig in der Zuschauerrolle

Tkachuk selbst war der zusätzliche Angreifer auf dem Eis. In den Minuten davor war der Schlüsselspieler zum Zuschauen verdammt. Eine nicht näher bekannte Verletztung erlaubte zunächst nur drei Wechsel im dritten Drittel. Erst für die hochspannenden Schlussminuten quälte sich der Unterschiedsspieler aufs Eis.

"Matthew war Zeit seines Lebens ein hartnäckiger Spieler und das war er auch heute wieder", so Trainer Paul Maurice. "Wir hätten uns gewünscht, ihn in eine Situation wie ein Powerplay zu bringen, um ihn häufiger einsetzen zu können."

Mehr aber ließ Tkachuks Verletzung nicht zu. Wie groß seine Schmerzen waren, dazu konnte und wollte sich das 25-jährige Kraftpaket nicht äußern.

"Am Schluss bin ich nochmal rausgegangen und wollte nochmal ein bisschen Magie versprühen, aber uns ist leider die Zeit ausgegangen", so Tkachuk. "Ich wollte einfach irgendwie weitermachen. Die Jungs haben es da draußen gut gemacht. Ich hatte den besten Platz im Stadion und habe versucht, sie zu ermutigen und anzufeuern."

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Wie schnell und ob überhaupt Tkachuk für Spiel 5 fit wird, steht noch in den Sternen. Sowohl ein Ausfall als auch ein erneut reduziertes Arbeitspensum wäre ein heftiger Rückschlag für die Panthers.

Positive Erinnerungen an Boston

Hoffnung macht Florida die bisherigen Erfahrungen in den Stanley Cup Playoffs. Bereits in der 1. Runde lagen die Panthers gegen die hochfavorisierten Boston Bruins mit 1:3 in der Serie zurück, gewannen hochdramatisch Spiel 5 in der Overtime (3:2 n.V.) und sollten in der Folge auch Spiel 6 (7:5) und Spiel 7 (4:3 n.V.) ziehen.

"Wir haben noch immer wahnsinnig viel Selbstvertrauen, freuen uns auf Spiel 5 und wollen es so machen wie in der Serie gegen Boston", so Tkachuk.

"Wir werden uns in den nächsten zwei Tagen vor Spiel 5 immer wieder ins Gedächtnis rufen, mit wie viel Energie wir in Spiel 5 gegen Boston gegangen sind und wie wir es geschafft haben, als der Puck aufs Eis gefallen ist", gibt sich auch Maurice kämpferisch. "Wir waren bislang immer am stärksten, wenn es eng geworden ist. Das wird man auch jetzt wieder sehen."

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"Wir haben Selbstvertrauen und haben es zuvor schon gezeigt, dass wir es können", befand auch Verteidiger Brandon Montour.

Hinzu kommt, dass der vierte Sieg sprichwörtlich immer der schwierigste ist. "Es braucht immer vier Siege", weiß Barkov. "Wir nehmen es Spiel für Spiel und wollen die Serie nochmal zurück nach Florida bringen. Das ist unser Ziel. Das wollen wir in Vegas erreichen und dort das Spiel gewinnen."

Do or Die in Vegas

Was die Panthers positiv stimmt, ist ein disziplinierter Auftritt in Spiel 3, mit nur einer einzigen Strafe in den ersten 59 Minuten. Allerdings braucht Florida einen besseren Start und insgesamt mehr Tore.

"Wir haben ihnen zu viel Zeit und Raum gelassen, um ihre Spielzüge aufs Eis zu bringen. Sie sind mit 3:0 in Führung gegangen, was uns nicht passieren darf. Immerhin haben wir daraufhin eine Reaktion gezeigt", so Barkov. "Ich weiß, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben, aber wir haben gut aufgehört. Unser Kampf hat mir gefallen. Wir haben aber eine Antwort gegeben und zurückgeschlagen, müssen das ins nächste Spiel transportieren und dort die ganze Partie über so auftreten. Wir wären fast auf einen 0:3-Rückstand zurückgekommen und müssen die positiven Dinge mitnehmen. Unser Fokus liegt jetzt auf dem nächsten Spiel."

Das steigt am Dienstagabend (Mittwoch, 2 Uhr MESZ) in der T-Mobile Arena in Las Vegas. Für die Panthers heißt es dann: Sieg oder Sommerpause.

"Wir wollen da rausgehen, ein Spiel gewinnen und sie zwingen, noch einmal nach Florida zu kommen", gibt Tkachuk als Ziel aus. "Das ist die Nachricht, die wir in unserer Kabine gesendet haben."