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Panthers mit ausgefahrenen Krallen

NHL.com/de 31 in 31: Das Franchise aus Sunrise meldet seine Ansprüche auf einen Playoffplatz an

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Florida Panthers.

Die Florida Panthers hatten in der Saison 2018/19 keineswegs ihre Krallen eingezogen und sind dennoch an der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs vorbeigeschrammt. Nach den 82 Hauptrunden-Spielen belegten sie mit einem Rückstand von zwölf Punkten auf die zweite Wildcard nur Platz 10 in der Eastern Conference. Am 8. April heuerten die Panthers Joel Quenneville als neuen Cheftrainer an, der die Chicago Blackhawks zu drei Stanley Cup Titeln (2010, 2013, 2015) geführt hatte. 

Die Schlüsselspieler

Mit einem neuen starken Mann im Tor möchten die Panthers die Ära nach Roberto Luongo beginnen. Nachdem Floridas langjähriger Schlussmann Ende Juni sein Karriereende bekannt gegeben hat, werden die Panthers mit Sergei Bobrovsky als Nummer 1 in die Saison starten. Der 30-jährige Russe unterschrieb am 1. Juli einen 7-Jahres-Vertrag über 70 Millionen US-Dollar. Er soll der wackligen Defensivabteilung des Klubs zu mehr Stabilität verhelfen. Es ist wenig verwunderlich, dass die Panthers mit der Verpflichtung des erfahrenen Verteidigers Anton Stralman eine weitere Verstärkung für die Verteidigung gesucht und gefunden haben. Stralman soll auch für etwas mehr Entlastung eines Keith Yandle und eines Aaron Ekblad sorgen. Im Angriff bauen die Panthers auf die Torgefahr von Center Aleksander Barkov und jener der Flügelstürmer Jonathan Huberdeau, Mike Hoffman und Evgenii Dadonov. Die drei Erstgenannten blicken auf eine 30-Tore-Saison zurück und Dadonov blieb mit 28 Treffen nur knapp dahinter. Alle vier knackten 2018/19 die 70-Punkte-Marke.

Video: Top-10 Szenen 2018/19: Aleksander Barkov

Warten auf Einigung

Denis Malgin, dessen 3-Jahres-Einstiegsvertrag zum Saisonende ausgelaufen ist, steht für die kommende Spielzeit noch ohne gültiges Arbeitspapier da. Es dürfte sich jedoch nur um eine Frage der Zeit handeln, bis sich sein Management mit den Panthers geeinigt hat. Der 22-Jährige befindet sich momentan in seiner Schweizer Heimat, wo er als Gast am Trainingsbetrieb der ZSC Lions teilnimmt und sich in Form bringt. Vergangene Saison gelangen dem Oltener sieben Tore und neun Assists in 50 NHL-Partien für Florida.

Sie rücken nach

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Rechtsaußen Owen Tippett in der anstehenden Hauptrunde sein NHL-Debüt geben wird. Tippett wurde beim NHL-Draft 2017 in der ersten Runde (Nr. 10) von den Panthers ausgewählt. 2018/19 bestritt Tippett 54 Spiele für die Mississauga Steelheads und die Saginaw Spirit in der OHL, wobei sich seine Ausbeute von 33 Toren und 41 Vorlagen durchaus sehen lassen kann. Der 20-Jährige zählt sicher zu jenen Spielern, von denen General Manager Dale Tallon sprach: "Wir haben einige gute Kids in den Minors und wir haben welche in der Organisation, die sich bemühen werden, auf diese Druck auszuüben, damit sie nicht nachlässig werden."

 

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Stärken

Die Offensivabteilung war das Paradestück der Panthers in der vergangenen Saison. Mit 264 geschossenen Toren belegten sie ligaweit den neunten Rang. Auch ihr Überzahlspiel konnte mit einer Erfolgsquote von 26,8 Prozent vollends überzeugen (Platz 2). Nur Floridas Divisionsrivale Tampa Bay Lightning war mit 28,2 Prozent noch ein bisschen effektiver als der Klub aus Sunrise. Yandle (39 Powerplay-Punkte), Hoffman (35 PPP), Huberdeau (34 PPP) sowie Barkov (31 PPP) erwiesen sich als die stärksten Waffen der Panthers bei nummerischer Überlegenheit, und sie befinden sich allesamt noch im besten Eishockeyalter.

Entwicklungspotenzial

Video: BOS@CBJ, Sp6: Bobrovskys toller Save bei 2-auf-0

Die Achillesverse der Panthers war zweifelsfrei der Defensivverbund. Mit einem Gegentrefferschnitt von 3,33 Toren pro Spiel stellte Florida die viertschlechteste Verteidigung unter den 31 NHL-Teams. Auf Quenneville wartet dementsprechend viel Arbeit. Die große Frage wird sein, ob Bobrovsky in Sunrise an seine starken Leistungen anknüpfen kann, die ihm zweimal die Vezina Trophy als bester Torwart der NHL (2012/13, 2016/17) bescherten. Vergangene Saison führte er mit neun Shutouts alle Torhüter in der Liga an.

Playoff-Chancen

Zweifelsfrei zählen die Panthers angesichts ihres Offensivpotenzials, ihrer Special Teams und durch ihre Neuzugänge in der kommenden Saison zu den Playoff-Kandidaten. Sollten sie hinten kompakter als in der letzten Spielzeit auftreten, ist ihnen sogar zuzutrauen, dass sie, trotz der starken Konkurrenz in der Atlantic Division, einen der ersten drei Plätze einnehmen.

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