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Der Kooperationspartner als Erfolgsfaktor

Jedes NHL-Team arbeitet eng mit einer Mannschaft aus der AHL zusammen. Was macht eine positive Verbindung aus?

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die Farmteams der NHL-Franchises sind die deutlich weniger beleuchteten Eishockeymannschaften in Nordamerika und das obwohl fast täglich Spieler zwischen AHL und der besten Liga der Welt hin und her geschoben werden. Wie wichtig sind gute Kooperationspartner aber tatsächlich für Wettbewerber um den Stanley Cup und woran kann dessen Wert gemessen werden?

Der Blick auf die Tabellen der beiden Ligen liefert einen ersten Hinweis, dass gute Farmteams auch den Erfolg des großen Bruders begünstigen. Ein Blick auf die fünf Top-Teams zeigt, dass die Tampa Bay Lightning, die Winnipeg Jets und die Boston Bruins mit AHL-Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel gesegnet sind. Für die Las Vegas Golden Knights, mit den Chicago Wolves, und die Nashville Predators, mit den Milwaukee Admirals, stehen aber auch zwei Vereine an der NHL-Spitze, deren Partner auf Platz 15 und 19 zu finden sind.

Eine direkte Verbindung zwischen dem Erfolg eines Teams und herausragenden Leistungen der zugehörigen Mannschaft ist nicht eindeutig zu erkennen. Die Augen auf die letzten fünf der NHL gerichtet zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Springfield Thunder und die Belleville Senators stehen ebenso in den niederen Tabellenregionen, wie ihre NHL-Partner, die Florida Panthers und die Ottawa Senators. Mit den Farmteams der Arizona Coyotes und der Buffalo Sabres konnten sich aber auch zwei Mannschaften auf den Rängen vier und sechs der AHL positionieren, deren NHL-Franchise die Schlusslichter der Liga sind.

 

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Ein spürbarer Zusammenhang zwischen dem Erfolg der beiden Kooperationspartner scheint zu bestehen, doch kann von der Tabellenposition des Einen nicht direkt auf die Platzierung des Anderen geschlossen werden. Interessanter ist der Blick wie viel Einfluss Spieler auf das NHL-Team haben, die regelmäßig zwischen den Welten beider Mannschaften wandeln.

Die Bolts konnten mit Cory Conacher einen Stürmer aus Syracuse nutzen, der dort in 18 Spielen sieben Tore und acht Assists verbuchen konnte. Bei seinen bisher 18 Einsätzen für Tampa Bay traf Conacher drei Mal und gab drei weitere Vorlagen. Durch diese Tiefe über den eigenen NHL-Kader hinaus können die Lightning Verletzungen, wie aktuell von Ondrej Palat, oder Schwächephasen einzelne Spieler leichter kompensieren. Auch die Golden Knights sind im Defensivverbund von Ausfällen geplagt. Luca Sbisa musste diese Saison mehrfach verletzt zuschauen, doch mit Shea Theodore konnte Vegas einen 22-jährigen Verteidiger von den Wolves befördern. Theodore zahlte das Vertrauen der Verantwortlichen bisher zurück und erzielte in 32 Spielen vier Treffer bei 13 Assists.

 

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Die Coyotes und die Sabres profitieren trotz der guten Leistung der Farmteams weniger von den Tucson Roadrunners und den Rochester Americans, als aufgrund deren Platzierung zu vermuten. Im Gegensatz zu den Bolts und den Golden Knights sticht bei Arizona und Buffalo kein Spieler hervor, der sich während dieser den Weg aus der AHL in die NHL gebahnt hat. Auch bei den Kellerkindern aus Florida, Vancouver und Ottawa ist ein ähnliches Bild erkennbar, wobei deren Kooperationspartner jedoch auch nicht so gut platziert sind wie die der beiden Schlusslichter. 

Die Vermutung liegt nahe, dass schlecht positionierte Teams der NHL gute Spieler eher in den Farmteams belassen, um ihnen dort Spielpraxis in den Top-Linien zu geben und die Entwicklung voranzutreiben. Durch Eiszeit in wichtigen Spielsituationen und in Special Teams geht dies besser, als in einer vierten Reihe mit wenig Anteil an der Partie. Die Top-Teams der Liga hingegen scheinen im Kampf um den Stanley Cup und somit um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs alle Register zu ziehen und bei Ausfällen auf die besten Spieler der AHL-Partner zurückzugreifen.

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