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Für die USA ist die letzte Aufgabe vor dem großen Finale gegen Kanada bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 abgehakt. Im Halbfinale war der Sieg gegen die Slowakei am Freitag nie wirklich in Gefahr. Am Ende stand es 6:2 für die favorisierten US-Amerikaner. Nun kommt es am Sonntag um 14:10 Uhr zum Duell um Gold.

„Das fühlt sich einfach richtig an“, freute sich Stürmer Dylan Larkin auf das Endspiel. „Ein Spiel wird entscheiden, wer mit Gold nach Hause geht. Bei den Olympischen Spielen waren lange keine NHL-Spieler mehr und ich glaube, dass jeder dieses Spiel im Finale sehen wollte.“

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Ohne Sorgen durchs Halbfinale

Die USA waren gegen die Slowakei das gesamte Spiel über die klar bessere Mannschaft. Die slowakische Offensive kam nicht in Gang, körperlich ließen die USA sich nicht beeindrucken und die höhere individuelle Klasse auf allen Positionen sorgte für einen recht einseitigen Spielverlauf. Es war, zumindest in den ersten beiden Dritteln, ehe sie einen Gang runter schalteten, vielleicht der beste Auftritt der USA bei diesem Turnier.

„Ja, ich glaube, dass die ersten zwei Drittel wirklich gut waren“, kommentierte Stürmer Jack Hughes. „Im dritten Drittel war das Spiel offener, da haben wir etwas locker gelassen. Die ersten zwei Drittel waren aber richtig stark und ich denke, dass unser Spiel im richtigen Moment auf den Höhepunkt kommt.“

Die USA fuhren in der Vorrunde drei Siege ein, ein 5:1 gegen Lettland, ein 6:3 gegen Dänemark und ein 5:1 gegen Deutschland. Im Viertelfinale wartete mit Schweden die größte Herausforderung und am Ende stand eine mühevoller 2:1-Sieg nach Verlängerung. Das 6:2 im Halbfinale war nochmal ein Ausrufezeichen vor dem Spiel um Gold, das die Verbesserung der Mannschaft im Laufe des Turniers unterstreicht.

„Unser Umschaltspiel ist besser geworden, wir machen Druck und verstehen, wann wir eher etwas versuchen und wann wir das Spiel einfach halten sollten“, erklärte Stürmer Dylan Larkin. „Diese beiden Varianten haben wir gut kombiniert und dann geht es um viele Kleinigkeiten in unserem Spiel, an die man sich gewöhnt, wenn man sich besser an das System anpasst.“

Offensivverteidiger der Extraklasse

Eine große Stärke des mit Starspielern bestückten Teams der USA sind die offensivstarken Verteidiger. Im Viertelfinale gegen Schweden war es Quinn Hughes, der in der Verlängerung das Siegtor zum 2:1 erzielte. Gegen die Slowakei erzielte der Verteidiger von den Minnesota Wild mit einem Assist bereits seinen siebten Punkt (ein Tor, sechs Assists) des Turniers und ist damit der Topscorer unter den Verteidigern und der punktbeste US-Amerikaner.

Ihm gelang im Halbfinale nur der eine Punkt, genau wie seinem Kollegen Noah Hanifin. In diesem Spiel stahl ihnen ein weiterer Spitzenverteidiger die Show. Zach Werenski bereitete die Treffer zum 1:0, 3:0 und 5:0 vor. Nominell steht der Abwehrchef der Columbus Blue Jackets nur im dritten Defensivpaar der USA. Das zeigt aber lediglich, wie gewaltig die Qualität des Kaders ist.

Dominante Stürmer

Nach einem Drittel lagen die USA durch Treffer von Dylan Larkin und Tage Thompson bereits mit 2:0 in Führung. Im Mittelabschnitt traf dann Jack Hughes zum 3:0, als er sich mit einem schönen Solo in den Slot durchsetzte und einen Schuss unter die Latte feuerte. Eichel und erneut Hughes sorgten noch im Mittelabschnitt für das 5:0 und Brady Tkachuk verwandelte im Schlussdrittel einen Alleingang.

Hughes hatte einen großen Teil der laufenden Saison bei den New Jersey Devils aufgrund einer Handverletzung verpasst. Er kommt erst auf 36 Spiele, erzielte aber schon 36 Punkte (zwölf Tore, 24 Assists). Aufgrund der mangelnden Spielpraxis und der großen Konkurrenz im Kader, war er anfangs für die vierte Reihe oder sogar als 13. Stürmer eingeplant. Das änderte sich mittlerweile aber dank seiner Leistungen. Bei den Olympischen Spielen folgt er teamintern mit sechs Zählern (drei Tore, drei Assists) auf Platz zwei hinter seinem Bruder Quinn.

„Er ist ein Elitespieler“, schwärmte Quinn. „Wenn er gesund ist, ist er einer der besten Spieler der Welt und manchmal kriegt er nicht genug Anerkennung. Ich bin echt glücklich für ihn, dass er bei diesem Turnier zeigen kann, was er drauf hat.“

Neben Jack haben gleich drei weitere Stürmer sechs Punkte, Kapitän Auston Matthews, Eichel und Matthew Tkachuk. Dieses breit gefächerte hohe Niveau war schlicht zu viel für die Slowakei und dürfte selbst für Kanada zur Herausforderung werden.

Vorfreude auf das große Duell

Nun ist alles bereit für das große Aufeinandertreffen zwischen den Nachbarn USA und Kanada. Dieses Finale gab es bereits vor einem Jahr beim 4 Nations Face-Off. Damals gewann Kanada in der Verlängerung mit 3:2. Das Duell zwischen den beiden großen Nationen war schon davor stets besonders prestigeträchtig. Die Tatsache, dass viele der Spieler, die am Sonntag aufeinandertreffen, bereits vor einem Jahr im Endspiel antraten, dürfte dem Spiel noch eine besondere Würze verleihen.

„Eigentlich wollte ich darüber bis morgen nicht nachdenken“, scherzte Matthew Tkachuk. „Das sind die Besten der Besten. Jeder Amerikaner und Kanadier schaut als Kind diese Spiele. Das ist der Höhepunkt des Sports, besser geht es nicht, eine größere Rivalität gibt es nicht. In den USA und in Kanada wird es nicht einen Fernseher geben, auf dem dieses Spiel nicht läuft. Das sollte einem echt Energie geben.“

Die beiden Teams aus Nordamerika gingen von Anfang an als die beiden großen Favoriten ins Finale. Kanada ist auf internationalem Eis die bei weitem erfolgreichere Mannschaft, die USA holten ihre letzte Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1980 mit dem berühmten Wunder von Lake Placid. Das US-Eishockey machte in der jüngeren Vergangenheit dank guter Nachwuchsarbeit aber enorme Schritte und am Sonntag wird sich zeigen, ob diese Bemühungen nun eine Goldmedaille einbringen.

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