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Entscheidende Krimis in einer engen Liga

Ob in der Verlängerung am Ende ein oder zwei Punkte stehen, kann vor den Playoffs über Sommerpause und Kampf um den Cup entscheiden

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Obwohl am Mittwoch nur zwei Spiele auf dem Programm standen, wurde der Spieltag doch zu einer längeren Angelegenheit. Das lag nicht nur an der Tatsache, dass neben der Partie der Toronto Maple Leafs bei den Chicago Blackhawks das Duell der Los Angeles Kings gegen die Calgary Flames im Westen Kanadas stattfand, sondern auch daran, dass alle vier Teams Überstunden schieben mussten.

Die Maple Leafs und die Kings gewannen erst in der Verlängerung, können sich damit aber immer noch über die volle Punktzahl freuen. Am Ende der Saison könnte sich für manch ein Team der zusätzliche Punkt in der Verlängerung noch als entscheidend erweisen, schließlich sind die Flames, die derzeit Rang drei der Pacific Division belegen, punktgleich mit den Kings, die außerhalb der Playoff-Plätze stehen.

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"Ein Punkt reicht uns im Moment nicht und eine Führung im letzten Drittel zu haben und dann zu verschenken, das tut richtig weh", zeigte auch Flames Stürmer Matthew Tkachuk, dass er sich der Situation bewusst ist.

Um die Bedeutung dieser Punkte aufzuzeigen, muss man nur einen Blick auf die Tabelle der Eastern Conference am Ende der vergangenen Saison werfen. Nach 82 Spielen ergab sich dort folgendes Bild: die Boston Bruins belegten mit 95 Punkten Platz drei der Atlantic Division und standen damit in der ersten Runde der Playoffs den Ottawa Senators gegenüber. Toronto hatte ebenfalls 95 Zähler auf dem Konto und zog damit durch die zweite Wild Card in das Duell gegen die Washington Capitals ein. Hinter den Maple Leafs, auf Platz neun und zehn und damit nicht für die Playoffs qualifiziert, waren die New York Islanders und die Tampa Bay Lightning mit je 94 Punkten. Boston hatte in der gesamten regulären Saison sieben Niederlagen nach Verlängerung zu verzeichnen, Toronto 15, die Islanders 12 und die Lightning 10.

 

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Diese Konstellation ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig diese verschenkten oder gewonnenen Punkte in der Verlängerung sein können. Den Lightning hätten zwei Punkte gereicht, um die Maple Leafs aus den Playoffs zu verdrängen, für die Islanders wäre es genug gewesen, eine Niederlage nach Verlängerung in einen Sieg zu verwandeln. Hätte Toronto einen Punkt mehr gemacht, hätten sie den Platz mit Boston getauscht und wären auf die Ottawa Senators getroffen, anstatt mit den Capitals das punktbeste Team der Hauptrunde fordern zu müssen.

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Gerade mit der aktuellen Regelung bei Punktgleichheit, sind die Siege in der Verlängerung besonders wichtig. Sind zwei Teams am Ende der Saison gleichauf, entscheidet nicht etwa das Torverhältnis, sondern die Anzahl der Siege nach regulärer Spielzeit und Verlängerung, Erfolge im Penaltyschießen werden dabei nicht gezählt. Diese Regelung besteht seit der Saison 2010/11 und zeigte gleich in der ersten Spielzeit ihre Auswirkungen. Die Montreal Canadiens und Buffalo Sabres, die Philadelphia Flyers und Pittsburgh Penguins sowie die Anaheim Ducks und Phoenix Coyotes lagen jeweils gleichauf. Die Canadiens, Flyers und Ducks waren alle aufgrund der höheren Zahl an Siegen auf dem besseren Platz, und trafen so auf einen schlechter platzierten Gegner.

Die aktuelle Saison gestaltet sich besonders eng, was sowohl die knapp verlorenen, oder knapp gewonnenen Punkte, als auch die Zahl der Siege besonders wichtigmacht. Vor allem in der Metropolitan Division und der Central Division, drängen sich die Teams besonders eng. Etwa 35 Spiele vor Ende der Saison, trennen lediglich acht Punkte die Winnipeg Jets (65 Punkte) auf dem ersten Platz der Central von den Minnesota Wild (57) auf Rang sieben. In der Metropolitan Division liegen nur elf Punkte zwischen den Washington Capitals (61) und den Carolina Hurricanes (50).

Gerade für diese Mannschaften heißt es also, in der Verlängerung einen kühlen Kopf zu bewahren, um sich den wichtigen Sieg zu erkämpfen. In diesen Situationen, wenn jeder Fehler entscheidend sein kann, jede Offensivaktion den Sieg bringen kann, in denen die Psyche und der Zusammenhalt im Team besondere Bedeutung haben, haben die mental starken Team am Ende meist die Nase vorne, was im April den Unterschied zwischen einer frühen Sommerpause und einer Chance auf den begehrten Stanley Cup bedeuten könnte.

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