Skip to main content

Enge Spiele zeugen von viel Spannung

Zwölf der 14 Spiele am Donnerstag und Freitag endeten mit einem Tor Unterschied

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de freier Chefautor

Schaut man die Ergebnisse in der NHL am Donnerstag und Freitag an, dann fällt auf, dass viele mit einem Tor Unterschied endeten. Neben dieser Tatsache war es nicht unbedingt so, dass immer zwei nach der Tabelle gleichwertige Teams aufeinandergetroffen sind, in denen enge Spiele eine fast logische Folge wären. Nein, so gewannen zum Beispiel am Donnerstag die Chicago Blackhawks, nach zuvor drei Niederlagen in Serie, bei den heimstarken Boston Bruins, die eine acht Spiele umfassende Siegesserie am Laufen hatten, mit 4:3 nach Verlängerung. Am Freitag hätte man erwarten können, dass die Edmonton Oilers gegen die Los Angeles Kings deutlich und hoch gewinnen, nachdem eine starke Offensive auf eine eher schwache Defensive getroffen ist. Der Favorit setzte sich zwar mit 2:1 durch, aber eben denkbar und nicht unbedingt erwartet nur knapp durch.

Solche und andere Ergebnisse zeigen, welcher enge Wettbewerb in der NHL derzeit herrscht und dass es keinen totsicheren Tipp in dieser Liga mehr gibt. Jeder kann jeden schlagen und insbesondere jedes einzelne Tor und jeder einzelne Save kann immens wichtig sein und über Sieg oder Niederlage, Punkte oder keine entscheiden.

 

[Ähnliches: Geduld und Optimismus zahlen sich für Luca Sbisa aus]

 

"Diese Liga ist so ausgeglichen, dort gewinnt man keine Spiele im Vorübergehen", ist eine der gängigen Aussagen, die Spieler und Trainer häufig gerade dann benutzen, wenn die Mannschaft nicht die beste Leistung abgerufen hatte und einige Spieler die Einstellung vermissen ließen, den Sieg unbedingt einfahren zu wollen. Sie sagt eigentlich alles aus, was die NHL heute ausmacht. Kein Gegner darf auf die leichte Schulter genommen werden und am Ende werden auch die Teams in den Tabellen vorne stehen und den Einzug in die Stanley Cup Playoffs geschafft haben, die den Spagat zwischen belastenden Programm und jeden Abend trotzdem motiviert und begeistert bei der Sache zu sein, am besten meistern.

Doch zurück zum Donnerstag, den 5. Dezember und Freitag, den 6. Dezember 2019. 14 Spiele standen auf dem Programm. Zwölf von ihnen (85,7 %) endeten mit einem Tor Unterschied. Bei den anderen beiden waren die Arizona Coyotes beteiligt, die am Donnerstag mit 3:1 bei den Philadelphia Flyers gewann und am Freitag mit 2:0 den Pittsburgh Penguins unterlagen. In beiden Partien wurde der Zwei-Tore-Unterschied nur durch ein Empty-Net-Tor erzielt. Damit waren es praktisch genauso enge Spiele und der Sieger war bis kurz vor der Sirene in allen angesetzten Begegnungen ungewiss.

Video: ARI@PHI: Kessel fälscht im PP Kellers Vorlage ab

Beim Vergleich der vergangenen beiden Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 mit dieser Saison fällt auf, dass der Anteil der Spiele, die durch ein Tor Unterschied entschieden wurden derzeit höher liegt. In 2017/18 lag der Anteil dieser Partien bei 42,8 Prozent (544 von 1271) und in 2018/19 sogar nur bei 41,0 Prozent (521 von 1271). Mit dem Stand nach den Spielen vom 6. Dezember und damit absolvierten 35,5 Prozent (451 von 1271) der Gesamtspiele liegt der Anteil derzeit bei 44,1 Prozent (199).

Doch je enger und ausgeglichener die Spiele werden, desto mehr stellt sich für die Trainer die Frage, wie die Spieler auf solche Situationen entsprechend vorbereitet werden können und welche Lehren man aus engen Spielen ziehen kann, die eben nicht gewonnen wurden, wie die Anaheim Ducks, die in ihrem Honda Center den Washington Capitals am Freitag mit 2:3 unterlagen.

"Wir spielten ein gutes Eishockeyspiel gegen ein gutes Eishockeyteam", verdeutlichte Ducks-Verteidiger Erik Gudbranson. "Realistisch gesehen, hätte das Spiel so oder so ausgehen können. Ein paar Bounces dort, ein paar Bounces hier. Wir haben ein sehr gutes Eishockeyspiel gezeigt und das können wir daraus mitnehmen, aber wir wollen weiter Spiele gewinnen, von daher tut es weh."

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer und manchmal kann es im nächsten Spiel schon helfen, aus diesem Grund den entscheidenden Schritt mehr zu machen und am Ende auf der besseren Seite zu stehen. Natürlich gehört in einzelnen Fällen das Glück dazu, enge Spiele für sich zu entscheiden und manchmal sind es Qualitätsunterschiede, die den Ausschlag geben, doch es fällt genauso auf, dass das Selbstbewusstsein im Auftreten eine nicht unwichtige Rolle dabei einnimmt. Solchen Teams wird dann häufig das nötige Glück nachgesagt, aber tatsächlich ist es der unbedingte Wille zum Sieg, der den Unterschied ausmacht.

Egal, ob ein Sieg mit einem oder mehreren Toren Unterschied eingefahren wird, am Ende zählen nur die Punkte, die am Konto stehen oder eben nicht. Nachdem die engen Spiele zunehmen, wird es aber zunehmend wichtiger, gerade in diesen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und in jedem Moment die richtige Entscheidung zu treffen. Wem das nicht gelingt, der wird das nachhaltig im Tabellenbild ablesen können. 

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.