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Geduld und Optimismus zahlen sich für Luca Sbisa aus

"Breaking the Ice": Der Schweizer Verteidiger spricht über seine ersten Wochen bei den Jets und verrät seinen Lieblingsplatz für einen Brunch

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Während der regulären Saison 2019/20 bringt NHL.com/de jeden Donnerstag eine Story aus der Rubrik "Breaking the Ice". Darin stellen wir jeweils einen Spieler vor und holen von ihm in fünf abschließenden Fragen seine Meinung zu verschiedenen Themen rund ums Eishockey und auch darüber hinaus ein.

In dieser Folge: Luca Sbisa (Winnipeg Jets)

Die Beharrlichkeit und die Geduld von Luca Sbisa haben sich ausgezahlt. Bei den Winnipeg Jets eroberte sich der Verteidiger nach seiner Verpflichtung in der zweiten Oktoberhälfte sofort einen Stammplatz. Noch im Sommer schien es so, als sei die NHL-Karriere des in Ozieri auf Sardinien geborenen Schweizers nach elf Spielzeiten zu Ende. In der Saison 2018/19 kam er bei den New York Islanders lediglich auf neun Einsätze. Deshalb verwunderte es nicht, dass sich das Interesse am vertragslosen Verteidiger während der heißen Phase der Free Agency und den Wochen danach in engen Grenzen hielt. Doch Sbisa steckte nicht auf. Er entschied sich gegen einen möglichen Wechsel in die Schweiz und hielt sich stattdessen in New York fit. Nach einigen Monaten des Wartens überschlugen sich dann auf einmal die Ereignisse.

Am 22. Oktober erhielt Sbisa einen Einjahresvertrag bei den Anaheim Ducks. Für die Kalifornier war er bereits von 2009 bis 2014 aktiv gewesen. Allerdings wollten sie ihn zunächst ins Farmteam schicken, damit er dort Spielpraxis sammelt. Um das zu ermöglichen, mussten sie ihn auf die Waiver-Liste setzen. In diesem Moment schlugen die Jets zu. Sie nutzten einen entsprechenden Passus im Regelwerk und sicherten sich am 23. Oktober die Rechte an Sbisa. "Das waren wirklich zwei aufregende Tage für mich, mit langen Reisen und vielen Terminen. So etwas erlebt man selten", sagte Sbisa über das Hin und Her.

Video: WPG@DAL: Sbisa zieht mit Macht ab und trifft

Winnipeg war auf der Suche nach mehr Tiefe für die Defensive und da erschien ihnen der 29-Jährige mit seiner Erfahrung aus über 500 NHL-Auftritten als die passende Wahl. Hinzu kam, dass ihn Jets-Coach Paul Maurice vom World Cup of Hockey 2016 her persönlich kannte. Maurice war bei diesem Turnier der Co-Trainer beim Team Europa. Er schätze Sbisa als Teamplayer und glaube, dass er den Jets etwas zu geben habe, begründete der sportlich Verantwortliche der Jets die Entscheidung für den Schweizer.

Maurice sollte recht behalten mit seiner Einschätzung. Sbisa entpuppte sich als die erhoffte Verstärkung. Zuletzt bildete er zusammen mit Neal Pionk das zweite Verteidiger-Paar bei den Jets. Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Spiel nach vorne setzte er Akzente. Beim 5:3-Auswärtssieg am 21. November bei den Dallas Stars erzielte er sein erstes Tor im Jets-Trikot. Damit trug er sich erstmals seit über eineinhalb Jahren wieder in die Torschützenliste ein. Der letzte Treffer davor war ihm am 21. Februar 2018 für die Vegas Golden Knights beim 7:3 gegen die Calgary Flames gelungen.

Fünf Fragen an Luca Sbisa:

Was waren deine ersten Gedanken, als du gehört hast, dass dich die Jets von der Waiver-Liste geholt haben?

Großartig, tolle Gelegenheit. Dann schoss mir durch den Kopf, dass es dort schon ziemlich kühl sein könnte (lacht). Nein, Spaß beiseite. Ich habe mich sehr gefreut. Das hat mir gezeigt, dass es ein Team gibt, das meine Qualitäten anerkennt. Als die Entscheidung gefallen war, ging es für 24 Stunden ein bisschen hektisch zu, weil ich mich ja komplett umorientieren musste. Aber das war nicht weiter schlimm. Ich bin voller Vorfreude zu den Jets aufgebrochen.

Wie sind die ersten Wochen aus deiner Sicht gelaufen?

Gut. Der Übergang ist mir leichtgefallen. Die Jungs hier haben da wirklich einen super Job gemacht. Ich denke, dass es für meinen Einstieg optimal war, dass wir zunächst einen Roadtrip hatten. Als ich ankam, ging es von Winnipeg nach Regina zum Heritage Classic und von dort nach Kalifornien. Auf diesen Reisen hat man die Chance, mehr Zeit miteinander zu verbringen und sich kennenzulernen. Das hat viel dazu beigetragen, dass es von Anfang an prima gelaufen ist.

Was hast du dir für die Saison zum Ziel gesetzt?

Ich will vor allem regelmäßig spielen und konstante Leistungen bringen. Letztes Jahr hatte ich leider nicht viele Gelegenheiten dazu. Das ist jetzt zum Glück anders. Ansonsten setzte ich mir persönlich keine großen Ziele. Das fällt meistens auf einen zurück, wenn man es nicht erreicht. Ich möchte daher einfach mein Spiel spielen und der Mannschaft helfen, möglichst oft zu gewinnen. Wir haben ein gutes Team, das in der Lage ist, in diesem Jahr etwas Spezielles zu leisten.

Du hattest in deiner Laufbahn öfter mit Verletzungen und anderen Widrigkeiten zu kämpfen. Gab es einen Punkt, an dem du entmutigt warst oder bist ein durch und durch optimistischer Mensch?

Manches, was ich in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, war sicherlich nicht einfach: die Verletzungen oder fast eine ganze Saison nur auf der Tribüne zu sitzen. Da haben mich viele Leute gefragt, woher ich meine Zuversicht nehme. Ich bin jemand, der immer versucht, aus schwierigen Situationen das Beste zu machen. Man muss einfach positiv bleiben. Ich habe viel im mentalen Bereich gearbeitet, auch was mein Spiel betrifft und bin sehr zufrieden, wie die Dinge im Moment laufen.

Fühlst du dich mit deiner Familie schon heimisch in Winnipeg und hast du bereits einen guten Platz zum Brunchen entdeckt? Das machst du doch leidenschaftlich gerne, oder?

Wir haben gleich ein schönes Haus gefunden. Die Leute, die vorher darin wohnten, sind weggezogen. Das ging alles nahtlos ineinander über. Sie sind raus und wir rein. Jetzt sind wir dabei, es uns dort gemütlich einzurichten. Was das Thema Brunch betrifft: Ja, das stimmt. Ich bin ein Typ, der gerne und ausgiebig frühstückt. Ich habe mich deshalb natürlich ein wenig umgesehen und ein nettes Café entdeckt. Es heißt "Miss Browns". Dort gibt es viele leckere Sachen. Ich mag die Abwechslung. Mal esse ich Kartoffeln mit Speck zum Frühstück, ein anderes Mal eher süße Sachen. Das kommt ganz auf meine Stimmung an.

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