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Viele Tore: Der Beginn einer neuen Ära?

Inside The Numbers: Die Saison 2018/19 bringt viele Hattricks und Treffer hervor

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Tore, Tore, Tore - der Beginn einer neuen Scoring-Ära?

Die Saison 2018/19 ist bislang eine arbeitsintensive Spielzeit, insbesondere für Torlampen, Bearbeiter der Statistiken wie Plus-Minus und Stadionsprecher, denn es fallen erstaunlich viele Tore. Doch woher rührt diese neuerliche Treffsicherheit? Inside the numbers wirft einen Blick auf die Statistiken.

2018/19: Acht Spieler mit mindestens 15 Toren

Zu diesem Zeitpunkt in der Saison haben bereits neun Spieler die 15-Tore-Marke geknackt: David Pastrnak (Boston Bruins, 19 Tore), Patrik Laine (Winnipeg Jets, 19), Jeff Skinner (Buffalo Sabres, 19), Alex Ovechkin (Washington Capitals, 18), Brayden Point (Tampa Bay Lightning, 18), Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche, 17), John Tavares (Toronto Maple Leafs, 15), Joe Pavelski (San Jose Sharks, 15) und Cam Atkinson (Columbus Blue Jackets, 15).

Video: SJS@BUF: Skinner in OT, Sabres egalisieren Teamrekord

In den letzten 20 Jahren gab es nur einmal eine genauso torreiche Ausbeute: In der Saison 2005/06 hatten zum Stichtag 28. November ebenfalls neun Spieler die 15-Tore-Marke erreicht. Die Helden von damals: Jaromir Jagr (21), Simon Gagne (21 Treffer), Daniel Alfredsson (19), Dany Heatley (17), Eric Staal (16), Ilya Kovalchuk (15), Brian Gionta (15), Ovechkin (15) und Brendan Shanahan (15).

Im Vorjahr, also in der Saison 2017/18, waren es gar nur drei Akteure: Ovechkin (18), Nikita Kucherov (17) und Tavares (15). Wenig überraschend ist Ovechkin in jeder dieser Jahre in der Liste der besten Torschützen vertreten.

Mehr Hattricks als letztes Jahr

Der Eindruck, dass in diesem Jahr besonders viele Treffer fallen, ist also nicht nur subjektiv wahrnehmbar, sondern auch mit Zahlen belegbar. Auffällig ist außerdem die große Anzahl an Hattricks: 2018/19 gelang schon 29 Spielern (!) ein Spiel mit drei erzielten Toren. Laine sorgte darüber hinaus am 25. November beim 8:4-Auswärtssieg der Jets gegen die St. Louis Blues mit einem Fünferpack für Aufsehen.

Video: CBJ@CAR: Atkinson erzielt seinen fünften NHL-Hattrick

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 24 Hattricks sowie ein Viererpack. In der torreichen Saison 2005/06 gelangen zum gleichen Zeitpunkt vier Viererpacks und 23 Hattricks. Die laufende Spielzeit also zeigt, dass besonders viele Spieler ihren Torhunger gleich mit mehreren Treffern in einem Spiel stillen können.

 

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Torreichste Saison seit 22 Jahren

In totalen Zahlen fielen in der laufenden Saison bereits 2286 Tore. Darunter 496 im Powerplay sowie 78 in Unterzahl. Im Vorjahr gab es zum gleichen Zeitpunkt 2132 Treffer, davon 489 in Über- sowie 75 in Unterzahl. Ein Beleg dafür, dass es deutlich häufiger im Tor klingelt und vor allem die Special Teams, wenn auch vergleichsweise nicht so stark, zugelegt haben.

Interessant ist auch der Vergleich mit den durchschnittlich erzielten Toren einer Mannschaft pro Spiel, die den Eindruck einer torreichen Saison noch einmal untermauern: 2018/19 konnten 3,11 Treffer pro Partie markiert werden. Einen derart hohen Schnitt gab es in den letzten 22 Jahren nur ein einziges Mal: 2005/06 mit 3,08 Toren/Spiel am Saisonende.

 

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Eine neue Ära?

Ist die Spielzeit 2018/19 der Beginn einer neuen Ära? Zwischen 1941 und 1974 lag der Torschnitt in sechs Saisons in Serie stets über 3,12 Toren/Spiel. Die nächste torreiche Epoche war von 1970 bis 1994, als in 24 Spielzeiten der Drei-Tore-Schnitt jeweils geknackt wurde. Seitdem gelangen keine zwei aufeinander folgenden Spielzeiten mit einem Drei-Tore-Schnitt mehr. Allerdings geht die Tendenz wieder in dieser Richtung: Seit 2015 steigt besagter Durchschnittswert Jahr für Jahr an: Von 2,71 über 2,77, 2,97 auf aktuell 3,11. Ist es also der Anfang, die Mitte oder das Ende einer neuen Zeitrechnung?

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Schaut man auf das Alter der führenden Torschützen ist es wohl eher der Beginn: Pastrnak (22), Laine (20), Point (22) und MacKinnon (23) haben ihre besten Jahre wohl noch vor sich. Skinner (26), Tavares (28) und Atkinson (29) sind im besten Eishockey-Alter, der einzige Routinier ist Ovechkin (33), der aber keinerlei Anzeichen von Ermüdung zeigt.

Für die These einer neuen, torreichen Ära spricht vor allem das große Talent unter den genannten Schützen. Die Spieler sind schon bei ihrem NHL-Debüt in jungen Jahren so gut ausgebildet, dynamisch, athletisch und physisch stark, um sofort produzieren zu können. Auch gab es in den letzten Jahren kaum Regeländerungen oder Anpassungen der Ausrüstung, sodass hier keine "Wettbewerbsverzerrung" vorliegt. Die NHL-Fans dürfen sich also nicht nur in der laufenden Saison, sondern auch in der Zukunft auf viele Tore und Hattricks freuen. Auch die Torlampen, Bearbeiter der Statistiken und Stadionsprecher dürften nichts dagegen haben.

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