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Philadelphia will mit neuem GM angreifen

Zu ungewöhnlicher Zeit, während der Saison, nehmen die Flyers eine Veränderung im Management vor

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Den vorletzten Platz in der Metropolitan Division und der Eastern Conference nehmen die Philadelphia Flyers mit einer Bilanz von 11-12-2 und 24 Punkten nach 25 Spielen und damit etwas mehr als 30 Prozent der Hauptrunde ein. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den zweiten Wildcard-Platz, der zur Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs berechtigt.

Die Flyers griffen am 26. November zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme, indem sie nicht wie sonst üblich den Trainer Dave Hakstol entließen, sondern General Manager Ron Hextall, der sich dementsprechend überrascht zeigte. Dass während einer Saison eine Änderung im Management vorgenommen wurde, kam in der jüngeren Geschichte der NHL nicht so häufig vor.

 

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Nur einer der derzeit in Amt und Würden befindlichen GMs, Jarmo Kekalainen von den Columbus Blue Jackets, der im Februar 2013 Scott Howson ersetzte, wurde im Lauf der regulären Saison von seiner Franchise eingestellt. Der einzig andere aktive GM, der seine Position bei laufendem Spielbetrieb im November 2008, jedoch als Beförderung innerhalb des Franchise von seinem Vorgänger Brian Burke erhielt, ist Bob Murray von den Anaheim Ducks.

In diese Reihe gesellt sich Chuck Fletcher, der am Montag in Philadelphia als neuer General Manager und Exekutiv-Vizepräsident der Flyers vorgestellt wurde. Der 51-jährige ehemalige GM der Minnesota Wild (2009-2018) hatte erst im Sommer seine Tätigkeit als operativer Berater des Managements bei den New Jersey Devils begonnen. Besondere Brisanz erhält die Personalie, da die Devils als direkter Konkurrent der Flyers auf dem letzten Platz in der selben Division und der Eastern Conference stehen.

Die Möglichkeiten eines General Managers während einer laufenden Saison in den Teamerfolg eingreifen zu können, sind eher beschränkt. Der Kader ist zusammengestellt und der Spielbetrieb läuft, von daher kann er, außer durch Trades, wofür er aber einen Partner finden muss, und einen Trainerwechsel, relativ wenig Einfluss auf die Zusammensetzung der Mannschaft nehmen. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum Veränderungen auf dem Managerposten meistens im Sommer stattfinden. Der neue Mann kann durch den NHL Draft, einer größeren Tradebereitschaft bei den Teams und mit entsprechenden Spielerverpflichtungen während der Free-Agent-Periode gleich seine Handschrift abgeben.  

Doch Fletcher, der bei den Wild mit sechs Playoff-Teilnahmen in seinen neun aktiven Jahren gute Arbeit geleistet hatte, wird sich daran wenig stören und sich mit voller Kraft der neuen Aufgabe widmen.

"Es waren ein paar sehr turbulente Tage und ich bin begeistert", betonte Fletcher in der Telefon-Pressekonferenz am Montag. "Ich fühle mich sehr geehrt und gewürdigt, dass (Flyer-Präsident) Paul Holmgren und (Geschäftsführer) Dave Scott mich als nächsten General Manager der Philadelphia Flyers ausgewählt haben."

"Ich bin schon viele Jahre dem Spiel verbunden und die Flyers sind eine der tragenden Säulen der National Hockey League und eine der besten Franchise. Durch die Möglichkeit General Manager der Flyers zu sein, wird ein Traum wahr."

Philadelphia hat seit 1975 nicht mehr den Stanley Cup gewinnen können und stand zuletzt 2010 in einem Stanley Cup Finale, das sie nach sechs Spielen mit 4:2 gegen die Chicago Blackhawks verloren. Seit 2012 qualifizierten sich die Flyers im jährlichen Wechsel für die Playoffs oder verpassten sie. Allerdings sind sie drei Mal bereits in der ersten Runde ausgeschieden, so auch 2018, als sie dem Rivalen aus ihrem Bundesstaat Pennsylvania, den Pittsburgh Penguins, mit 2:4 in der Serie unterlagen.

"Kein Zweifel, wir haben einiges an Arbeit vor uns", betonte Fletcher. "Wir haben einige gute Spieler hier. Es gibt einige junge Spieler, die ihren Weg in die NHL gefunden haben und sich weiter entwickeln. Ich werde mich in Kürze mit den Trainern zusammensetzen und die Spieler treffen."

 

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Dem seit Saisonbeginn 2015/16 angestellten Trainer Hakstol zollte Fletcher viel Respekt für das, was dieser in seiner Karriere bereits erreicht hat und will für die Besetzung dieses Postens keine vorschnellen Entscheidungen treffen.

"Ich habe selbstverständlich nicht die Intension, schon morgen den Trainer zu wechseln", verdeutlichte der GM. "Ich bin gerade erst angekommen. Ich glaube sehr fest daran, dass es sinnvoll ist, eine Situation erst genau kennenzulernen, ehe man eine Reaktion zeigt. Ich möchte daran arbeiten, dass wir die Probleme, die das Team in diesem Jahr behindern, klären können und einen Weg finden, besser zu werden."

Das erste Spiel nach der Ära Hextall, die im Mai 2014 begann, gewannen die Flyers am Samstag in Pittsburgh mit 4:2. Am Donnerstag geht es mit einer Heimpartie im Wells Fargo Center gegen den Divisions-Zweiten Columbus Blue Jackets weiter. Ein erneuter doppelter Punktgewinn würde dem Selbstvertrauen der Mannschaft und natürlich ihrem Tabellenstand sehr guttun. Noch ist die Saison nicht verloren. So wird es auch Fletcher sehen.

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