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Der Liga fehlt es nicht an Persönlichkeiten

Fünf Spieler exemplarisch für viele mehr, die jeden Abend für eine Menge Unterhaltung sorgen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Vermutlich werden wir ihn in der NHL nicht mehr wiedersehen. Seit Montagabend steht es fest, mit Jaromir Jagr wird einer der größten Spieler, den das Eishockey jemals gesehen hat, fortan in der tschechischen Liga bei Kladno seine Schlittschuhe schnüren. Der 45-jährige Tscheche schrieb über Jahrzehnte hinweg NHL-Geschichte und wurde weltweit von den Fans bewundert.

Mit dem tschechischen Stürmer verliert die Liga eine Persönlichkeit, aufgrund der sich Millionen von Zuschauer vor die TV-Geräte, Notebooks oder Tablets setzten, um sein Können zu bestaunen und mitzufiebern.

Es bringt der Lauf der Geschichte mit sich, dass Legenden gehen und andere nachrücken. Der NHL muss es auf jeden Fall nicht bange werden, dass sie an Attraktivität verliert.


Sidney Crosby - exemplarisch für alle Kapitäne

Nachdem das Eishockey-Wunderkind Sidney Crosby am 5. Oktober 2005, nein nicht das Licht der Welt erblickte, sondern sein NHL-Debüt in einer Partie bei den New Jersey Devils gab, dauerte es nicht lange, ehe er sich in die Herzen der Anhänger der Pittsburgh Penguins spielte. Der 18-Jährige punktete zum Auftakt seiner jetzt schon sagenhaften NHL-Karriere sechs Spiele in Folge (2 Tore, 7 Assists) und schloss seine Rookie-Saison mit 102 Scorerpunkten (39 Tore, 63 Assists) in 81 Partien ab. Schnell wuchs der hochbegabte Center mit den ihm zugeteilten Aufgaben zu einer Persönlichkeit heran.

Seit mittlerweile elf Jahren trägt er das 'C' als Teamkapitän der Penguins auf der Brust. Bereits in jungen Jahren lernte Crosby jene Verantwortung zu übernehmen, die der Posten eines Spielführers mit sich bringt. Mit enorm viel Ehrgeiz arbeitete Crosby daran, von Jahr zu Jahr sein Spiel zu perfektionieren, so dass er mittlerweile zu den komplettesten Spielern des Eishockeysports herangereift ist. Ohne Crosby hätten die Penguins vermutlich zwischen 2009 und 2016 nicht dreimal den Stanley Cup gewonnen und ohne ihn hätten sie auch nicht von überall Fans hinzugewonnen.

Weitere überragende, langjährige Teamkapitäne der NHL: Ryan Getzlaf (ANA seit 2010/11), Zdeno Chara (BOS seit 2006/07), Jonathan Toews (CHI seit 2008/09), Mikko Koivu (MIN seit 2009/10), Henrik Sedin (VAN seit 2010/11) und Alex Ovechkin (WSH seit 2009/10)


Alex Ovechkin - exemplarisch für alle Vollstrecker

Tore sind das Salz in der Suppe und Alex Ovechkin von den Washington Capitals weiß nicht nur, wie man zu möglichst vielen kommt, sondern wie man sie besonders spektakulär erzielt. Den wenigsten Spielern wurde diese Eigenschaft so in die Wiege gelegt wie einem Ovechkin. Keinem anderen Spieler gelangen, seit Ovechkin vor zwölf Jahren seinen Einstand in der NHL gab, mehr Tore.

Der russische Außenstürmer mit der Nummer '8' auf dem Rücken versenkte seit der Spielzeit 2005/06 in 970 Partien 588 Mal die schwarze Hartgummischeibe im gegnerischen Netz - 189 Mal häufiger als Crosby (399 Tore) der zweitbeste Torschütze in dieser Zeitspanne.

Video: PHI@WSH: Ovechkin trifft per Direktabnahme

Gefürchtet für seine scharfen Direktabnahmen beweist Ovechkin seine Vollstreckerqualitäten auch immer wieder im Powerplay. 221 Mal netzte der 32-jährige Russe in Überzahl ein - keine Frage, er ist auch in dieser Kategorie unter den aktiven Spielern Ligaspitze.

In Zahlen nicht zu messen, aber an den meisten Spieltagen der Capitals zu bestaunen, sind Ovechkins Fertigkeiten am Schläger und mit dem Puck. Kein anderer schweißt so schön, wie er das Spielgerät ein.

 

[Ähnliches: Alex 'the Gr8', der komplette Eishockeyspieler]

 

Weitere Top-Torschützen der NHL, die schon seit Jahren überzeugen: Corey Perry (ANA), Patrick Kane (CHI), John Tavares (NYI), Evgeni Malkin (PIT), Joe Pavelski (SJS), Steven Stamkos (TBL)


Leon Draisaitl - exemplarisch für alle Spieler aus A/D/CH

Einen ganz besonderen Reiz bezieht die NHL daraus, dass sie international aufgestellt ist. Erfreulicherweise stehen aktuell auch 23 Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Vertrag bei einem NHL-Franchise und kommen dort, mancher mehr und mancher weniger, zu Einsätzen.

Keine Angst um einen Stammplatz bei den Edmonton Oilers muss sich Leon Draisaitl machen. Der 22-jährige Kölner findet sich Bestens im Norden Albertas zurecht, auch wenn in diesem Jahr der Mannschaftserfolg, die Oilers belegen den drittletzten Rang im Westen, noch auf sich warten lässt.

Video: VAN@EDM: Draisaitl vollendet Gegenzug mit Tor

Draisaitl punktete in sechs seiner letzten acht Auftritte (2 Tore, 6 Assists) und belegt mit 40 Scorerpunkten (12 Tore, 28 Assists) den zweiten Rang in der teaminternen Scorerwertung der laufenden Saison. Wenn für die Oilers ein Spiel angesetzt ist, dann wäre es schade dem nicht zu folgen, denn der deutsche Center zeigt meist sein ganzes Können und ist immer für Punkte gut.

Weitere Top-Scorer aus A/D/CH in der NHL: Nino Niederreiter (MIN), Nico Hischier (NJD), Kevin Fiala (NSH), Roman Josi (NSH), Michael Grabner (NYR), Thomas Vanek (VAN), Sven Baertschi (VAN)


P.K. Subban - exemplarisch für alle Entertainer

Ein Faible für Entertainment und ganz besondere Momente hat P.K. Subban von den Nashville Predators. Ob als offensiv ausgerichteter Verteidiger auf dem Eis oder als Showmaster bei Benefizveranstaltungen, der 28-Jährige macht immer eine gute Figur und sorgt für ausreichend Unterhaltung mit seinen bei den Fans liebgewonnenen Sperenzchen.

Bei den Montreal Canadiens stieg Subban schnell zu einem Publikumsliebling auf und auch in Nashville, wo er seit der Spielzeit 2016/17 auf Punktejagd geht, fliegen ihm die Herzen zu. Bei Subban handelt es sich um einen Spieler, der das Profisport-Business ganz genau kennt, doch seine Auftritte sind keineswegs berechnend und aufgesetzt. Er ist so, wie er sich gibt - ein exzentrischer, lustiger Mann, der Freude am Sport und dem ganzen Drumherum hat, und das auch zeigt.

Weitere NHL-Spieler mit Freude am Spaß: Roberto Luongo (FLO), Brent Burns (SJS)


Connor McDavid - exemplarisch für alle jungen Recken

Connor McDavid steht noch am Beginn einer ganz großen NHL-Karriere. Dem 21-jährigen Center der Edmonton Oilers ist es zuzutrauen, dass er der nächsten Generation an Nachwuchsspielern ein Vorbild sein wird. In seiner ersten NHL-Saison von vor zwei Jahren konnte er verletzungsbedingt nur 45 Partien bestreiten, brachte es dabei aber auf 48 Scorerpunkte (16 Tore, 32 Assists). Im Folgejahr blieb er vom Verletzungspech verschont und räumte, nachdem ihm in 82 Saisonspielen 100 Scorerpunkte (30 Tore, 70 Assists) geglückt waren, bei der Award-Verleihung in Las Vegas die Hart Trophy und den Ted Lindsay Award als wertvollster sowie die Art Ross Trophy als punktbester Spieler ab.

Video: Fastest Skater: McDavid sprintet zum Sieg

McDavid zählt mit seiner Übersicht, sowohl in der Offensive, wie auch im Verteidigungsdrittel, seiner Schnelligkeit und seiner Torgefährlichkeit zu jenen Akteuren an denen die NHL und deren Anhänger in den kommenden Jahren noch viel Freude haben werden.

Weitere NHL-Spieler Jahrgang 1997 und jünger die begeistern: Sebastian Aho (CAR), Matthew Tkachuk (CGY), Nico Hischier (NJD), Auston Matthews (TOR), Mitchell Marner (TOR), Patrik Laine (WPG)

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