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Blues mit guter Mischung in der Defensive

Viel Erfahrung, stark in der Offensive, aber auch zuverlässig vor dem eigenen Tor - eine Analyse der Verteidiger von St. Louis

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Der Countdown bis zum Stanley Cup Finale 2019 läuft. Am Montag, 27. Mai, (Ortszeit) stehen sich die Boston Bruins und die St. Louis Blues im TD Garden von Boston zum ersten Finalspiel gegenüber. NHL.com/de wirft in den kommenden Tagen einen detaillierten Blick auf die Mannschaftsteile der Kontrahenten.

In dieser Ausgabe die Verteidiger der Blues:

Edmundson - Pietrangelo 

Verteidiger sollen eigentlich Tore verhindern. Wenn die Stürmer aber bisweilen etwas schwächeln, sind die Verteidiger gefragt. So auch in den ersten beiden Playoffrunden bei den St. Louis Blues. Alex Pietrangelo war aus der Verteidigung heraus das belebende Element in der Offensive der Blues in den bisherigen Playoffs. 13 Scorerpunkte (zwei Tore, elf Assists) hat er in der K.o.-Runde 2019 gesammelt. So viele hatte noch kein anderer Verteidiger im Blues-Trikot vor ihm in einem Playoff-Jahr. Von ungefähr kommt diese Produktion nicht: Schon in der regulären Saison traf Pietrangelo in 71 Spielen 13-mal. Mit im Schnitt 25:33 Minuten hat der Kanadier, den die Blues 2008 in der ersten Runde an vierter Stelle gedraftet haben, die meisten Minuten aller Blues pro Spiel absolviert. Und er weiß auch, wie sein Kerngeschäft funktioniert: 40 Schüsse hat er in den Playoffs schon geblockt. Bei den Blues hat keiner mehr. Pietrangelo, der seine gesamte NHL-Karriere bei den Blues verbracht hat, steht in der Regel Joel Edmundson zur Seite. Er ist die Absicherung für seinen Partner. Edmundson hat in den Playoffs bislang deutlich weniger Schüsse (22) als Pietrangelo (55) auf das gegnerische Tor abgefeuert. Mit nur sechs Strafminuten hat Edmundson dabei seine Arbeit sehr diszipliniert erledigt. Allerdings leistet sich Edmundson zu viele Turnover. 18 stehen da für ihn bislang in den Playoffs zu Buche. Kein Blues-Verteidiger hat mehr.

Video: STL@DAL, Sp6: Pietrangelo trifft durch viel Verkehr

Bouwmeester - Parayko

Eine ähnlich klare Rollenverteilung wie beim Top-Verteidigerpärchen der Blues gibt es auch beim zweiten Paar. Colton Parayko hat mit bislang elf Scorerpunkten (ein Tor, zehn Vorlagen) vor allem in der Offensive von sich reden gemacht. Und auch seine Plus/Minus-Statistik kann sich mit + 6 durchaus sehen lassen. Bei den Blues ist da nur Oskar Sundqvist (+ 7) besser. Mit durchschnittlich 24:26 Minuten hat Parayko, von den Blues 2012 in der dritten Runde an 86. Stelle im Draft gezogen, die zweitmeisten Minuten der Blues absolviert. Auch er ist also eine verlässliche Größe im Team. Veteran Jay Bouwmeester ist für die defensiven Akzente in diesem Pärchen zuständig. Der 35-Jährige hat bereits 36 Schüsse geblockt - der zweitbeste Wert nach Pietrangelo. Aber Alter schützt in diesem Fall auch vor Eiszeit nicht: 23 Minuten und 20 Sekunden steht er in den Playoffs pro Partie im Schnitt auf dem Eis. Über 1200 NHL-Spiele hat Bouwmeester auf dem Buckel. Mit seiner Erfahrung wird er ein wichtiger Faktor für die Blues im Stanley Cup Finale sein.

Gunnarsson - Bortuzzo 

Auch bei den Verteidigern gibt es nicht nur Häuptlinge. Selbst hier braucht es Indianer, die solide ihre Arbeit verrichten. Sie sind wichtige Bestandteile des Teams. Zwölf Partien in den aktuellen Playoffs haben der Schwede Carl Gunnarsson und der Kanadier Robert Bortuzzo jeweils absolviert. Die offensiven Statistiken der beiden sind übersichtlich. Gunnarsson hat noch keinen Scorerpunkt gesammelt, Bortuzzo immerhin schon ein Tor auf dem Konto. Er traf in Spiel 2 des Conference Finals gegen die San Jose Sharks. Aber niemand erwartet von ihnen die großen statistischen Werte eines Pietrangelo. Wichtig ist, dass die beiden Abend für Abend verlässlich ihre Minuten abliefern. Und das tun sie. Knapp 15 Minuten kommen pro Partie im Schnitt beim 32 Jahre alten Gunnarsson zusammen. Gut 13 Minuten sind es beim 30 Jahre alten Bortuzzo. Hinzu kommt, dass sie sich auch darauf verstehen, den Laden hinten dicht zu machen. Das belegen die positiven Werte bei der Plus/Minus-Statistik. Gunnarsson steht aktuell bei + 2, Bortuzzo bei + 3.

 

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Ergänzungsspieler

Vince Dunn ist eigentlich mehr als ein Ergänzungsspieler. Seit vergangener Saison gehört er zu den Stammverteidigern bei den Blues. 78 Spiele hat er in der regulären Saison gemacht. In 16 Playoff-Partien stand der 22-Jährige bislang auf dem Eis. Zwei Tore und fünf Assists hat er dabei schon verbucht. Im Moment setzt ihn aber eine Oberkörperverletzung außer Gefecht. Er wird wahrscheinlich für den Auftakt der Serie gegen Boston ausfallen. Keine Rolle bei Coach Craig Berube spielt derzeit Michael Del Zotto. Der Erstrundendraftpick der New York Rangers aus dem Jahr 2008 (an 20. Stelle gezogen) hat in dieser K.o.-Runde noch keine Eiszeit bekommen. Mit seiner Erfahrung aus über 600 NHL-Spielen hat der 28-Jährige aber auch genügend Routine, dass er aus dem Stegreif helfen kann, sollte Berube - aus welchen Gründen auch immer - zu einer Veränderung am Kader gezwungen sein.

Das erste Spiel des Stanley Cup Finales zwischen den Bruins und den Blues findet am Montag im TD Garden von Boston statt (8:00 p.m. ET; NBC, CBC, SN, TVAS, NHL.tv; Di. 2 Uhr MESZ).

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