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Washington ist bereit für die Titeljagd

NHL.com/de 31 in 31: Capitals wollen den Stanley Cup zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren holen

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de freier Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Washington Capitals.

Nach dem Erstrunden-Aus in den Stanley Cup Playoffs 2019 gegen die Carolina Hurricanes blieb bei den Washington Capitals kein Stein auf dem anderen. Die Verantwortlichen hinterfragten die Strukturen und richteten die Stellschrauben neu aus. Im Ergebnis ließen sie einige wichtige Spieler wie Matt Niskanen (Philadelphia Flyers), Andre Burakovsky (Colorado Avalanche) und Brooks Orpik (Karriereende) ziehen, hielten die Mannschaft des Stanley Cup Siegers von 2018 im Kern jedoch zusammen.

 

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Die Schlüsselspieler

Auch wenn sich zum Saisonauftakt in der Kabine der Capitals einige neue Gesichter einfinden werden, die Leistungsträger bleiben die alten. Im Sturm werden immer noch Alex Ovechkin, Nicklas Backstrom und Evgeny Kuznetsov den Ton angeben. Das Tor bleibt die Spielwiese des langjährigen Erfolgsgaranten Braden Holtby.

Zwar versäumten es die Capitals, den Erfolg von 2018 zu wiederholen, doch kann ihnen in ihrer Paradedisziplin, der Offensive, kaum jemand das Wasser reichen. Vor allem in der Spitze sind sie weiterhin glänzend besetzt. Das Offensiv-Trio um Ovechkin, Backstrom und Kuznetsov zeichnete in der vergangenen Saison für insgesamt 235 Punkte (94 Tore, 141 Assists) verantwortlich und sollte auch in 2019/20 für eine stattliche Anzahl Zähler sorgen.

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Torhüter Holtby soll dabei helfen, die hochgesteckten Ziele zu verwirklichen. Er geht in die letzte Saison seines mit durchschnittlich 6,1 Mio. US-Dollar dotierten Vertrags und hat sich viel vorgenommen: "Natürlich verfolge ich das Ziel, den Stanley Cup zu gewinnen", sagte er.

Stammkraft Siegenthaler?

In der vergangenen Saison debütierte Jonas Siegenthaler am 9. November 2018 in der NHL für die Capitals. Seitdem hat er in 25 Hauptrunden- und vier Playoff-Spielen seine Duftmarken hinterlassen und die Gelegenheit genutzt, um Capitals-Coach Todd Reirden von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Der 21-jährige Zürcher wird allem Anschein nach die Saison im Oktober in Washington starten und nicht bei den Hershey Bears in der AHL, wo er den Großteil der vergangenen beiden Spielzeiten verbrachte. Durch den Weggang der Veteranen Niskanen und Orpik haben die Capitals durchaus Bedarf in der Defensive. Für Abwehrspieler Siegenthaler also die besten Voraussetzungen um durchzustarten.

Sie könnten nachrücken

Mit Ilja Samsonov, Alexander Alexeyev, Martin Fehervary und Connor McMichael hat die Capitals-Organisation einige Rohdiamanten in ihren Reihen. Vor allem Keeper Samsonov steht kurz davor, seinen nächsten Karriereschritt zu machen: Der 21-jährige Erstrunden-Pick vom NHL Draft 2015 (Nummer 22) unterschrieb im vergangenen Jahr einen bis 2021 gültigen Vertrag bei den Capitals. In 37 AHL-Spielen für die Hershey Bears erreichte er eine Fangquote von 89,8 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,70.

Samsonov, der zuvor in vier KHL-Saisons zu 87 Einsätzen (davon 16 in den Playoffs) für Metallurg Magnitogorsk kam, ist hinter Holtby und Phoenix Copley die Nummer 3 der Capitals und darf womöglich in der kommenden Spielzeit erste NHL-Luft schnuppern.

Stärken

Dass die Capitals wissen, wo das Tor steht, ist kein Geheimnis. Mit 274 Toren gehörten sie in der vergangenen Saison erneut zu den treffsichersten Teams der Liga. Und ihre Offensivkraft, die von dem achtfachen Richard-Trophy-Gewinner Ovechkin angeheizt wird, dürfte in diesem Sommer kaum an Effizienz eingebüßt haben.

Vielmehr noch dürfte sich der Kader vor der neuen Saison noch etwas ausgeglichener und vor allem defensiv stabiler erweisen. Mit den Neuzugängen Richard Panik, Garnet Hathaway, Brendan Leipsic und Radko Gudas hat General Manager Brian MacLellan vor allem defensiv verantwortliche Spieler verpflichtet. 

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"Wir dachten, dass unsere Schlüsselspieler in den Playoffs gut gespielt haben", sagte MacLellan. "Es waren die Spieler um den Kern herum, die man ein wenig kritisieren konnte. Also haben wir die Akteure um den Kern ausgetauscht. Hoffentlich haben wir den Grund für die Niederlage gegen Carolina richtig erkannt."

Entwicklungspotenzial

Mit Orpik und Niskanen haben die Capitals zwei Führungsspieler und Wortführer in der Kabine verloren. Die nachkommende Generation muss die großen Fußstapfen ausfüllen und Verantwortung übernehmen. Zusätzlich muss das erfolgsverwöhnte Team einige neue Charaktere integrieren. Die Capitals begeben sich also auf einen neuen, ungewohnten Pfad.

Dünn könnte die Personaldecke auf der Torhüterposition werden. Sollte sich Holtby verletzen oder außer Form sein, bieten sich Coach Reirden keine Alternativen, die ihre Klasse auf dem hohen NHL-Niveau bereits bewiesen haben. Gleichwohl könnte die Zeit für Perspektiv-Keeper Samsonov reif sein.

 

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Playoff-Chancen

Dass die Capitals nicht nur in die Stanley Cup Playoffs wollen, sondern ihre Saison am liebsten im Juni mit dem Pokal in ihren Händen krönen wollen, ist sonnenklar. Dass sie ihre hochgesteckten Ziele mit den vorhandenen Qualitäten auch erreichen können, wird ihnen kaum jemand absprechen. Die Capitals wollen und müssen beweisen, dass sie noch genug Feuer für eine lange, erfolgreiche Saison haben.

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