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Die Auswirkungen der Pause auf die Teams

Inside the numbers: Fluch und Segen einer längeren spielfreien Zeit

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Der Einfluss der Five Day Breaks

Auf dem NHL-Spielplan stehen dieser Tage weniger Spiele als gewöhnlich. Der Grund dafür sind die sogenannten "Five Day Breaks", die 2018/19 zum bereits dritten Mal stattfinden. Die NHL garantiert jedem Team pro Saison fünf spielfreie Tage am Stück. In der laufenden Spielzeit starteten die ersten Teams ab dem 19. Januar in den Kurzurlaub. Spätestens bis zum 2. Februar nehmen dann auch die letzten Mannschaften den Spielbetrieb wieder auf. Durch die zwischenzeitliche All-Star-Pause waren für die 31 Klubs deutlich mehr als die zugesicherten fünf Tage Pause möglich gewesen. Die kürzeste Unterbrechung lag bei acht, die längste bei elf Tagen. 

In dieser Ausgabe von Inside The Numbers analysiert NHL.com/de die Auswirkungen eines "Five Day Breaks" auf die Leistung auf dem Eis. Da die Unterbrechung bislang immer im Januar stattfand, wurden für die Analyse der Monat vor (Dezember) sowie der Monat nach (Februar) der "Five Day Breaks" ausgewertet.

 

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2017/18: Krasse Veränderungen im Powerplay

In der Saison 2017/18 verkrafteten die Nashville Predators (10-2-2, 22 Punkte), die Philadelphia Flyers (10-1-2, 22 Punkte), die Toronto Maple Leafs (10-2-2, 22 Punkte) und die Minnesota Wild (9-2-2, 20 Punkte) die Zeit nach den "Five Day Breaks" am besten und punkteten im Monat Februar am fleißigsten. Dieser Trend kam bei drei von vier Teams eher überraschend: Im Dezember nämlich waren Toronto (6-5-1, 13 Punkte), Minnesota (7-5-2, 16 Punkte) und Philadelphia (8-4-1, 17 Punkte) bei weitem nicht so dominant, sondern nach Punkten eher im Mittelfeld zu finden. Für diese Klubs war die spielfreie Zeit offenbar erfrischend. Das trifft durchaus auch auf Nashville zu, wenngleich die Predators schon zuvor ähnlich stark spielten (8-3-2, 18 Punkte).  

Ein Grund für den Leistungsanstieg war auf jeden Fall die höhere Produktivität: Nashville (55 Tore, 1.), Toronto (49, 5.), Minnesota (49.,5.) und Philadelphia (43, 8.) zeigten sich im Februar deutlich treffsicherer als im Dezember, in dem die Predators (43, 6.), Maple Leafs (33., 21.), Wild (33, 21.) und Flyers (36, 16.) deutlich seltener trafen.

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Ein paar spielfreie Tage geben den Trainer außerdem Gelegenheit, Dinge einzustudieren. So benötigt etwa das Powerplay viel Training und Abstimmung. Die spielfreie Zeit nutzen aus diesem Grund einige Teams, um ihr Überzahlspiel zu verbessern. Ein Musterbeispiel hierfür lieferten etwa die Florida Panthers: Im Dezember hatte das Panthers-Powerplay gerade einmal eine Erfolgsquote von 15,8 Prozent (20.) - im Februar hatte Florida plötzlich das beste Überzahlspiel der gesamten Liga mit 31,1 Prozent (1.). Ähnlich erging es auch den Pittsburgh Penguins (von 21,4 auf 29,2 Prozent), den Vegas Golden Knights (16,2 auf 28,9 Prozent) und den Tampa Bay Lightning (von 22,7 auf 28,6 Prozent).

Dass nicht alle Teams vom Kurzurlaub profitieren, zeigten in der Saison 2017/18 dagegen die San Jose Sharks. Im Dezember wiesen die Sharks das beste Powerplay der Liga (32,6 Prozent) vor, stürzten im Februar aber auf 12,5 Prozent ab, was das zweitschlechteste Überzahlspiel bedeutete. Einen ähnlichen Fall erlebten auch die Boston Bruins von 25,0 auf 13,2 sowie die Vancouver Canucks von 22,2 auf 16,7 Prozent. 

Punktemäßig erlebten vor allem die New York Rangers einen freien Fall: Im Dezember noch neuntbestes Team (7-3-3, 17 Punkte) waren die Broadway Blueshirts im Februar plötzlich die schlechteste Mannschaft (2-10-1, fünf Punkte). Auch hier war das Scoring die Achillesferse: Nach 37 Treffern vor dem Pausen-Monat (13.) waren es danach nur noch deren 24 (31.).

 

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2016/17: Harter Einstieg bei der Premiere

In der Saison 2016/17, die Premieren-Spielzeit der "Five Game Break", fremdelnden fast alle Teams in ihrem ersten Spiel nach der Pause: Nur fünf Teams konnten nach regulärer Spielzeit gewinnen, das Torverhältnis war 68:87 und die Goalie-Fangquoten fielen im Schnitt um einen Prozentpunkt (von 91,3 auf 90,3). 2016/17 verloren 20 von 30 Mannschaften ihr erstes Spiel nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs (10-16-4). In der Spielzeit 2017/18 war die Bilanz da schon deutlich ausgeglichener (15-11-5).

Besonders hart traf die Unterbrechung damals die Philadelphia Flyers (von 17 Punkten im Dezember auf deren sieben im Februar), die Carolina Hurricanes (von 19 auf sieben Punkte), die Anaheim Ducks von (18 auf neun Punkte), die Dallas Stars (von 15 auf sechs Punkte) und die Vancouver Canucks (von 13 auf sechs Punkte). Zu den wenigen Profiteuren zählten die Nashville Predators (von 13 auf 15).

Deutlich größere Sprünge waren dagegen im Powerplay zu verzeichnen: Die New Jersey Devils katapultierten sich von 17,4 Prozent (20.) auf 46,2 Prozent (1.). Bemerkenswert auch die Steigerung der Boston Bruins von 11,1 (28.) auf 34,5 Prozent (2.), der Nashville Predators von 14,6 (24.) auf 29,7 Prozent (3.) und der Minnesota Wild von 15,6 (22.) auf 28,6 Prozent (5.).

Wie reagieren die Teams in dieser Saison?

Nun wird es spannend, zu beobachten, wie die Teams in der laufenden Saison auf den "Five Day Break" reagieren werden. Beim Auftakt am Montag gab es direkt zwei Überraschungen: Mit dem 3:1-Sieg der Philadelphia Flyers gegen die Winnipeg Jets sowie dem 6:3-Erfolg der New Jersey Devils bei den Pittsburgh Penguins setzten sich jeweils die krassen Außenseiter durch. Ein Signal für den kommenden Monat?

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