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Mehr Daten zur Weiterentwicklung des Spiels

Neues NHL Puck und Player Tracking System eröffnet neue Wege für Trainer und TV-Übertragungen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

TV-Analysten, Trainerteams und Statistikfreaks können sich freuen, denn die NHL führt in der kommenden Saison 2019/20 das NHL Puck und Player Tracking System ein. Dadurch werden Puck- und Spielerbewegungen automatisch erfasst und können noch besser ausgewertet werden. Spielanalysen werden zukünftig durch noch komplettere und umfangreichere Datenermittlung angereichert.

Das von NHL Commissioner Gary Bettman am Freitag in einer Pressekonferenz zur nächsten Spielzeit angekündigte System wurde am Wochenende beim NHL All-Star Wochenende im SAP Center von San Jose erfolgreich im Produktivbetrieb getestet. Bereits beim All-Star Game 2015 in Columbus, Ohio, beim World Cup of Hockey 2016 in Toronto und beim All-Star Game 2018 in Tampa, Florida gab es erste Versuche, Fehleranalysen und Weiterentwicklungen.

Die vom deutschen Fraunhofer Institut mitentwickelte Technik besteht aus 14-16 Antennen, die in den Dachsparren der Arena installiert sind, aus vier Kameras, die die Tracking-Funktionalität unterstützen, einem Sensor, der auf den Schulterpolstern eines jeden Spielers platziert ist und aus 40 Pucks für jedes Spiel, die mit einem Sensor im Inneren hergestellt wurden.

"Unser ursprüngliches Ziel war es, eine Verbesserung der Übertragungen zu schaffen, die in Echtzeit genutzt werden kann - keine andere Sportart hat das", betonte Bettman. "Und obwohl die Anwendung nicht für den Sport entwickelt wurde, könnte sie sehr wohl ein noch größeres Interesse am Eishockey und das von mehr Fans wecken. Die Technologie wird dazu beitragen, dass der Eishockeysport weiter wachsen wird."

Die NHL möchte einmal wieder Vorreiter sein und ist es auch, denn wo sonst kann die enorme Investition in so ein System gestemmt werden, wenn nicht in dieser Liga, die mit seinem milliardenschweren Umsatz das wirtschaftliche Potenzial dazu hat. Ziel soll natürlich sein, durch bessere Analysen und Auswertungen mehr Menschen dem Eishockeysport näher zu bringen, der unter der Tatsache leitet, dass es vielen zu schnell geht und sie Schwierigkeiten haben, den kleinen und schnellen Puck live vor Ort oder an den Empfangsgeräten zu verfolgen.

 

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TV-Analyst Keith Jones vom amerikanischen Sender NBC freut sich über die neuen Möglichkeiten, wenngleich er mehr Arbeit auf sich zukommen sieht. "Es wird uns viel Zeit kosten auszuwerten, welche Fakten wir bringen wollen und welche nicht", sagte er. "Aber interessant ist es und es birgt sehr viel Potenzial in sich."

Eiszeiten, Schuss- und Spielergeschwindigkeiten, Lauf- und Passwege, Bewegungen, Puck-Besitzzeiten und vieles mehr können dann in Echtzeit zu Rate gezogen bzw. für den Zuschauer in die Live-Übertragung projiziert werden.  

"Wir sind damit aufgewachsen, nicht einmal die Zeit und den Spielstand eingeblendet zu haben", verdeutlichte Kenny Albert, der bei NBC während eines Spiels analysiert. "Jetzt hast du jede Menge Informationen auf dem Bildschirm. Diese nächste Generation ist das Multitasking gewöhnt. Sie sitzen nicht nur da und schauen Fernsehen. Sie schauen auf ihr Smartphone. Sie schauen auf ihr iPad oder Computer, von daher, wenn sie das alles auf dem Bildschirm sehen, dann glaube ich nicht, dass dies die jüngeren Zuschauer besonders ablenken wird."

Noch ist nicht entschieden, was und wie es den Zuschauern präsentiert werden soll. Zunächst können die Fans über Social Media mitteilen, welche Einblendungen während des All-Star Games ihnen am besten gefallen haben und welche nicht. Neben diesen Auswertungen, werden die Liga und die Teams ihre Vorstellungen unterbreiten.

Im Zusammenhang mit dem NHL Puck und Player Tracking System wird im Februar den Teams die neue SAP-NHL Coaching Insight App für das iPad vorgestellt. Damit können die Trainer während des Spiels noch mehr Daten auswerten und in Echtzeit abrufen. Bis zum Saisonschluss wird die Erfassung noch durch Menschen vorgenommen, in der kommenden Spielzeit übernimmt sie das System, so dass die Zahlen präziser werden.

Die Trainer können die App kennenlernen und individuell einstellen, so dass sie nur das geliefert bekommen, was sie brauchen. "Ich möchte kein Dinosaurier sein", merkte Calgary Flames Trainer Bill Peters an. "Ich möchte offen für Neues sein, deswegen denke ich, dass es etwas zu bieten hat. Wenn wir das Tracking System bekommen und verstehen lernen, zu was es nützlich ist, dann bin ich sicher, dass man etwas daraus nutzen kann."

Einige Teams verwenden bereits Tracking Systeme. Die Winnipeg Jets werten zum Beispiel die Herzfrequenz der Spieler aus, um zu erfahren, wie groß die Belastung in einem Spiel oder einer Eiszeit war, und sie versuchen diese Daten in Entscheidungen einfließen zu lassen.

 

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"Nehmen wir Blake Wheeler", erzählte Jets Trainer Paul Maurice. "Er ist vielleicht der fitteste Mann, den ich habe, doch wenn wir feststellen, dass seine Herzfrequenz in den Pausen, die er hat, nicht entsprechend sinkt, dann haben wir ein Problem und denken darüber nach, wie wir es schaffen, dass er sich schneller erholt, weil letztendlich soll es dem Team helfen."

Doch auch hier gilt für Trainer das Gleiche, wie es auch auf TV-Analysten und Statistikfreaks zutrifft. Am Ende sind die Daten immer nur so gut, wie die Leute, die sie interpretieren, auswerten und verwerten. Die Aufgabe wird je größer die Menge ist nicht einfacher, aber die Möglichkeiten der heutigen Zeit nicht zu nutzen und Chancen verstreichen zu lassen, wäre fataler.

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