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Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In der heutigen Ausgabe: Saisonrückblick der Detroit Red Wings

1926 kamen die Detroit Red Wings in die NHL und gehören zu den sogenannten Original-Six-Mannschaften. In ihrer fast 100-jährigen Geschichte haben die Red Wings in den regulären Spielzeiten 2.953 Spiele gewonnen, waren 18 Mal das punktbeste Team und feierten 19 Divisions-, sechs Conference-Meisterschaften sowie elf Stanley-Cup-Titel. Eine Saison wie 2019/20 erlebten sie aber so gut wie nie.
Detroit erreichte eine Bilanz von 17 Siegen, 49 Niederlagen nach regulärer Spielzeit und fünf weitere in der Zusatzschicht der Verlängerung oder dem Shootout. Die damit verbuchten 39 Punkte in 71 Spielen bis zum Abbruch der regulären Saison am 12. März bedeuten eine Punktquote von 0,275. Es ist die schlechteste Quote einer NHL-Mannschaft seit der Einführung des Salary Caps (Gehaltsobergrenze) zur Saison 2005/06.
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Auch in den 93 Spielzeiten der Red Wings muss man lange suchen, um noch weniger erfolgreiche Jahre zu finden. Nur in den Saisons 1985/86 (0,25) und 1976/77 (0,256) war die Ausbeute pro Spiel noch schlechter.
Weitere Zahlen sind für die Fans besorgniserregend: Die Red Wings erzielten mit 145 Toren die mit Abstand wenigsten Treffer. Die Los Angeles Kings waren hier mit 178 Toren und damit 32 mehr das zweitschlechteste Team. Doch bei den Gegentoren sieht es mit 267 nicht besser aus. Die Ottawa Senators haben als nächstes 24 Treffer weniger kassiert.
Natürlich wird das Management auf Ursachenforschung gehen müssen, warum die Saison so katastrophal verlief. Detroits Spielerlegende Steve Yzerman, der am 19. April 2019 als General Manager angestellt wurde, muss gleich in seiner ersten Saison in dieser Position die drittschlechteste Bilanz der langjährigen Geschichte verantworten.

Yzerman

Zwangsläufig rückt dabei auch der Trainer Jeff Blashill in den Fokus. Er kommt in seinen fünf Spielzeiten in Detroit auf eine Bilanz von 153-194-52, verpasste aber in den zurückliegenden vier Jahren jeweils den Einzug in die Stanley Cup Playoffs, nachdem die Organisation zuvor 25 Jahre lang in der KO-Runde vertreten war.
"Ich denke Jeff hat eine gute Arbeit verrichtet", sagte Yzerman in seiner Saisonbilanz und verdeutlichte, dass er am Saisonbeginn nicht mit einem Einzug in die Playoffs gerechnet hat. "Es ist eine schwierige Position. In seiner Amtszeit hier befinden sich die Red Wings im Neuaufbau. An den letzten zwei oder drei Trade Deadlines hat das Team wertvolle Spieler für spätere Werte abgegeben und Jeff hat trotz alle dem mit erhobenem Haupt die Arbeit akribisch fortgesetzt und die Mannschaft in den schwierigen Situationen weiterhin gut trainiert und eingestellt."
Unter diesen Voraussetzungen betonte Yzerman, dass er zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhätte, Blashill den Laufpass zu geben. Er hätte ihn noch nicht gesprochen, aber es gehe um dessen Bereitschaft, die gestellte Aufgabe anzunehmen, für die Red Wings auch unter der Verarbeitung von Rückschlägen wie diesen, ein neues konkurrenzfähiges Team aufzubauen.
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Eine Rechnung, die aufgehen könnte, denn Detroit hat nicht nur in seinem Farmteam Grand Rapids Griffins große Talente wie den deutschen Verteidiger Moritz Seider schlummern, sondern sich durch entsprechende Transfers sechs Züge in den ersten drei Runden des NHL Draft 2020 und fünf weitere im NHL Draft 2021 gesichert. Außerdem haben sie durch ihr schlechtes Abschneiden die größte Chance in der diesjährigen NHL Draft Lotterie den Top-Pick oder zumindest einen der ersten drei zu erhalten.
Die Red Wings haben also allen Grund mit Optimismus in die Zukunft zu schauen. Die einzige gute Nachricht aus dieser verkorksten Saison ist, dass es viel schlechter nicht mehr geht.