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Defensive auf dem Vormarsch

Kein Team der Liga kassiert weniger Tore als die Minnesota Wild, die auch durch Torwart Devan Dubnyk ganz vorne stehen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Kein Staat in den USA ist so Eishockeyverrückt wie Minnesota, der 'State of Hockey. Spieler wie Kyle Okposo, Blake Wheeler, Matt Cullen und Zach Parise kommen aus dem Staat an der Grenze zu Kanada. Seit der Saison 2000-01 hat der Staat mit den Minnesota Wild auch ein NHL Team, dass es in 15 Saisons immerhin sieben Mal in die Playoffs schaffte und dieses Jahr zum fünften Mal in Folge unter die besten 16 Teams der Liga kommen will.

In der starken Central Division wurden sie zu Beginn der Saison eher als Außenseiter gesehen, doch sie erweisen sich als härterer Gegner, als erwartet. Mit einer Serie von fünf Siegen und sechs Heimsiegen in Folge, stehen sie mittlerweile auf dem zweiten Platz der Division und der Western Conference, nur die Chicago Blackhawks stehen noch vor ihnen.

Dort stehen sie nicht ohne Grund. Vor allem die Defensive der Wild bringt ihre Gegner diese Saison immer wieder zur Verzweiflung. In 28 Spielen kassierten sie nur 57 Tore, so wenige wie sonst nur die Columbus Blue Jackets, die in der gleichen Saison wie die Wild in die NHL aufgenommen wurden. Im Penaltykilling gibt es nur wenige Teams in der Liga, die den Wild das Wasser reichen können. Doch sieht man sich die anderen Statistiken der Abwehr an, scheinen die wenigen Gegentore zunächst überraschend. Sie kassieren im Schnitt 30,8 Schüsse pro Spiel, teilen so wenig Checks aus wie kein anderes Team der Liga und blocken auch nicht besonders viele Schüsse.

Doch sie haben eine Geheimwaffe. Zwischen den Pfosten steht ein Kanadischer Hüne, der diese Saison kaum überwindbar scheint. Mit 1,96 Meter und 96 Kilo ist Devan Dubnyk eine beeindruckende Erscheinung, an der sich diese Saison die besten Stürmer der Welt die Zähne ausbeißen. Er hat bisher die beste Saison seiner Karriere. Mit einer Fangquote von 94,7% und einem Gegentorschnitt von 1,60, führt er die Liga an und hat damit aktuell die besten Werte seiner Laufbahn. Auch seine vier Shutouts setzen ihn an die Spitze der NHL und nach nur 23 Spielen fehlt ihm nur noch ein Shutout, um seinen persönlichen Rekord für Shutouts in einer Saison einzustellen.

Video: MIN@CGY: Dubnyk, Spurgeon retten jeweils in OT

Auch aus der Offensive der Wild, die mit 80 Toren aktuell im Mittelfeld der Liga liegt, kommen gute Eindrücke. Zwar fehlt ihnen ein großer Torjäger, wie Sidney Crosby, Patrik Laine oder Marian Hossa, doch das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Dadurch, dass die Tore auf das gesamte Team verteilt sind, sind Verletzungen leichter zu verkraften. Ihr bester Torschütze ist mit neun Toren Charlie Coyle und bisher konnten sich 18 Spieler der Wild in die Liste der Torschützen eintragen. Zu den besten Scorern des Teams zählt auch der Schweizer Nino Niederreiter, so wie Veteran Eric Staal, der diese Saison nach einer enttäuschenden Saison wieder auf dem Weg zu seiner alten Form ist. Außerdem haben die Wild wohl eine Vorliebe für Finnische Spieler entwickelt. Neben Kapitän Mikko Koivu stehen Mikael Granlund, Erik Haula und Teemu Pulkkinen im Aufgebot der Wild. Die vier haben bereits 19 Tore beigetragen.

Die Wild haben weniger Spiele absolviert, als ihre Konkurrenten im Kampf um die Playoffplätze in der Central Division, haben also die Chance sich an der Spitze festzusetzen. In den letzten zweieinhalb Wochen des Jahres haben sie noch acht Partien vor sich, vier auswärts, vier in der eigenen Arena, in der sie bisher 10 von 13 Spielen für sich entscheiden konnten. Zum einen haben sie mit den New York Rangers, den Montreal Canadiens und den Columbus Blue Jackets drei der stärksten Teams der Eastern Conference vor sich, doch sie treten auch noch gegen die Arizona Coyotes, die Colorado Avalanch und die New York Islanders an, drei der schwächsten Teams der Liga.

Die Wild haben gute Chancen auch dieses Jahr wieder in die Playoffs zu kommen und Trainer Bruce Boudreau kann durchaus zufrieden mit seinem Team sein und wer weiß, vielleicht ist dieses Jahr auch mehr drin, immerhin ist eine der bekanntesten Hockeyweisheiten: "Offense wins games, defense wins championships.

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