Reinbacher bekommt deutlich mehr Chancen, sein Können zur Schau zu stellen. Er steht 18:34 Minuten pro Spiel auf dem Eis und nutzt diese Gelegenheiten ausgiebig, um die Scouts immer mehr von sich zu überzeugen. In 42 Spielen gelangen ihm 22 Punkte (3 Tore, 19 Assists) und eine Plus-Minus-Bilanz von +9. Gegenüber der Konkurrenz aus Schweden hat er außerdem körperliche Vorteile. Sandin Pellikka ist 1,80 Meter groß und 79 Kilogramm schwer, Reinbacher überragt ihn mit 1,89 Meter und 85 Kilogramm deutlich. Das könnte dem Österreicher den entscheidenden Vorteil verschaffen, wenn sich Teams im Draft nicht zwischen den beiden Spitzenverteidigern entscheiden können. Wer sich in diesem Duell durchsetzt, dürfte der erste Verteidiger sein, dessen Name im NHL Draft 2023 aufgerufen wird. Für Österreich könnte das den dritten Top-10-Pick in vier Jahren bedeuten.
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Die beiden Talente aus Österreich und Schweden sind aber nicht die einzigen vielversprechenden Verteidiger. Vor allem in Europa drängen sich immer mehr Abwehrspieler in den Mittelpunkt. Die traditionell defensivstarken Schweden schicken mit Theo Lindstein und Tom Willander zwei weitere Kandidaten für die erste Runde ins Rennen. Lindstein bestritt bereits 25 SHL-Spiele für Brynäs und erzielte dabei ein Tor und einen Assist. Wallinder ist hauptsächlich für die U20 von Rögle im Einsatz, trat aber auch schon zwei Mal in der SHL an.
In Russland verdienten sich Dmitriy Simashev und Mikhail Gulyayev bereits Einsätze in der KHL. Während Simashev in 18 Spielen für Lokomotiv Yaroslavl noch auf seinen ersten Punkt wartet, durfte Gulyayev bei Avangard Omsk schon seinen ersten Assist feiern. Simashev überzeugt allerdings mit einer beeindruckenden Statur von 1,93 Meter und 89 Kilogramm.
Noch mächtiger wirkt der Tscheche Jakub Dvorak. Er überragt Simashev nochmal um drei Zentimeter und hat kein Problem damit, seinen Körper effektiv einzusetzen, um in der tschechischen Extraliga mit erfahrenen Profis mitzuhalten. In 24 Spielen gelangen ihm zwei Assists.
Auf der anderen Seite des Atlantiks steht ein kanadisches Duo an der Spitze der Verteidiger. Lukas Dragicevic überzeugt in der Western Hockey League für die Tri-City Americans vor allem durch seine offensive Durchschlagskraft. Mit 63 Punkten (14 Tore, 49 Assists) ist er der zweitbeste Verteidiger der Liga. Oliver Bonk liegt in der Ontario Hockey League mit 33 Punkten (10 Tore, 23 Assists) an der Spitze der Rookie-Verteidiger. Beide haben realistische Chancen, gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen dafür zu sorgen, dass in der ersten Runde des Draft deutlich mehr Abwehrspieler gewählt werden, als ursprünglich angenommen.