Kurasehv goal vs NYR

David Aebischer war ein Pionier für das Schweizer Eishockey. Er war der Erste seines Landes, der sich in der NHL durchsetzen und im Jahr 2001 mit der Colorado Avalanche als Backup-Torhüter von Patrick Roy den Stanley Cup gewinnen konnte. Der heutige Torhüter-Trainer und Assistenz-GM beim HC Fribourg-Gottéron wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.
Hier die fünfte Ausgabe 2022/23:

Nach dem All-Star Game 2023 Anfang Februar und der damit verbundenen Verschnaufpause für alle 32 Mannschaften geht es mit dem Spielplan in der NHL straff weiter. Das Programm wird zunehmend herausfordernder, aber das ist es, was auch den Reiz für die Spieler ausmacht. Die Intensität der Spiele nimmt zu und es wird um jeden Punkt noch mehr gefightet. Das gilt insbesondere für die Teams, die um den Einzug in die Stanley Cup Playoffs kämpfen.
Während es für die Spieler heißt, für ihre Mannschaft alles zu geben, haben die ersten Gespräche der General Manager über Wechsel vor der Trade Deadline am 3. März begonnen. Im Mittelpunkt des Geschehens, als Objekt der Begierde, befindet sich Timo Meier, dessen San Jose Sharks keine Chance mehr auf die Playoffs haben und er wegen seines auslaufenden Vertrages ein potenzieller Kandidat ist.

PIT@SJS: Meier bringt Sharks im 3. auf die Anzeige

Wenn, dann wäre es ein Blockbuster-Deal, der große Beachtung finden würde. Schon jetzt wird viel spekuliert, wo er hingehen könnte. Für ihn wäre es eine gute Möglichkeit, doch noch nach drei Jahren Flaute wieder einmal in den Playoffs zu spielen. Vielleicht landet er bei einem Contender oder gar in New Jersey mit Stürmerkollege Nico Hischier und Verteidiger Jonas Siegenthaler sowie Torhüter Akira Schmid zu einer Swiss Connection.
Timo wird ja nur restricted Free Agent, deswegen könnte sich San Jose auch auf einen Vertragspoker einlassen. Das glaube ich jedoch nicht. Nachdem die Sharks ein Team sind, das sich im Rebuild befindet, könnte die Ausbeute, die sie für einen Stürmer im besten Alter erhalten könnten, sehr verlockend sein, um ihn gegen lukrative Draft Pick und junge Talente ziehen zu lassen.
Ich denke, dass Timo froh ist, wenn er Gewissheit hat, wie es weitergeht und ein Wechsel über die Bühne geht oder eben bis Anfang März nicht. Für alle Spieler ist diese Zeit besonders, wenn man ständig damit rechnen muss, einen Anruf vom Management zu bekommen, dass man die Koffer packen muss. Die Spieler versuchen, es so gut wie möglich aus dem Kopf zu verdrängen. Für einige ist das einfacher, als für Timo, der momentan sicher fast jeden Tag darauf angesprochen wird.
Positiv schaue ich auf die Entwicklung einiger junger Schweizer Spieler, wie Philipp Kurashev bei den Chicago Blackhawks. Er ist in der guten Lage, dass er beim Neuaufbau des Teams mehr Verantwortung bekommt und diese zahlt er mit Leistung zurück. Die Coaches sehen das und so erkauft er sich immer mehr Eiszeit. Das ist erfreulich zu sehen.

BUF@CHI: Kurashev mit 1 Tor und 2 Assists

Es überrascht mich genauso wenig wie bei Kurashev, dass J.J. Moser bei den Arizona Coyotes zunehmend besser wird. Als Verteidiger nach 54 Spielen in seiner zweiten NHL-Saison bei 20 Punkten zu stehen, verdient große Anerkennung. Er wird sich in den nächsten Jahren zu einem sehr guten Offensiv-Verteidiger entwickeln. Davon bin ich überzeugt.
Zu den Top-Stürmern in der NHL zählt bereits Kevin Fiala von den Los Angeles Kings. Er zeigt es momentan allen, die gemeint haben, dass er wie in seinen ersten Stationen Nashville Predators und Minnesota Wild etwas Zeit brauchen wird, um anzukommen. Nein, er ist in Los Angeles vom ersten Moment an, der Spieler mit den aus der letzten Saison von den Wild bekannten Offensivqualitäten. Kevin hat sich zu einer gereiften Persönlichkeit entwickelt und einen großen Anteil daran, dass es bei den Kings gut läuft und sie auf Playoff-Kurs sind. Es scheint so, dass er in dieser Mannschaft einen guten Mix mit seinen Mitspielern gefunden hat und er genießt das Vertrauen. Er zahlt das mit hervorragenden Leistungen zurück.

LAK@CAR: Fiala trifft nach einem schönen Move

Das Rennen in der Western Conference bleibt eng und daran hat sich auch Mitte Februar nichts geändert. Es ist schon interessant, welche Top-Teams hier noch kämpfen müssen und dieser Kampf wird bis zum Ende andauern. Nashville und die St. Louis Blues brauchen schon einen Push, um noch einzugreifen. Die Colorado Avalanche müssen weiter konstant spielen und dürfen sich keinen Durchhänger mehr erlauben.
Die Avalanche als Titelverteidiger sind etwas vom Verletzungspech verfolgt. Das behindert sie schon. Aber sie sollten die Qualität und das Potenzial haben, den Sack zuzumachen und sich letztendlich durchzusetzen. Sie sind wieder der beste Beweis, dass die Qualifikation in der NHL kein Selbstläufer ist und es viele Teams gibt, die unter die besten 16 kommen wollen.
Es könnte den Avalanche helfen, dass Kapitän Gabriel Landeskog im März erstmals in dieser Saison nach seiner Verletzung eingreifen können soll. Die Geschichte kennt man in Denver, als Peter Forsberg im Jahr 2002 erst zu den Playoffs fit wurde und dann der Topscorer des Teams war. Vielleicht kann sich diese Geschichte wiederholen.

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Einen Blick möchte ich noch auf das kommende Wochenende wagen. Die Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series 2023 im Carter-Finley Stadium zwischen den Carolina Hurricanes und den Washington Capitals ist eines der Highlights der Saison. Solche besonderen Spiele im Freien vor vielen Fans sind immer ein Höhepunkt und eine einmalige Erfahrung für jeden Beteiligten. Von daher ist es schade, dass ausgerechnet Washingtons Torjäger Alex Ovechkin die Begegnung verpassen wird, nachdem er am Dienstag die Capitals wegen eines familiären Vorfalls verlassen hatte.