Montreal Canadiens v Buffalo Sabres - Game Seven

Recht viel knapper hätten die Buffalo Sabres den Einzug ins Eastern Conference Finale 2026 kaum verpassen können. Spiel 7 der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs am Montagabend im heimischen KeyBank Center ging mit 2:3 n.V. gegen die Montreal Canadiens verloren.

„Es tut weh. Aber ich habe der Mannschaft gesagt, dass der Schwerz vergehen wird“, sagte Sabres-Trainer Lindy Ruff. „Ich möchte nicht, dass dieses eine Spiel die gesamte Saison definiert. Ich habe den Spieler gesagt, wie stolz ich auf sie bin. Der Kampf, den wir in Spiel 6 reingesteckt haben, um noch einmal hierher zurückzukommen und uns eine Chance auf den Sieg gegeben haben, war großartig.“

MTL@BUF, Gm 7: Newhook führt die Canadiens in der Verlängerung zu einem 3:2-Sieg in Spiel 7

Buffalo war nach 30 Spielen der regulären Saison 2025/26 mit einer 12-14-4-Bilanz das Schlusslicht in der Eastern Conference. Was folgte, war ein berauschender Lauf, der auf Platz 1 der Atlantic Division endete (50-23-9). Nach 14 Jahren ohne Playoffs brachen die Sabres diesen Bann und drangen nach einem 4:2 in der Ersten Runde gegen die Boston Bruins bis in die Zweite Runde vor. An diesem Montagabend sind ein großer Traum und jede Menge Euphorie und Begeisterung die Niagarafälle hinuntergestürzt.

„Es ist hart. Es schmerzt“, fühlte auch Buffalos Stürmer Tage Thompson nach der Niederlage in Spiel 7 eine große Leere. „Wir haben das ganze Jahr hart gespielt, um es bis zu diesem Punkt zu schaffen. Keiner in dieser Kabine hatte das Gefühl, dass wir schon fertig sind. Ich bin einfach enttäuscht.“

MTL@BUF, Spiel 7: Dobeš streckt sich, um Thompson abzuwehren

Die Gründe für das Aus

Zweifelsohne war es die plötzliche Heimschwäche, die den Sabres in der Zweiten Runde das Genick brach: Von vier Heimspielen konnte nur das allererste in Spiel 1 gewonnen werden (4:2). Danach lief auf eigenem Eis nichts mehr: Spiel 2 ging mit 1:5, Spiel 5 mit 3:6 und Spiel 7 mit 2:3 n.V. verloren. In den gesamten Playoffs 2026 gelangen Buffalo vor seinen frenetischen Fans nur zwei Siege aus sieben Heimspielen (2-5; 17:25 Tore, 13 Prozent im Powerplay, 71,4 Prozent im Penalty Killing).

Als weitere Schwachstelle ist die Defensive aufzuführen. Diese kassierte in der Zweiten Runde gegen Montreal im Schnitt 3,86 Gegentore/Spiel. Auch das anfällige Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von nur 69,2 Prozent erwies sich als Hypothek. Zudem wurden nur 47,3 Prozent der Faceoffs gewonnen.

Erschwerend kam hinzu, dass plötzlich beide Torhüter keine Sicherheit mehr gaben: Alex Lyon startete in den Spielen 1, 2, 3 und 6, konnte dabei nur einen Sieg festhalten und hatte mit 84,7 Prozent Fangquote sowie 4,49 Gegentoren/Spiel überhaupt keine guten Statistiken. Ukko-Pekka Luukkonen erhielt den Start in den Spielen 4, 5 und 7, sicherte zwei Siege und brachte es auf eine Fangquote von 89,7 Prozent Fangquote sowie 2,71 Gegentore/Spiel.

Zu wenig kam in der Zweiten Runde auch von Stürmern wie Alex Tuch (0-0-0, -8), Peyton Krebs (0-0-0, -5) oder Josh Norris (0-2-2), die kein einziges Tor beisteuern konnten. Das zweite Verteidiger-Paar mit Bowen Byram (1-1-2, -7) und Owen Power (0-2-2) blieb punktemäßig ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurück.

BUF@BOS, Sp6: Tuch und Dahlin kombinieren zum ersten Treffer des Spiels

Ausbaufähig war gegen die Canadiens außerdem der Umgang mit Führungen: In fünf der sieben Begegnungen erzielte Buffalo zwar das erste Tor der Partie - gewann am Ende aber nur zwei dieser Spiele.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Die gesammelte Playoff-Erfahrung dürfte sich für die jungen Sabres in der kommenden Saison 2026/27 enorm auszahlen. Mit der langersehnten Playoff-Qualifikation wurde den Spielern ein tonnenschwerer Rucksack von den Schultern genommen. Es kann befreit in die neue Spielzeit gestartet werden, mit dem bestätigten Wissen, was in dieser Mannschaft steckt.

Der Verteidiger-Kern mit Kapitän Rasmus Dahlin (26; Vertrag bis 2032), der überragende Playoffs spielte (4-10-14), Power (23; bis 2031), Byram (24; bis 2027) und Mattias Samuelsson (26; bis 2030) ist noch jung und steht mindestens noch für nächstes Jahr unter Vertrag. Gleiches gilt für die Leistungsträger im Sturm mit Thompson (28; bis 2030), Norris (27; bis 2030), Jack Quinn (24; bis 2027) und Josh Doan (24; bis 2033).

MTL@BUF, Spiel 7:Dahlin schießt den Puck durch die Hintertür und gleicht im dritten Drittel aus.

Spannend wird sein, wie General Manager Jarmo Kekäläinen mit den auslaufenden Verträgen von Zach Benson (21), Krebs (25), Luke Schenn (36), Logan Stanley (27) und Tuch (30) verfahren wird.

Junge Angreifer wie Noah Ostlund (22; drei Spiele, 1-1-2), Benson (21; 13 Spiele, 5-4-9) und Konsta Helenius (20; vier Spiele, 2-0-2) zeigten schon auf Playoff-Niveau, dass sie in den nächsten Jahren eine enorme Hilfe sein werden. Nicht zu vergessen Jiri Kulich (22; zwölf Hauptrunden-Spiele, 3-2-5), der Großteile der Saison verletzt verpasste.

Ihr enormes Nachwuchs-Potenzial haben die Sabres damit längst noch nicht ausgeschöpft. Früh gedraftete Talente wie Anton Wahlberg (20; NHL Draft 2023, 2. Runde, 39. Stelle), Maxim Strbak (21; Draft 2023, 2. Runde, 45. Stelle), Gavin McCarthy (20; Draft 2023, 3. Runde, 86. Stelle), Adam Kleber (20; Draft 2024, 2. Runde, 42. Stelle), Brodie Ziemer (20; Draft 2024, 3. Runde, 71. Stelle) und Radim Mrtka (18; Draft 2025, 1. Runde, 9. Stelle) dürften den Konkurrenzkampf in Buffalo weiter anheizen.

Verwandte Inhalte