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Die New York Rangers wurden als zweite Mannschaft in der gesamten Liga und als erstes Team in der Eastern Conference aus dem Rennen um die Stanley Cup Playoffs eliminiert. Diese traurige Gewissheit erlangten die Rangers am Mittwochabend nach einer 3:4-Auswärtsniederlage bei den Toronto Maple Leafs.

„Es nervt und es ist das Schlimmste. Wir wollten das nicht“, sagte Kapitän J.T. Miller. Sturm-Kollege Mika Zibanejad ergänzte. „Es war keine Überraschung mehr. Beim Blick auf die Tabelle war es nur noch eine Frage der Zeit und war schnell zusammengerechnet. Es schmerzt, denn man spielt, um zu gewinnen. Das ist schwer zu schlucken.“

New York (28-35-9) verlor sechs Spiele in Folge, ist abgeschlagenes Schlusslicht in der Eastern Conference und hat zehn Spieltage vor dem Ende der regulären Saison einen rechnerisch nicht mehr einholbaren 20-Punkte-Rückstand auf den letzten Wildcard-Platz.

Die Gründe für das Aus
Zum Jahreswechsel hatten die Rangers noch Blickkontakt zu den Playoff-Rängen. Am 2. Januar 2026 betrug der Rückstand gerade einmal einen Punkt. Danach aber brach New York komplett ein: Zwischen dem 3. Januar und der Olympia-Pause ab dem 6. Februar wurden nur zwei (!) Siege in 14 Spielen eingefahren (2-11-1). Der Rückstand wuchs auf 19 Punkte an, was gleichbedeutend mit dem Aus war und die Rangers vor der Trade Deadline zum Verkäufer machte.

Carson Soucy (New York Islanders), Artemi Panarin (Los Angeles Kings) und Sam Carrick (Buffalo Sabres) wurden weggetradet. Besonders schwer wog der Abgang von Panarin, der in den letzten sechs Jahren zu einem der prägendsten Figuren am Broadway geworden war.

Überraschenderweise ist New York in keiner Schlüsselstatistik am Ende zu finden: Offensive (2,76 Tore/Spiel; 26.), Defensive (3,18 Gegentore/Spiel; 24.) und Penalty Killing (78,1 Prozent; T-20.) waren sicher nicht auf Playoff-Niveau, allerdings auch nicht bodenlos. Im Powerplay (24,3 Prozent; 6.) und bei den Faceoffs (54,2 Prozent; 3.) zählten die Rangers sogar zu den besseren Teams. Warum also verpassten sie ihre Ziele am Ende so deutlich?

Einer der Hauptgründe ist eine desaströse Heim-Bilanz von 9-18-7. Weniger Heim-Siege und -Punkte holten nur die Vancouver Canucks, weniger Heim-Tore (74) schoss keiner.

Zudem ließ die Mannschaft aus Manhattan seine Torhüter zu oft im Stich: Einerseits ließ New York im Schnitt 29,4 gegnerische Torschüsse pro Partie zu, andererseits kassierte es ligaweit die meisten Niederlagen, wenn der Gegner öfters aufs Tor schoss, als man selbst (24).

Torwart Igor Shesterkin holte, wo es ging, die Kohlen aus dem Feuer, wurde verletzungsbedingt aber auf 45 Spiele limitiert (45 Starts, 22 Siege, 2,59 Gegentore/Spiel, 91,1 Prozent Fangquote, ein Shutout). Sein Vertreter Jonathan Quick konnte in 23 Spielen nur fünf Siege festhalten (22 Starts, 3,18 Gegentore/Spiel, 88,9 Prozent Fangquote). Spencer Martin (vier Starts, ein Sieg, 4,13 Gegentore/Spiel, 86,4 Prozent Fangquote) drängte sich ebenfalls nicht auf.

OTT@NYR: Shesterkin vereitelt die große Chance von Cozens

Von Verletzungen waren mit Abwehrchef Adam Fox (45 Spiele), Kapitän Miller (58 Spiele) und Center Vincent Trocheck (57 Spiele) weitere Leistungsträger betroffen.

Ganz klar fehlte es an Tiefe, um diese Lücken zu füllen. Insgesamt setzten die Rangers bislang 33 Skater ein, doch nur deren sechs kommen auf einen Punkteschnitt von über 0,75. Talente wie Lafrenière (72 Spiele, 21-29-50) oder Will Cuylle (72 Spiele, 16-16-32) trugen noch nicht die erhoffte Scoring-Last. Gleichzeitig zeigten auch Schlüsselspieler wie Miller (-29), Zibanejad (-21) und Vincent Trocheck (-18) schwankende Leistungen mit besorgniserregenden Plus-Minus-Statistiken.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt
Weil die Rangers zuletzt zwei Jahre in Folge in den Stanley Cup Playoffs vertreten waren, fehlen Top-Talente aus diesen beiden Jahrgängen. Immerhin debütierten Gabe Perreault (20), Adam Sykora (21) und Noah Laba (22) mittlerweile in der NHL und könnten den Kader dauerhaft verstärken. Vor allem Perreault, ein Erstrunden-Pick aus dem NHL Draft 2023 (23. Stelle) hinterließ einen bleibenden Eindruck: Der linksschießende Flügelstürmer zeigte gute Hände und trat als Gestalter und Torjäger in Erscheinung (39 Spiele, 7-14-21).

Über Trades holten sich die Rangers außerdem mit Liam Greentree (20) einen vielversprechenden Power Forward in die Organisation.

Beim kommenden NHL Draft 2026 zieht New York zweimal in der 1. Runde, einmal in der 2. Runde sowie viermal in der 3. Runde. Dies dürfte für eine dringend benötigte Blutauffrischung sorgen.

Auf weitere Entwicklungsschritte hoffen die Rangers bei Torwart Dylan Garand (23) und dem wuchtigen Angreifer Jaroslav Chmelar (22).

Nach einer schwierigen Saison sollen auch die immer noch jungen Lafrenière (24) und Cuylle (24) zünden und voll durchstarten.

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